Es ist Dienstag, der 12. Juni 2019, 8 Uhr Ortszeit (15 Uhr in D). Die Vorbereitungen fürs Ablegen beginnen. Bei der Hafenbehörde müssen wir noch ausklarieren und beim Verlassen von Grand Cayman wollen wir nochmal tanken. Seit Key West vor knapp 2 Monaten haben wir 200 l Diesel verbraucht. Und sofern man direkt bei der Abreise tankt, erhält man den Diesel steuerfrei (kostet dann rund € 0,90 pro Liter).

Also los mit dem Dinghi an Land, die paar Meter zur Hafenbehörde und kurz vor 9 Uhr Customs and Immigration aufgesucht. Gibt noch ein paar Formulare und eine Gebühr in Höhe von 3 Dollar. Das wars. Noch die Frage, wo die Tankstelle ist. Da würde mir der Securityman im Eingangsbereich weiterhelfen.

Was ich von dessen monotonem, undeutlichem Englisch verstehe ist, dass die fürs Tanken zuständige Dame aktuell nicht da sei, aber in bereits einer Stunde wieder erwartet wird. Also zurück mit dem Dinghi zur Luna Mare und erst mal gefrühstückt. Danach wieder zurück zur Hafenbehörde, wo ich um Punkt 10 Uhr ankomme. Die Dame ist leider noch nicht da, kommt aber gleich.

Eine Viertelstunde später ist sie dann auch schon da. Prüft und bearbeitet meine Unterlagen und drückt sie mir erledigt wieder in die Hand. Währenddessen ich noch etwas irritiert gucke, bemerkt der Securityman der Dame gegenüber, dass ich Tanken möchte. Ach ja? Wieviel? Ja, so 200 l. Äh Gallonen? Ja, so rund 50. Nicht mehr?

Nö, mehr benötigen wir nicht. Ok. Die Dame rechnet und ermittelt 53 Gallonen als äquivalent zu 200 Liter. Ich bezahle knapp USD 200 dafür und erhalte eine Quittung fürs Tanken. Soll mich nach dem Ablegen auf Kanal 16 melden, dort erhalte ich dann weitere Instruktionen.

So gegen 11:30 sind wir startklar, legen ab und melden uns via Sprechfunk. Sollen am Südkai vor einem „Tankboot“ festmachen. Aha, Tankboot. Mal schauen wie das funktioniert. Machen wir, die Skipperin legt ein gekonntes Anlegemanöver hin und ich versuche die relative hohe Hafenmauer hochzuklettern, um die Luna Mare festzumachen.

Nichts Tankboot. Kurz darauf kommt ein Tanklaster um die Ecke und liefert uns die 53 Gallonen Diesel vom Feinsten. Meine Abschätzung war genau richtig, denn es hätte keine weitere Gallone mehr Platz gehabt. Auch das erledigt, der Tanklasterfahrer reicht uns die Festmacherleinen, die Skipperin legt ab, und es kann los gehen mit dem erneuten Versuch, nach 600 sm Panama zu erreichen.

1. Tag (12.06. 12 Uhr bis 13.06. 12 Uhr)

Es ist dann tatsächlich ziemlich genau 12 Uhr beim Ablegen. Erst noch unter Motor, um Wassertank und Batterie zu füllen, dann werden die Segel gesetzt. Bei rund 20 kn Wind von ziemlich vorne wünscht sich die Skipperin das 2. Reff, um ihre Seekrankheit möglichst zu vermeiden.

Also los mit 2. Reff und vollem Vorsegel. Zur positiven Überraschung können wir den direkten Kurs nehmen und ziehen mit gut 3 Knoten von dannen. Allerdings nicht sehr lange, da der Wind mehr von vorne kommt und wir nun gen Westen abgedrängt werden.

Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich die Windfunktion im elektr. Autopiloten entdeckt hatte. Nach deren Entdeckung konnte ich sie aber nur kurz nutzen, da ich danach den Kompass absaufen lies. Jetzt mit dem neuen Kompass gleich wieder getestet und voller Erfolg. Der Autopilot hält die Luna Mare in einem einstellbaren Winkel (hier 45°) am Wind.

So segelt die Luna Mare immer maximal am Wind. Da dieser aber halt zu sehr aus der Richtung kommt, in die wir wollen, können wir nicht den direkten Kurs halten. Schade, aber laut Wettervorhersage soll der Wind Richtung Nord drehen, was uns sehr zu Gute käme. Da ist mal wieder Geduld gefragt.

Die Nacht verläuft sehr ruhig, abgesehen natürlich von den Bootsbewegungen, die man bei einem Amwind-Kurs hat. Aber halbwegs erträglich. Mit so 3 kn im Schnitt geht es durch die Nacht.

Um 6 Uhr übernehme ich die Frühschicht, die Skipperin legt sich schlafen und ich genieße mal wieder die Sonne am frühen morgen, bevor sie uns mit voller Kraft einheizt. Kaffee und belegtes Brot zur Stärkung und Begrüßung des Tages.

Der Wind hat es sich auch etwas gemütlicher gemacht und pendelt sich so bei 10 bis 15 kn ein. Nach Rücksprache mit der Skipperin nehme ich das 2. Reff raus und wir segeln mit 1. Reff im Großsegel und vollem Vorsegel weiter. Wie vorhergesagt dreht der Wind etwas nach Nord, so dass wir im Laufe des Vormittags beginnen, uns der „Originalkurslinie“ wieder zu nähern und das Ziel Colon wieder im Fadenkreuz haben.

Leider nimmt die Strömung gegen uns kontinuierlich zu und wir schaffen kaum noch die 3 kn. Hätten wir diese Strömung mit statt gegen uns, kämen wir wohl auf so 5 kn. Das heißt, statt 6 Tagen werden wir wohl mindestens 7 bis 8 benötigen. Was aber, sofern sonst alles klappt, ok wäre.

Der Wetterbericht sagt für die nächsten Tage zunehmenden Wind voraus, heute noch 4 bis 5 kn, morgen dann 5 bis 6, bis es dann in 4 Tagen 6, in Böen 6 bis 7 sein sollen. Und etwas weniger von direkt vorne, so dass wir weiterhin Kurs werden halten können.

Etmal: 78 sm. Das ist nicht sehr viel, aber in Anbetracht der Strömung ok. Und schon deutlich besser als die 25 sm, die wir zwischendurch, beim ersten Versuch Panama zu erreichen, hatten. Somit sind es noch 525 sm bis Panama.

2. Tag (13.06. 12 Uhr bis 14.06. 12 Uhr)

Im Laufe des Nachmittags nimmt der Wind schon etwas zu und dreht nördlicher, so dass er nun aus 60° statt 45° kommt. Das macht uns geringfügig schneller und reduziert die Schräglage ein wenig.

Ansonsten verbringen wir die Zeit mit Essen, Trinken und Schlafen. Die Skipperin liest fleißig und ich kümmere mich alle 3 Stunden um einen kurzen Logbucheintrag und einmal täglich um die Aktualisierung diesen Blogs. Das mache ich zum ersten Mal von unterwegs, was allerdings dazu führen kann, dass der Eintrag deutlich länger wird als bei einer rückwirkenden Beschreibung des Törns.

Wir machen weiterhin rund 3 sm zum Ziel pro Stunde gut. Abends gibt es aufgewärmte Nudeln mit Bolognesesauce und kurz nach 19 Uhr verabschiedet sich die Sonne und überlasst uns der 2. Nacht. Der Mond ist zunehmend (Vollmond in 3 Tagen) und der Himmel nur teils bedeckt, so bleibt es während der Nacht relativ hell. Das macht das Segeln stets angenehmer als wenn man von lauter dunkel umgeben ist.

So um 23:30 sind wir wieder auf Originalkurs, haben also die Abdrift nach Westen wieder ausgleichen können. So stellen wir den Autopiloten jetzt auf Direktkurs Colon ein, was uns, da auch der Wind weiter nach Nord gedreht hat, angenehmen Wind von der Seite (90°) beschert. Weit und breit kein anderes Schiff zu sehen, so kann ich meine Wache bis 3 Uhr weitestgehend im Cockpit schlafend verbringen.

Nach 3 Stunden weiteren Schlafes in der Koje übernehme ich um 6 Uhr wieder die Wache. Jetzt müssen wir leider wieder etwas härter am Wind segeln, um Kurs halten zu können. Das klappt und mit etwas mehr Wind erreichen wir drei Stunden lang einen Schnitt von 5 kn. Fahrt durchs Wasser entsprechend bei 5 bis 6 kn.

Nicht nur wir mühen uns mit der Strömung, auch eine Schildkröte hat sich diesen Kurs ausgesucht. Das arme Ding, welches wir zügig passieren, muss das aber mit eigener Muskelkraft schaffen, wo wir den Wind als Unterstützung haben.

Da dieser jetzt, was die Richtung betrifft, leicht flexibler wird, gesellt sich die Änderung der Segelstellung öfters mal auf die Tagesordnung. Trotz Schräglage, der damit verbundenen Schwierigkeit sich auf und im Boot zu bewegen und der Hitze im Boot ist die Stimmung ganz ok, denn wir kommen voran. So schön es ist zu segeln, wenn es Richtung Ziel geht ist es halt immer noch am schönsten.

Heutiges Etmal: 81 sm, also 3 sm mehr als gestern. So fern es so (gleich)mäßig weiter geht, könnten wir in 5 Tagen, also am 19.06. in Colon ankommen. Allerdings erst um Mitternacht. Insofern bleibt die Einschätzung bei 7 bis 8 Tagen (bzw. verbleibenden 5 bis 6 Tagen) bis Colon. Verbleibende Strecke 444 sm.

3. Tag (14.06. 12 Uhr bis 15.06. 12 Uhr)

Wir machen weiterhin so im Schnitt 3 kn, ansonsten nichts. Im Cockpit ist es bei einer angenehmen Luftbrise eigentlich gut auszuhalten, aber es besteht kaum Sonnenschutz. Den haben wir innen, das allerdings bei 35 bis 40 Grad Celsius. Also haben wir die Wahl zwischen Sonnenbad mit -brandgefahr und Schweißbad. Müssen wir uns gut einteilen.

Langsam aber stetig nimmt der Wind zu, so erreichen wir im Laufe des Nachmittags einen Schnitt von 4 kn. Das Nachladen der Batterie geht nun auch mit kürzerer Motorlaufzeit. In der Pantry wird es langsam akrobatisch. Komplett Schweiß-getränkt schaffe ich es, uns Nudeln mit Schinken-Käse-Sauce und Tomatensalat zum Abendessen im Cockpit zu servieren.

Mit Sonnenuntergang haben wir nun so 15 bis 20 kn Wind. Der Schnitt erhöht sich damit auf 5 kn. Hinsichtlich der Wacheinteilung haben wir uns jetzt so eingespielt, dass die Skipperin tagsüber ausgiebig schlafen kann (seit der Wachablösung um 6 Uhr seit nunmehr 5 Stunden) und ich mich dafür abends früher hinlegen kann.

Um Mitternacht übernehme ich dann wieder für 3 Stunden. Wind weiterhin konstant bei knapp 20 kn. Ich döse so vor mich hin, bis ich kurz vor 3 aus müden Auge erkennen kann, wie der Ozean rasant an unseren Fenstern vorbeirauscht. Vergleichbar am ehesten mit Geschwindigkeit > 200 km/h auf der Autobahn.

Dabei liegen wir so schräg, dass die Bootskante fast die Wasseroberfläche berührt und die Wellen damit leichten Zugang zum Deck finden. Blick auf den Windmesser zeigt: 25 kn und darüber. Die Skipperin quält sich aus der Koje und wir beschließen wieder ins 2. Reff zu gehen. Das lässt die Luna Mare wieder etwas aufrechter laufen und wir machen auch so nunmehr knapp 6 kn Fahrt.

Um die Windgeschwindigkeit festzustellen haben wir ein „Drehrad“ auf der Mastspitze, dass die Windgeschwindigkeit ermittelt und über ein Netzwerkkabel an den Plotter überträgt. Die Windgeschwindigkeit kann aber auch anders gemessen werden:

  • an der Anzahl der blauen Flecken, wenn man zunehmend wuchtiger gegen Hindernisse geschleudert wird
  • an der verkürzten Batterieladedauer, da der Windgenerator ordentlich arbeitet
  • an der Menge an verschüttetem Kaffee beim Versuch diesen in einer Tasse von der Pantry ins Cockpit zu bringen
  • an der Zahl der Augenringe, da bei den ruckartigen Bewegungen der Luna Mare der Schlaf immer weniger intensiv wird.

Dem einen oder anderen Seebären wird hierzu sicherlich noch das eine oder andere einfallen ;-).

Als ich um 6 Uhr wieder übernehme, hat sich der Wind auf 15 bis 20 kn beruhigt. Wir lassen das 2. Reff drinne und machen auch so weiterhin 5 bis 6 kn durchschnittliche Fahrt. Ein wenig hat sich da wohl auch die Strömungsrichtung zu unseren Gunsten verändert.

Der eben heruntergeladene Wetterbericht zeigt an, dass wir die nächsten 36 Stunden weiterhin Windstärke 5, Böen 6 haben werden. Es könnte also in dem Speed weitergehen. Für die Nacht zum 17. 06. sagt er Windstärke 6, Böen 6 bis 7 voraus. Da können die 30kn schon mal überschritten werden, was nicht sehr zuträglich ist. Der Wind soll aber ziemlich seitlich kommen und falls wir Glück haben und die See nicht mehr so konfus ist, wie es jetzt teilweise der Fall ist, sollten wir da passabel durchkommen.

Ach ja, auch daran kann man die Windgeschwindigkeit erkennen. Unsere heutiges Etmal 116 sm. Somit noch 328 sm bis Panama.

4. Tag (15.06. 12 Uhr bis 16.06. 12 Uhr)

Wind bleibt im Laufe das Nachmittags konstant, währenddessen der die Abendstunden etwas gemütlicher angehen lässt. Heute ist ja Samstag, also Badetag. Bei 40° im Boot ist die erfrischende Wirkung nur von kurzer Dauer, ich möchte aber vermeiden, dass sich die unerträgliche Hitze mit ebensolchem Geruch vermischen kann.

Aber erst mal Abendessen kochen, denn davor macht duschen ohnehin keinen Sinn. Es gibt Bratkartoffel-Pilze-Pfanne mit grünen Bohnen und roter Paprika. Dann noch spülen und es kann unter die Dusche gehen.

Die Idee, mich danach in der kühlen Abendbrise abzukühlen und auszuruhen kann ich schnell vergessen. Habe nicht auf den Wasserstand im Trinkwassertank geachtet. Nach der Dusche war der bei Null. Also erst mal Wasser machen.

Dann von 20 bis 21 Uhr noch die herrliche Abendluft genießen und dann für 3 Stunden ab in die Koje. Um Mitternacht frischt der Wind wieder etwas auf, so dass wir bei rund 20 kn Wind auch wieder rund 5 kn Fahrt hinbekommen. Da nichts los ist, verdöse ich die meiste Zeit und verlege diese Tätigkeit nach 3 Stunden zurück in die Koje.

Wie glaube ich schon mal erwähnt, beginnt mit der Frühwache um 6 Uhr der schönste Teil des Tages. Die Sonne ist eben aufgegangen, aber die 20 kn Wind sorgen für eine angenehme Brise im Cockpit. Die Zubereitung des Frühstücks benötigt etwas akrobatisches Geschick (clever wie der Skipper ist, stellt er jetzt die Kanne Kaffee nach draußen und diesen nicht mehr tassenweise), die Einnahme desselben ist aber ein toller Start in den Tag.

Etwas lesen und, nachdem die Skipperin ebenfalls den Tag begrüßt, den aktuellen Wetterbericht runterladen. Die 7 ist aus diesem wieder verschwunden und es gibt max. Windstärke 6 und der Wind kommt weiterhin seitlich so im Winkel von 60 bis 80°. Das passt. Und die Strömung soll auch zunehmend geringer werden. Sofern es so wie die letzten beiden Tage weitergeht, benötigen wir nicht 7 bis 8 Tage, sondern tatsächlich nur 6, würden also in 2 Tagen ankommen. Das wäre bei dieser schaukeligen Überfahrt schon eine positive Überraschung.

Insbesondere die Skipperin würde sich freuen, da sie doch etwas mit der Seekrankheit zu kämpfen hat. Dank Vomex A hat sie das Ganze im Griff. Aber jedes zu viel an Bewegung ist kontraproduktiv, also bleibt nur Liegen und Schwitzen in der Koje, oder im Cockpit, dort allerdings mit etwas kühlerer, bewegter Luft. Sie kämpft sich da tapfer durch.

Unser heutiges Etmal von 109 sm ist diesbezüglich vielversprechend. Es verbleiben noch 219 sm, wir benötigen also noch zwei Etmale à 110 sm, um in zwei Tagen um 12 Uhr anzukommen (18 Uhr würde uns auch reichen). Machbar?

5. Tag (16.06. 12 Uhr bis 17.06. 12 Uhr)

Während im Innensteuerstand das Thermometer wieder die 40° C erreicht, brennt die Sonne in das Cockpit. Mit weiterhin 5 kn Fahrt geht es dem Abend entgegen.

Fürs Abendessen habe ich Suppe mit Reis und Hühnchen aus der Dose auf dem Plan. Beim kochen bin ich mir nicht mehr sicher, ob Suppe optimal ist bei 20 kn Wind. Verschütte aber glücklicherweise kaum etwas.

Unglücklicher verlief der Versuch für den Nachtisch (Orangen- und Grapefruitspalten, ebenfalls aus der Dose) unnötigerweise Obstschälchen aus dem Schrank holen zu wollen. Da ich den Halt verliere, entleert sich ein ganzes Fach ins Boot. Verlust: 3 Tassen. Unsere Kaffeetassen sind aber noch heile. Die Reise kann also weitergehen.

Während ich das Spülen vorbereite, passiert uns ein Frachter. Der nimmt Funkkontakt mit uns auf, kurzes woher/wohin und gute Reise. Währenddessen kocht das Spülwasser auf dem Herd und ergänzt die rund 40° in der Pantry noch mit reichlich Wasserdampf. Schade, dass ich vergessen habe, einen Aufguss mit zu nehmen.

Während des Abends frischt der Wind noch etwas auf, der Windmesser zeigt um die 25 kn. Das trägt uns mit knapp 6 kn Fahrt durch die Nacht. Morgens kurz vor meinem Wachbeginn um 6 Uhr meldet sich wieder ein Frachter. Ein ganz vorsichtiger. Ist noch 6 sm hinter uns und vereinbart mit mir, dass er uns Backbord überholen wird. Soll er machen, so lange er ausreichend Abstand hält.

Gegen Ende des 5. Tages wieder den aktuellen Wetterbericht heruntergeladen. Es bleibt noch ein paar Stunden bei 5 bis 6, dann 5. Ab morgen früh soll es dann kontinuierlich runter auf 2, in Böen 4 bis 5 gehen. Die 2 reizen unseren fat boy nicht, sich wirklich in Bewegung zu versetzen, aber bis dahin sollten wir so nahe am Ziel sein, dass wir es morgen erreichen sollten. Da müsste schon etwas außergewöhnliches passieren und das wollen wir nicht hoffen.

Heutiges Etmal mit 119 sm das längste auf diesem Törn. Es verbleiben noch genau 100 sm. Damit könnten wir morgen bei Sonnenaufgang unter 30 sm vom Ziel entfernt sein, Damit sieht die Ankunft morgen im Laufe des Tages jetzt schon sehr machbar aus, auch wenn wir ggf. mangels Wind etwas Motorunterstützung zu Hilfe nehmen werden müssen.

6. Tag (17.06. 12 Uhr bis 18.06. 12 Uhr)

Kaum gesagt, lässt der Wind nach. Wir schaffen aber so eben noch die 4 kn im Schnitt, die wir für die Ankunft morgen benötigen. Darf aber nicht weniger werden.

Die Skipperin meint: Der Wind hat meistens Nachts zugenommen. Und sie hatte Recht. Bei 10 bis 15 kn Wind geht es unter Vollzeug Richtung Panama mit durchschnittlich 5 kn. Und um 6 Uhr bei Übernahme der Frühwache sind es tatsächlich nur noch 18 sm zur Shelter Bay Marina.

Wir durchqueren ein Verkehrstrennungsgebiet und versuchen mehrfach „Cristobal Signal Station“ zu erreichen, die müssen nämlich informiert werden, dass wir uns dem Kanalbereich nähern. Versuche das so alle 10 Minuten, lange meldet sich keiner und dann auf meine Info, dass wir in die Shelter Bay Marina wollen ein kurzes „proceed“. Also machen wir weiter.

Um die Ecke des Wellenbrechers ab in die Marina. Hilfreiche Marinaleute weisen uns ein und helfen beim Anlegen.

Jetzt sind wir da. Nach der Irrfahrt zuvor, dieses mal 600 sm in 6 Tagen. Klar, war ein wenig schaukelig, aber alles in allem eine gute Überfahrt. Und wir sind jetzt rund 10 km vor dem ersten Schleusentor, durch welches wir in rund 2 Wochen Richtung Pazifik wollen. „Zwickt’s mi, i man i tram“ hat mal Wolfgang Ambros gesungen. Sein Traum war aber kein so schöner.

BTW: War zwar nicht unser längster Schlag, dies aber vermutlich mein längster Blogeintrag bisher ;-).