Bootsbesichtigungen

Los ging es so um die Jahreswende 2012/2013, dass die Skipperin begann, Inserate von Segelbooten intensiver zu betrachten. Geplant war die Anschaffung einer SY aus Stahl, eventuell Ketch, ca. 11 bis 13 m lang jedoch erst für 2014. Zuvor musste durch den Verkauf des RH noch die finanzielle Grundlage geschaffen werden. Wir rechneten mit rund K€ 50 bis K€ 80 für ein Boot, so wie es uns vorschwebte.

Im August 2012 hatten wir bereits eine 48 Fuß Stahl-Ketch, Baujahr 1978, in NL besichtigt. Eigentlich nur um zu sehen, ob es theoretisch etwas in unserer Preisklasse gibt. Diese war mit K€ 59 ausgeschrieben, etwas Preisverhandlung eingerechnet, schien uns unsere Preisvorstellung durchaus realistisch. Neben dem Anschaffungspreis sollte die Differenz zu K€ 100 (unser „Gesamtbudget“ für Anschaffung und Ausrüstung) eben für die Renovierung und Ergänzung der Ausstattung zur Verfügung stehen.

Dann, fiel das wachsame Auge der Skipperin auf zwei Anzeigen in der Zeitschrift „Yacht“, eine 38 Fuß Stahlketch (des Skippers Lieblingsbootsform) in Kiel und eine ebenfalls 38 Fuß lange Stahlyacht (Slup) vor den Kanaren (siehe weiter unten).

Trotz der ungemütlichen Jahreszeit ging es im Januar dann nach Kiel. Der Eigner hat uns eingeladen, bei sich zu übernachten. Anfangs skeptisch, bei jemandem zu übernachten, den man nicht kennt, haben wir das Angebot letztendlich doch angenommen. Es empfing uns ein sehr freundlicher, gesundheitlich etwas angeschlagener älterer Herr. Bei einem gemütlichen Abendessen erzählte er uns von seinem Traum, nach Ende seiner Karriere als Banker auf Langfahrt zu gehen. Zu diesem Zwecke erwarb er seine Stahlketch. Diese lag lange Zeit im Mittelmeer, wo er einige Monate auf ihr verbrachte. Bevor er allerdings zur Langfahrt starten konnte, erkrankte seine Mutter und er sah sich verpflichtet, sich um sie zu kümmern. Nach deren Tod war es für ihn jedoch zu spät für eine Langfahrt. Er verholte seine „Balemena“ nach Kiel, wo sie an Land stehend besichtigt werden konnte.

Positiv war das Gefühl, das es bereits deutlich unter K€ 50 ein halbwegs akzeptables Angebot gab. Und vor allem der „fast“ neue 6-Zylinder Dieselmotor. Das Kasko war vermutlich auch ok, etwas störend empfand ich den verstärkten Kiel. Irgendwie das Gefühl, dass sich das nicht positiv auf die Segeleigenschaften auswirkt, zumal ich tendenziell eher einen Langkieler für geeignet erachtete. Rest Kleinigkeiten, aber doch eher nicht kaufinspirierend; Windsteuerung kurz vorher separat verkauft, so gut wie keine elektrische Anlage vorhanden (ein paar einfache Batterien, nicht angeschlossen) und weitere Kleinigkeiten. Aber halt eine von mir gern gemochte Ketch, allerdings halt für eine Ketch etwas zu klein. Na ja, immer diese für und wieder, die uns im Seglerleben wohl noch oft begleiten werden.

Beim Abschiednehmen hatte ich jedoch durchaus noch die Idee, dass dies das richtige Boot sein könnte. Mit jedem Tag schwand aber diese Ansicht und war dann endgültig „gestorben“, als wir zur nächsten Tat schritten.

Die „nächste Tat“, die zum Kauf unserer ersten Yacht, der B.OLD führte ist hier näher beschrieben.

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