Irgendwie schwierig in der aktuellen Zeit einen Segel-Blog zu schreiben. Über unsere kleinen Freuden oder Nöte, während überall die Räder mehr oder weniger still stehen und jeden Tag Menschen an Covid-19 versterben.

Es ist schon wieder mehr als 3 Wochen her, dass wir hier vor Hilo in der Radio Bay den Anker setzen konnten. Irgendwie schon ganz unwirklich, dass wir 66 Tage unterwegs waren. Wer meinen (fast) täglichen Blog verfolgt hat weiß, dass es nicht ganz problemlos lief. Vorsegel gerissen, das kleinere Ersatzsegel hat uns deutlich verlangsamt, Autopilot ausgefallen, das nächtliche Beidrehen hat uns ebenfalls verlangsamt.

So wurde aus der längsten Überfahrt auch die langsamste. Keine ideale Kombination. Und die vielen Probleme haben uns schon zu schaffen gemacht, insbesondere natürlich die täglich 10 Stunden am Ruder für mehr als 30 Tage. Und nicht erwähnt hatte ich, dass auch das zweite Vorsegel rund 300 sm vorm Ziel gerissen ist (dank stärkerem Wind konnten wir aber auch mit Großsegel und Sturmfock noch wenigsten 3 kn Fahrt machen) und der Motor Probleme bereitete.

Sprang plötzlich nicht mehr an. Konnte aber glücklicherweise herausfinden, dass ein Magnetventil, welches eigentlich für das Abstellen des Motors zuständig ist, ausgefallen ist. Das kann man aber mittels Hebel quasi ausschalten. Danach lief der Motor wieder. Musste dann nur per Hand direkt an einem am Motorblock angebrachten Hebel manuell abgestellt werden.

Mittlerweile habe ich auch die Ursache dafür gefunden. Kann man aber nicht reparieren, muss man neu bestellen.

Das gerissene Kabel setzt das Magnetventil außer Betrieb.

Aber nach alledem sind wir dann schon auch etwas froh und stolz, diese Marathondistanz geschafft zu haben. Und in der aktuellen Situation scheint das hier zumindest vorerst ein guter Platz zu sein. Zumindest was man so von anderen Seglern von anderen Orten, insbesondere Französisch Polynesien/Südsse, so hört. Und auch Panama ist wohl nicht mehr erstrebenswert. Kanalpassagen sind aktuell glaube ich gar nicht mehr möglich und Segler zumindest in der Gegend um den Panamakanal wohl nicht mehr sehr willkommen.

Erst vier Tage bevor wir Hawai’i erreichten, haben wir überhaupt erst von der Pandemie erfahren. Bei unserer Ankunft hier ist alles fast noch auf Normalbetrieb. Einklarieren kein Problem. Ich schließe heute früher, informiert uns der Grenzbeamte, kommt bitte morgen vorbei. Könnt aber bei Bedarf gerne schon mal für Einkäufe etc. an Land gehen.

Machen wir dann auch. Unterwegs beim Hafenmeister vorbei. Formular ausfüllen. Abschließend kann das aber erst gemacht werden, nachdem wir beim Grenzbeamten waren. Ok, weiter zu Walmart. Zeigt uns gleich mal wieder, wie weit die Entfernungen hier so sind. Aber es gibt zumindest auf einer Straßenseite auf fast der ganzen Strecke einen Fuß-/Radweg. So kommen wir dann auch nach gut einer Stunde bereits an.

Bei T-mobile Sim-Karten geholt. Geschäftstüchtige Leute hier. Eine Karte mit unbegrenztem Datenvolumen kostet USD 50 für einen Monat. Eine zweite für die Skipperin USD 15. Und für weitere USD 15 gibt es noch ein Smartphone dazu. So sind wir wieder online und haben für den Fall der Fälle ein Ersatz-Smartphone.

Erste Einkäufe bei Walmart. Endlich wieder frische Sachen. Das tut gut.

Am anderen Morgen dann zu Customs and Immigration. Alles völlig problemlos, dürfen jetzt bis 17. September hier bleiben. Gleichzeitig erhalten wir eine neue „sailing-permit“, die ein Jahr Gültigkeit hat.

Für die nächsten Tage haben wir uns einen Leihwagen gegönnt. Um die Insel etwas zu erkunden, aber insbesondere um Einkäufe zu tätigen und uns umzusehen, was es an Infrastruktur gibt hinsichtlich der notwendigen Arbeiten an Luna Mare.

Und hier noch ein paar Bilder von unterwegs.

Ein Teil unsere Wegproviants
Noch viele Seemeilen vor uns, aber ansonsten noch alles ok.
Eindrucksvoller Sonnenauf-
und -untergang
Der Versuch, möglichst bequem am Ruder zu sitzen.
Free falling mit unsafnter Landung (siehe Tag 46 https://7jahre7meere.de/von-panama-nach-hawaii-tag-46/).
Wlan auf hoher See?
Tierische Begleiter.
Unsere erste
Walsichtung
Schon ein langer Weg von Panama nach Hawai’i
Nach 65 Tagen: Skipper…
…und Skipperin