Die Hoffnung starb zuletzt

Februar 2014:

Davor mussten aber noch einige Themen erledigt werden und im Februar 2014 machten wir uns dran:

Motor zum laufen bringen:
Da der Diesel verunreinigt war haben wir einen Tagestank eingebaut. Ganz schön aufwändig. Abgesehen von den Fahrten mit rund 160 km einfacher Strecke nach Lissabon auch finanziell. Aber diese Maßnahme und das fixieren eines losen Stromkabels am Motor brachten diesen wieder dazu, seinen Dienst zu tun.

Kühltruhe zum kühlen bringen:
Der Thermostatregler ist ausgefallen. Mangels besser Ideen diesen einfach überbrückt, so lief die Kühltruhe wieder. Zwar immer auf Vollast und mit einem Kabelschuh als Ausschalter, aber Hauptsache läuft wieder.

Solarpanele zum Strom erzeugen bringen:
Hier machte ich mir wenig Hoffnung das Übel zu finden. Aber das Glück half und ich entdeckte auch hier ein Kabel, bei dem sich die Quetschverbindung gelöst hatte. Also neu „verquetscht“ und es funktioniert wieder.

Vorstag ersetzen:
Daran sind wir gescheitert. Wir haben es nicht geschafft, die Genua einzuholen. Da die Schiene, in dem das Vorsegel geführt wird, aus nunmehr drei Teilen besteht, lässt sich die Genua nicht einfach runter nehmen. Das Abmachen des Vorstags geht auch nicht ohne weiteres, da die Verstellschrauben, die eine Verlängerung und Herausnahme der Spannung ermöglichen würden, so abgedeckt sind, dass ich nicht durch einfache Bordmittel drankomme. Insgesamt schien mir das Ganze zu aufwändig und wenig sinnvoll im Vergleich zu Plan B: Zweites (vorhandenes) Vorstag dran und mit halt etwas kleiner Fock die nächste Etappe angehen.

Da uns bei näherer Betrachtung Plan B immer weniger gefiel, den es widerspricht natürlich aller guten Seemannschaft, mit einem bekannten Defekt in See zu stechen. Es werden sich ja schließlich unterwegs genügend bis dato unbekannte auftun. Also neuer Plan: Überführung nach Lissabon und dort reparieren.

 

Mai 2014:

Also dann im Mai 2014 wieder nach Sines um die B.OLD nach Lissabon zu verlegen. Schien uns sinnvoller, dort das Vorstag zu tauschen, als in Sines, wo der nächste Fachmann mehr als 100 km entfernt ist. Also am Samstag Abend abgelegt, bis Mitternacht unter Motor Richtung Lissabon. Negativ: Es war wieder Wasser in der Bilge. Nachdem bisher im Motorraum kein Eintritt erkennbar war, gingen wir davon aus, dass einer der Schläuche im Boot undicht ist.

Um Mitternacht beigedreht, etwas geschlafen und am Morgen die restlichen Meilen bis zur Doca de Belém zurückgelegt. Dort den Austausch des Vorstags in Auftrag gegeben und dann begonnen, das Leck zu suchen. Bodenplatten raus, alles abgesucht. Seeventile geprüft, alles ok. Dann doch noch mal ein Blick in den Motorraum und wie soll es auch anders sein: Nachdem bisher dort alles soweit wieder ok war, leckt es aus der Stopfbuchse. Soll ja noch nicht der Weltuntergang sein, da ist halt eine Dichtung leck, muss halt erneuert werden. Aber:

Nach einem kurzen Motortest kam nicht nur dicker schwarzer Rauch aus dem Auspuff, sondern auch reichlich Öl. Sofort wieder abgestellt und überlegt, was wir jetzt machen:

  • Vorstag defekt
  • Stopfbuchse undicht
  • und was ist jetzt mit dem Motor los.

Tja, das arme Boot. Als wir es kauften war es ja schon durchaus an der einen oder anderen Stelle reparaturbedürftig. Aber wir Anfänger haben ihm wohl den Rest gegeben. Was bleiben uns jetzt an Optionen:

  • Reparatur vor Ort (vermutlich mehrere 1.000 Euro) und anschließend ein Boot in dessen Zustand wir schön langsam das Vertrauen verlieren
  • Transport nach Deutschland (erneute Anfragen bei Transportunternehmen zeigen, dass unter 10.000 Euro nichts zu machen ist)
  • Verkauf vor Ort („Ende mit Schrecken, statt Schrecken ohne Ende“).

Wir werden wohl oder übel mal mit Option 3 starten, wissend, dass es schwierig werden dürfte, dass Boot im derzeitigen Zustand auch nur „für eine Handvoll Dollar“ zu verkaufen. Jedenfalls haben wir es erst mal an Land geholt. War eh notwendig, da die Opferanoden getauscht werden müssen.

War aber irgendwie ein trauriger Anblick, hatte so was von Abschied nehmen :-(:

Egal welche der oben genannten Optionen zum Tragen kommen wird, der Törn nach Emden, der in Kürze starten sollte, wird nicht stattfinden. Um nicht ganz der Wehmut zu verfallen, haben wir jetzt als Alternative zwei Wochen Ostsee gebucht. Zur Abwechslung ein Boot, weniger als 5 Jahren alt. Das wird eine Umstellung, wenn man nach 2 Stunden an Bord immer noch nicht ölverschmiert oder sonst wie schmutzig ist ;-).

Je nachdem ob der Verkauf bis dahin geklappt hat, fahren wir eventuell nach dem Ostseetörn nach Lissabon, noch brauchbare Teile (Windsteuerung, Außenborder, einige Segel) abzuholen, da Option 1 (Reparatur vor Ort) uns jetzt nicht mehr realistisch erscheint. Abgesehen von dem oben erwähnten wird es unter Berücksichtigung der optimalen Segelmonate und der Urlaubsplanung wieder rund ein Jahr später bis wir sie hier hätten.

Die Hoffnung, unsere günstig erstandene, aber alte Feltz bis nach Emden zu bringen, um dann den Refit zu starten, hat sich zerschlagen.

Wir werden es noch nicht aufgeben in 3 Jahren aufzubrechen, auch wenn wir aktuell wohl kein Boot mehr haben und wir uns unschlüssig sind, wie wir das nunmehr realisieren wollen. Wir bleiben dran :-).

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