Das Seglerleben ist unstet und schon geht es nach 10 Tagen St. Martin weiter zu den US Virgin Islands. Und das in guter Stimmung. Wir haben ein neues Dinghy!

Sieht nicht nur schick aus, sondern ist auch sehr stabil und die Fahrt damit ein Genuss. Outdoor World in Sint Maarten hat auch den Außenborder 1a repariert und obwohl noch Teile benötigt wurden keinen Cent von uns verlangt. Toller Service.

Jetzt macht das Anlanden richtig Freude. Der Motor mit 2.5 PS nicht die Rakete, spart uns aber Knöllchen ;-). Und es fährt und fährt, es sei den, der Skipper vergisst den Benzinhahn zu öffnen, oder gar nachzutanken. Aber das macht er nur hin und wieder.

Auch das Verstauen auf dem Vorschiff ist wesentlich einfacher, da es mit montiertem Motor problemlos mittels eines Falls an Bord gehievt werden kann, ohne Gefahr, dass es kippt.

Das Dinghy haben wir ebenfalls in Sint Maarten erworben, bei Island Water World. Beim Preis für ein 2,6 m langes Dinghy fiel ich fast in Ohnmacht. Knapp USD 3.000. Im Internet gegoogelt, die gibt es anderswo doch bereits für USD 2.000, was für mein Vorstellungsvermögen auch noch reichlich viel ist.

Auf Rückfrage, warum der Preisunterschied so hoch ist, habe ich gelernt, dass es PVC gibt und Hypalon. PVC löst sich in der Sonne auf und altert sehr schnell. Im Schatten bei WENIGER als 15°C hält es bis zu 10 Jahre, für die Gegend hier also ungeeignet. Hypalon hingegen ist ein hochwertiges, extrem widerstandsfähiges Elastomer. Es ist UV-, temperatur- und alterungsbeständig sowie reißfest (Wikipedia). Da es angeblich Jahrzehnte hält, werden auch unsere Erben noch was davon haben.

US Virgin Islands

Genug zum Thema Dinghy. Selbiges verstauen und Anker hoch. Los geht es nach St. Croix, eine der US Virgin Islands. Da es knapp 100 sm sind, planen wir eine Nachtfahrt ein. So kommen wir am Sonntag den 10.02.2019 vor St. Croix an.

Einreisen in die USA ist ja angeblich immer etwas kompliziert und die Regularien sind streng. Wir haben uns einen Monat vor Start unserer Reise glücklicherweise ein Touristenvisum (B2) für die USA in der US Botschaft in Frankfurt erteilen lassen, was problemlos funktioniert hat. Das ist 10 Jahre gültig und wir dürfen für jeweils 180 Tage in die USA einreisen. Das ist doch ganz ordentlich.

Also bei Customs und Immigration angerufen. Aber Wochenende, keiner da. Vom Band erfahren wir, dass auch die Mailbox „not initialised“, also im Wochenende ist. Aber am Montag klappt es. Eine freundliche Dame bittet uns, sie am Flughafen aufzusuchen.

Mit dem Taxi nichts wie hin und eine Stunde später sind wir einklariert. Laut Stempel im Reisepass dürfen wir jetzt bis August hier bzw. den USA bleiben. So lange wird es aber wohl nicht werden. Und wichtig: Auch die cruising permit eingeholt. Die ist einerseits wichtig und andererseits wohl nur hier kostenlos zu erhalten.

Da die zuständige Dame damit wohl nicht sehr erfahren ist, wollte sie uns schon auf andere Inseln verweisen. Aber etwas small-talk bei dem sich herausstellte, dass sie Militärdienst in Hanau geleistet hat, und schon ging die Permit problemlos von der Hand. Jetzt dürfen wir nicht nur hier sein, sondern auch beliebig jedwede US-Küste rauf und runter segeln.

St. Thomas

Nach ein paar Tagen vor Anker und ein paar Spaziergängen durch den kleinen Ort geht es 40 sm weiter zur Hauptinsel, St. Thomas. Ist etwas größer hier und wir können unseren Proviant wieder etwas auffüllen.

Und momentan ist nichts defekt. Ein sehr gutes Gefühl, dass wir auf keinen Segelmacher oder Mechaniker etc. warten müssen, sondern weiter können, sobald wir wollen und das Wetter passt.

Beides trifft nach drei Tagen bereits zu und weiter geht es nach Puerto Rico. Wir fangen mit Culebra erst mal klein an.

Culebra / Puerto Rico

Die Entfernungen hier sind glücklicherweise kurz und der Wind nahezu immer passend für unsere Richtung. So sind es heute nur gut 20sm die es zu bewältigen gilt.

Mit der Ensenada Honda finden wir eine ruhige und geschützte Ankerbucht. Das ist hier nicht selbstverständlich. Geschützt schon, aber entlang der Südküste drückt es immer ordentlich Welle und Strömung in die Bucht, was für ordentliches Schaukeln sorgen kann.

Ein paar Spaziergänge durch den Ort und zwei Tage später geht es weiter, zur etwas größeren Nachbarinsel Vieques.

Vieques / Puerto Rico

Nur 18 sm weiter erreichen wir die 2. der sogenannten Spanish Virgin Islands. Nach einer ruhigen Nacht in einer Mangrovenwaldbucht geht es weiter zu einer Bucht mit schönem Sandstrand. Mal wieder Strandleben genießen.

Schöne ruhige Tage gehen dahin und wir setzen Segel zur Hauptinsel von Puerto Rico, die wir am 24.02.2019 erreichen.

Puerto Rico

Jetzt sind wir „richtig“ in den USA angekommen. Riesen Supermärkte, SUVs, (fast) keine Fußgängerwege. Gefällt uns aber trotzdem. Und erinnert mich sehr an meine 6 Monate, die ich 2004 in den USA (New Bern, North Carolina) verbracht habe.

Schönes Ankern in fast einsamen Buchten und Stadtleben wechseln sich ab. Vor Ponce liegen wir wieder etwas zentraler mit den schon erwähnten Einkaufsmöglichkeiten.

Wir suchen als ersten Supermarkt „Sam’s Club“ auf. Wundern uns, dass es hier nur große Gebinde ähnlich Metro gibt. Aber passt ja zu unseren Vorurteilen zu XXL USA. Mit vollem Einkaufswagen zur Kasse, wo wir erfahren, dass hier nur Mitglieder einkaufen dürfen.

Oops sorry, wir sind Touristen ohne Ahnung. Aber, da vermutlich niemand den Inhalt unseres Einkaufswagens wieder einsortieren wollte, hat man uns dann doch an der Kasse abgefertigt.

Hier habe ich auch zum ersten Mal in meinem Leben Uber getestet, die App runter geladen und mich angemeldet. Und das klappt ausgezeichnet.

Kaum in er App die gewünschte Strecke eingegeben, schon kommt Kevin und bringt uns mit den Einkäufen zurück zur Luna Mare. Kostet für die paar Meilen ein paar Dollar und geht völlig problemlos

Für 3 Tage nehmen wir uns in Ponce einen Mietwagen um weitere Einkäufe zu erledigen und die Insel etwas zu erkunden. Auf zum Flughafen mit Uber (mittlerweile die 3. Fahrt mit Kevin und seinem Chrysler 200). Mietwagen übernommen und los geht die Erkundungsfahrt.

Wir wollen die Ruta Panoramica entlang, aber verfahren uns heillos. Google Maps führt uns dann auf einspurigen engen Straßen (jedoch keine Einbahnstraßen) durch tropischen Regenwald zurück nach Ponce. Noch mal gut gegangen.

Dann noch nach San Juan, Wäsche waschen und zum Marine Chandler. Ist der Anker zu stark, ist der Wirbel zu schwach. Den hat es leicht verborgen und um auf Nummer sicher zu gehen haben wir einen neuen erstanden.

San Juan noch etwas erkundet. Ist mit seinen Kreuzfahrtschiffen schon sehr touristisch und hat die typischen Läden in der Nähe des Kreuzfahrthafens. Aber trotzdem sehenswert.

3 Tage mit dem Mietwagen waren dann auch schnell vorbei und mittlerweile haben wir bereits Anfang März. So geht es am 08.03.2013 weiter in die nächste Ankerbucht. Dort nur für eine Nacht, bevor es nach Boqueron weiter geht. Boqueron ist wieder etwas touristischer, mit zahlreichen Restaurants und lauter Musik entlang des Ufers.

Kleines Reumée, bevor wir Puerto Rico in ein paar Tagen Richtung Key West / Florida verlassen wollen. Abgesehen von Antigua mit Falmouth und English Harbour ist hier an den Ankerplätzen wenig los. Teilweise für uns alleine, gelegentlich mal der eine oder andere Ankerlieger.

Scheint so, dass wir nicht den üblichen Pfad genommen haben, den im Vorfeld hatte ich eher von überfüllten Ankerbuchten gelesen. Insofern haben wir kaum Fahrtensegler getroffen, aber bisher eine wundervolle Zeit in der Karibik verbracht.

So, morgen oder übermorgen noch nach Mayagüez zum Einkaufen und dann soll es laut unserem aktuellen Plan die gut 900 sm (rund 1.700 km) nonstop nach Key West / Florida gehen. Bin schon leicht aufgeregt im Vorblick auf die nächsten 9 Tage nonstop auf hoher See, vorbei an den Bahamas, der Dom-Rep und Kuba (wohin wir ja Ende April dann wollen).