Flensburg Marine 1979/1980

Nachdem ich nun ja schon seit längerer Zeit Seefahrerblut in meinen Adern verspürte, war es nur konsequent, die Bundeswehrzeit bei der Marine zu verbringen. Vor allem, nachdem ich las, dass man dort schwimmen, tauchen, Fallsschirm springen kann, war ich begeistert. Stellte sich aber schnell heraus, dass ich für diese Richtung, genannt Kampfschwimmer, eher ungeeignet bin.

Also habe ich mich als Funker „engagieren lassen“. So richtig was wurde es mit der Seefahrt aber nichts. Abgesehen von so genannten „Butterdampfern“, mit denen man zwischen den Grenzen von Deutschland und Dänemark zollfrei einkaufen konnte (neben der namensgebenden Butter vor allem Zigaretten und Alkoholika), war ich zu keiner Zeit auf See unterwegs. Zu dem mir zugedachten Törntermin war ich nämlich bereits als „Wirt“ in die Unteroffiziersmesse gewechselt.

Aber es gab ja das Angebot, einen Segelkurs zu absolvieren. In den Wintermonaten 1979/80 die Theorie mit Prüfung und im Frühjahr dann die Praxis. Der Schock kam schnell, als ich im Unterricht saß und dachte, ich hätte versehentlich einen Fremdsprachenkurs besucht: ich verstand kein einziges Wort. Nach zwei Abenden, an denen ich eine mir nicht nachvollziehbare Aneinanderreihung von Silben akustisch mitbekam, habe ich das Thema Segeln erst mal wieder ad acta gelegt.

Meine Marinekarriere habe ich dann als Maat beendet. Mangels guter Leistungen reichte es nicht zum Obermaat. Das holte ich aber bei einer sommerlichen 4-wöchigen urlaubsähnlichen Wehrübung in 1982 nach und durfte mich danach „Obermaat der Reserve“ nennen.  Aber auch für die Reserve hatten die mich dann nicht mehr lange benötigt.

Meine Arbeitskollegen in München meinten noch, als ich Ende 1978 von meinen Marineplänen berichtete „Ja klar, ab zur Bodenseemarine, hah hah hah“. Fand ich erst nicht so witzig. Aber wie das so ist, die letzten 6 Monate Dienstzeit hatte ich dann tatsächlich in einer von allen drei Teilstreitkräften besetzten Einheit am Bodensee verbracht. Von wegen hah hah hah.