Islandgames 2017

Islandgames 2017

Gestern sind wir dann entlang der Ostküste Gotlands von Vändburg nach Herrvik gesegelt. Damit haben wir alle Marinas an der Ostküste, die einigermaßen von Segelyachten aufgesucht werden können, besucht. In Vändburg waren es 6 Gastlieger, hier sind es drei.

Frage mich, ob hier nicht mehr los ist, weil die Infrastruktur fehlt, oder ob die Infrastruktur fehlt, weil sich hier so oder so kaum einer her verirren würde. Anyway, die Marinas waren idyllisch, aber sehr abgelegen. Von Herrvik aus sind es 5 km bis zum nächsten Ort, auch nur von bescheidener Größe, aber mit Basis-Versorgungsmöglichkeit.

Heute wollten wir dann mit dem Bus (Fahrkarten kosten 180 SEK) nach Visby an der Westküste Gotlands fahren. Im Internet hieß es, dass man hier mit Bargeld ohnehin nicht weit kommt, also davon ausgegangen, dass wir nicht mehr als die 100 SEK, die wir hatten, benötigen werden, da die Kreditkarte reichen müsste. Pustekuchen. Fahrkarte nur gegen Cash (oder mit Smartphone App, oder anders irgendwie vorgekauft). Wollten den Bus schon wieder verlassen, als der Busfahrer meinte „Stop“, ich nehm Euch für 90 Kronen zum Kindertarif mit.

So sind wir doch nach Visby gekommen. Ein bisschen rumgelaufen und zufällig pünktlich zum Start des Frauen-Triathlon am Startplatz gewesen.

Wie ich jetzt weiß, finden hier seit gestern die „Islandgames 2017“ statt. Neben Triathlon nehmen TeilnehmerInnen von 23 Inseln (neben Veranstalter Gotland, Grönland, St. Helena, Falkland Inseln, Orkneys etc.) an diversen Wettkämpfen teil. Aktuell führt Jersey mit 5 Goldmedaillen (hiervon 4 aus 4 Triathlon-Wettbewerben) den Medaillenspiegel an. Guckst Du hier.

Der Bus zurück (zwischenzeitlich haben wir uns dafür ausreichend Kronen zugelegt) hat aber zwei Orte früher Endstation. So die oben erwähnten 5 km zu Fuß zur Marina. Durch die herrliche Landschaft hier jedoch ein Genuss.

Herrvik/Visby Impressionen.

Morgen verlassen wir das wunderschöne Schweden und steuern neuen Zielen entgegen.

Mittsommernachtssegeln

Mittsommernachtssegeln

Der ursprüngliche Plan war, von Simrishamn nach Hanö und von dort nach Karlskrona und so weiter zu segeln. Dann hätten wir am Ende aber vermutlich den ziemlich gleichen Weg zurück machen müssen.

Da ich aber von diesen nördlichen Lichtverhältnissen ja so fast kindisch begeistert bin, wollte ich sehen, was da draußen zu der Zeit passiert, zu der ich sonst immer im Bett liege.

So kam der Plan mit Gotland (160 sm = ca. 300 km = durch die Nacht segeln) . Zwei essentielle Vorteile: Ich kann sehen was da nachts so heimlich passiert und wir können doch noch zumindest zwei der Baltischen Staaten ansteuern.

Und es war toll. Zu Hause in D haben wir eine lange Dämmerung, aber die endet irgendwann, hier aber nicht. Ähnlich wie die Mitternachtssonne (logisch, sowieso) wandert die Dämmerung am Horizont entlang. Nach Sonnenuntergang war sie links von mir, und als meine Wache beendet war, war sie nach rechts von mir gewandert. Lacht nur, aber solche Naturphänomene begeistern mich halt mal.

Nach 40 Stunden haben wir die 160 sm gemeistert und sind in dem kleinen „neuen Fischerhafen“ von Vändgrund angekommen. Nicht sehr schnell war die Überfahrt, aber insgesamt sehr schön.

Da wir erst um 22 Uhr hier ankamen und dann noch bei einem Glas Wein die tolle Überfahrt „gefeiert“ haben, war aufstehen heute später angesagt. Am frühen Nachmittag dann ein Spaziergang in den knapp 4 km entfernten Ort Hamra.

Wundervolle Landschaft führte uns dorthin. Zur Stärkung haben wir uns dann in der lokalen Bäckerei nieder gelassen.

Wir waren schon auf dem Rückweg und hatten den Ort bereits verlassen, als wir von hinten Musik hörten und Leute auf der Straße gehen sahen. Wissend, dass heute und morgen Mittsommernachtsfeiern hier stattfinden, hatten wir das gleich korrekt eingeordnet.

Also umgedreht und geschaut was da vor sich geht. War dann eine Art Umzug mit Musikern vorne weg. Dem haben wir uns angeschlossen und dieser führte auf eine nahe Wiese, wo die Feierlichkeiten begannen.

Wir haben uns unauffällig unter das Volk gemischt. Was mir auffiel war, dass wir ein „Hallo“ zu hören bekamen, dachte die sagen hier „Hej“.

Und hier noch ein paar Bilder von dem „neuen Fischerhafen“. Die bisher kleinste Marina, in der wir jemals waren.

 

 

Simrishamn

Simrishamn

Vor zwei Tagen ging es weiter von Ystad nach Simrishamn. Kurzer aber wundervoller Törn. Ausreichend Wind für 5 bis 6 Knoten Fahrt (doch ein verkapptes Rennpferd unser „fat boy“  ;-)), bei schönem Wetter.

Wir hatten einen Hafentag einplant, Ort besichtigen, Kleinigkeiten am Boot. Zufällig jedoch bemerkt, dass die Ankerwinsch nicht funktioniert. Bis ich rausgefunden hatte, dass es am Schaltrelais liegt, welches ich dann auseinandergebaut, gereinigt (Kontaktflächen waren oxydiert) und dann ca. 10 mal eingebaut hatte, ohne das es funktioniert. Am Ende habe ich das Ganze aber doch irgendwie wieder zum Laufen gebracht und ein halber Tag war rum.

Also heute Ortsbesichtigung bei schönem Wetter und ansonsten ganz entspannt den Tag verbracht. Und

  • Notpinne rausgeholt und getestet (die benötigen wir, um die Aries-Windsteuerung anzuschließen)
  • Mit dem aktuellen Aries-Hersteller in NL kommuniziert, damit uns der diese im August einbaut (sieht so aus, als würden wir wieder Erwarten einen Abstecher ins Ijsselmeer machen)
  • Einen Wasserfilter, den ich entgegen der Fließrichtung eingebaut habe, richtig rum eingebaut (habe manchmal den Eindruck, wenn es zwei Möglichkeiten gibt, sind diese bei mir immer entweder falsch, oder falsch). Anyway.
  • Fäkalientankanzeige hat schon wieder nicht funktioniert, also repariert
  • und ja, entspannt.

Aber jetzt sitze ich bei einem kühlen Bier, während die Skipperin am Brot backen ist. Und dann gibt es leckeres Abendessen und morgen geht es weiter. Mal schauen, wohin der Wind uns treiben wird.

Simrishamn Impressionen:

 

 

500 miles

500 miles

Mittlerweile haben wir etwas mehr als 500 sm im Kielwasser der Luna Mare und wir verstehen uns mit jeder Meile besser und besser.

In Gedser hatten wir noch einen Tag verbracht, um den Wind vorbei ziehen zu lassen. Kleiner Spaziergang durch den Ort, Lebensmittel eingekauft und ansonsten entspannt und die Weiterfahrt geplant. Nächster Halt: Klintholm.

Ein angenehmer Segeltag dahin folgte, reichlich, aber nicht zu viel Wind konstant von schräg hinten bescherte uns eine angenehme Überfahrt. Beim Anlegen habe ich doch tatsächlich exakt die Mitte der Box getroffen. Dumm nur, dass ich nicht gleich sah, wie breit die ist. So konnte die Skipperin an keiner Seite die Leine ausbringen, da die Poller zu weit entfernt waren.

Der, zum Glück nur leichte, Wind trieb uns zur Seite, einer anderen Yacht entgegen. Die Dame dort hatte immens Angst, wir könnten deren Fender berühren und hielt uns mit all ihrer Kraft auf Abstand. Vom Boot auf Steuerbord kamen aber hilfreiche Hände, so waren wir schnell gut vertäut.

In Klintholm haben wir dann noch einen Hafentag eingelegt. Gibt ja immer was zu tun. Hauptprojekt war eine Wassertankanzeige. Wir haben einen Festtank und 2 Falttanks, jeder so 100l, an Bord. Mit dem Wassermacher wollen wir nur einen Tank füllen, nämlich den Festtank. Die anderen werden nur für längere Überfahrten als Sicherheitsreserve gefüllt, falls der Wassermacher ausfallen sollte.

Der Festtank hat aber keine Anzeige. Wäre aber ganz nützlich, um rechtzeitig neues Wasser mit dem Wassermacher zu produzieren. Wie so häufig, das was einfach erschien (ein paar Schrauben in die Befestigungsteile des Gebers einzuschrauben) wurde zur Herausforderung (da die sich „verkeilten“) und das als kompliziert erachtete (Kabel vom Tank zum Armaturenbrett) als relativ einfach.

Jetzt muss ich nur noch herausfinden, warum das Kontrolllämpchen dauernd leuchtet, obwohl alles ok zu sein scheint. Vermutlich habe ich dessen minus irgendwie verkehrt angeschlossen.

Gestern dann knapp 60 sm von Klintholm nach Ystad. Zeitig um 6 Uhr aufgestanden und nach einem abwechslungsreichen Törn gegen 19 Uhr in Ystad angekommen. Abwechslungsreich insbesondere hinsichtlich der Windverhältnisse. Anfangs angenehme 15 bis 20 kn von schräg hinten, hatten wir dann immer mal weniger und mal mehr Wind.

„Höhepunkt“ waren zwei Regenböenwalzen mit > 30 kn Wind. Beim zweiten inkl. kleiner Hagelkörner. Also schnell reffen, ging beim zweiten Mal ruckzuck im Gegensatz zur etwas mühevolleren ersten Böenwalze. Was war der Unterschied: Bei der zweiten Walze habe ich die Fragen der Skipperin „Reffen?“, „gleich ins zweite Reff?“ einfach mit „Ja“ beantwortet, wo hingegen ich bei der ersten Walze so doofe Gegenfragen hatte wie „Reffen, meinst du wirklich“, oder „Reicht das erste Reff nicht“.

Ergo: Die Skipperin hats halt drauf!

Dann Flaute rund 8 sm vor Ystad. Hatte dem Wind 15 min. die Chance gegeben wieder zu kommen, hat er aber nicht genutzt. Also Motor an und kurz vor der Hafeneinfahrt gab es wieder 15 bis 20 kn. Anlegen hat aber trotzdem ziemlich gut geklappt.

Heute noch ein paar Arbeiten, unter anderem fiel der Deckstrahler aus seinem Gehäuse und hing an den beiden Stromkabeln. Durfte damit wieder den Mast hochklettern. Da ich dann schon mal im Mast war bin ich ganz hoch, die Aussicht genießen und nachschauen, ob da oben alles ok ist.

Dann gab es einen Spaziergang durch Ystad. Vor ziemlich genau drei Jahren waren wir mit einem Charterschiff bereits hier. In der Kneipe (siehe Bilder) hatten wir damals ein Fußball-WM-Spiel (Deutschland – Ghana 2:2) geschaut. Als Reminiszenz an alte Zeiten, sind wir dort auf ein Bier eingekehrt.

Ystad Impressionen:

In dem Haus (Bild gleich nach den Kneipenbildern) hat übrigens mal der Wallander gewohnt, auch „Bulle von Ystad“ genannt ;-).

Open ship

Open ship

Der Sturm wurde dann doch kein richtiger, aber reichlich Wind gab es. Fühlte sich in der Marina vermutlich nicht so wild an, wie es draußen war.

Das brachte uns aber ein paar erholsame Tage in dieser. Einkaufen, Warnemünde ein wenig besichtigt, kleinere Sachen am Boot und ansonsten ganz gemütlich.

Zwischendrin ein netter Abend mit einem Seglerpaar, welches sich auch überlegt, eventuell auf Langfahrt zu gehen. Herrlich, eigene Pläne mit den Lebensplänen anderer zu teilen. Bei der Faszination Langfahrt sind solche Abende sehr kurzweilig.

Und am Wochenende hatten wir noch ganz tollen Besuch. Silja und Albert, ganz großartige Freunde, haben 700 km einfache Wegstrecke auf sich genommen, um uns zur Langfahrt zu verabschieden. Waren wundervolle Tage.

Während dieser Tage stand auch ein Yacht-Seminar in Warnemünde an. Unter dem Titel „Bluewater“ hatte die Zeitschrift Yacht das mittlerweile zweite Seminar für angehende Langfahrtsegler veranstaltet. Dabei wollten die auch den Teilnehmern die Besichtigung von Langfahrtschiffen mit deren Langfahrtseglern ermöglichen. Über unseren Segelverein Trans Ocean waren wir auch dabei.

Wir hatten einige Interessierte, denen wir unsere Luna Mare zeigen konnten. Im Gegenzug durften wir auch die Vorträge besuchen. Anfangs war ich skeptisch, ob mich das weiter bringt, aber am Ende war ich von den besuchten Vorträgen, aber insbesondere von ein paar tollen Kontakten überzeugt.

Angefangen mit Mareike Guhr, die den ersten Vortrag hielt. Aus ihrem reichhaltigen Fundes aus ihrer Weltumsegelung: Südsee! Das ist ja ohnehin das Traumziel. Wunderbarer Vortrag einer wunderbaren Person. Sehr nahbar und sympathisch. Konnte mir dann im persönlichen Gespräch später gleich ein paar Tipps für die Ansteuerung von Südseeatollen abholen. Sie schreibt gerade an einem Buch über ihre Weltumsegelung und plant Vorträge. Wer sich von ihr und ihrer Reise verzaubern lassen will, guckt hier.

Und wie es der Zufall so will, war sie auf dem Abschlussbild von den Trans-Ocean-Open-ship-Teilnehmern direkt hinter Marion und mir 🙂

Foto proudly klaut von Uwe Claes.

Zwischendurch wurden wir gefragt, ob wir für eine Sextanten-Vorführung einen zur Verfügung stellen könnten, da die Veranstalter vergessen hatten, ihre einzupacken. Niemand geringerer als Leon Schulz hat diesen für seine Praxis-Übung benötigt. Hat selbst den gleichen sich zugelegt und dadurch natürlich unserem quasi den Ritterschlag verpasst. Im Gegensatz zu Kolumbus werden wir Indien finden.

Leon, ein Langfahrer, hat ein wundervolles Buch über seine Reise geschrieben, „Sabbatical auf See“, sehr empfehlenswert. Und wer ein richtiger Skipper werden möchte, ist bei ihm gut aufgehoben. Als Segellehrer bei der „Royal Yachting Association“ gibt es bei ihm die Kurse für den anspruchsvollen Segler. Man braucht aber Geduld, da schon über lange Zeit ausgebucht. Guckst Du hier.

Wetter für Langfahrt ist essentiell und wer da zuverlässig versorgt sein will, kennt Dr. Meeno Schrader. Hatte mir schon seine Software und ein weltweites 3-Jahres-Abo besorgt. Dachte unwissend erst, viel Geld für ein paar Grib-Files. Aber es ist doch viel mehr. Neben der absolut wichtigen Zuverlässigkeit der Vorhersagen, gibt es Info zu Böen, Wellenhöhe und Strömung. Eine Funktion, die ich noch nicht kannte, die er mir aber zeigte, ist der Hammer. Du gibst Deinen Törn mit der Maus auf der Karte ein und erhältst für die Wegstrecke Informationen zum Wind, Windeinfallswinkel, Strömung und alles was du Wissen musst, damit Du nicht überrascht wirst. Das Ganze weltweit. Hat auch Mareike (siehe oben) bei ihrer Weltumsegelung vor Schwerwettergebieten gewarnt. Guckst Du hier.

Am Montag ging die Langfahrt dann weiter, von Warnemünde nach Gedser. Unsere erste Marina in Rahmen „7 Jahre 7 Meere“ außerhalb von Deutschland. Etwas windig, aber wir kamen dadurch gut voran. Etwas enge Anfahrt nach Gedser mit viel Untiefen links und rechts. Dachte zwischendurch schon, ob das passt. Ging aber gut und wir kamen in die Marina Gedser. Trotz 32 kn Seitenwind hat sogar das Anlegen geklappt. Zum stehen kamen wir zwar erst zwei Boxen weiter als geplant und auch nur durch die Hilfe eines Segelkameraden. Aber nach ein wenig verholen (einfach googeln) hat es gepasst.

Wichtig war natürlich auch bei > 30 kn Wind die Gastlandflagge zu hissen. Hat die Skipperin toll geschafft.

 

 

 

Arbeiten und Segeln

Arbeiten und Segeln

Etliche Arbeiten und etwas Segeln stand die letzten 9 Tage auf der Tagesordnung. Nachdem uns am Samstag unsere lieben Gäste verlassen haben, begannen wir am Sonntag an unserer Open-items-Liste zu arbeiten.

Erster Punkt war der Wassermacher, da die fehlenden Teile jetzt da waren. Dachte, am Montag wird alles fertig sein, dauerte aber dann bis Mittwoch.

Schwerpunkt war zum Schluss die Installation des Panels und der daran befindlichen Anschlüsse und sicherstellen, das der Salzwasserauslauf dicht ist (denn da kam kürzlich auch reichlich Wasser rein, da ich vergesse hatte einen Schlauch anzubringen).

Als wir dann am Samstag die Marina verlassen haben, der erste Test. Es hat geklappt! Wir haben erst mal beim ersten Test die Membranen gespült, um die dort befindliche Konservierungslösung zu entfernen und heute die ersten rund 30 Liter für den Trinkwassertank produziert.

Und es wäre nicht ich, hätte ich da nicht doch noch was versemmelt. Am Stromverteiler war an der Stelle, an der der Minusanschluss drankommt, bereits ein Kabel angebracht, welches ich als das für den Wassermacher hielt. Also Plus angeschlossen, nichts ging. Kabelbruch? Hat ich noch nie. Also Kabelschuh abgezwickt um das Kabel rauszukriegen, rausgezogen und festgestellt, minus war gar nicht angeschlossen.

Mist. Das angeklemmte Kabel ist von einem Ladegerät und zu Recht an dieser Stelle. Da ich keine passenden Kabelschuhe mehr habe, für Test und erste Produktion mit einem anderen Kabel „überbrückt“, bis ich dann das Teil wieder korrekt anschließen kann.

Das andere Projekt für letzte Woche war, zu verhindern, dass nochmal Wasser vom Ankerkasten ins Boot gelangen kann. Also auch dann nicht, falls der Auslass am Boden des Ankerkettenkastens mal wieder verstopft sein sollte. Hierfür wollte ich einen Wasserauslass über der Wasserlinie einbauen. Hatte ich bei einem Streifzug durch die Marina bei etlichen anderen Booten gesehen.

Bei meinem glücklichen Händchen für solche Sachen hatte ich natürlich einen Metallträger angebohrt. Nachdem ich auch noch den 22-er Metallbohrer in der Ostsee versenkt habe, wurde das Ganze etwas aufwändiger. Aber am Ende war das Loch drin und der Borddurchlass, auf den wir bis Freitag warten mussten, eingebaut. Jetzt sollte von dort kein Wasser mehr ins Gästezimmer kommen.

Damit und anderen Kleinigkeiten war die Woche schnell vorbei. So konnten wir am Samstag wieder mit dem Segelteil unserer Weltreise weitermachen. Zuerst von Travemünde nach Boltenhagen, sehr mondäne Marina, da sieht die Luna Mare etwas fehl am Platz aus. Macht aber nichts.

Sonntag dann nach Kühlungsborn, wo wir ja schon ein paar Tage verbracht haben und gestern nach Warnemünde, wo wir neben der Marina eine schöne ruhige Ankernacht verbracht haben.

Heute dann in die sichere Marina, auf den Sturm warten. Vermutlich kein ganzer Sturm, aber mit Böen von > 40 kn, die für die nächsten beiden Tage erwartet werden, schon nahe dran. Da ist es schon angenehmer, in einer sicheren Marina zu sein.

Hier ein paar Impressionen:

 

 

 

Ostseerunde

Ostseerunde

Vorgestern haben wir unsere Ostseerunde beendet. Eine ziemlich kleine und eher ein Dreieck als ein Kreis. Die kurze Linie im rechten Eck war übrigens der Ausflug zu unserem Ankerabenteuer.

Am selben Abend hatten wir dann wundervollen Besuch. Schwägerin und Schwager, Regina und Uwe, waren auf Kurzbesuch hier. Wir hatten noch ein paar Sachen bei denen, deren Transport hierher sie freundlicherweise übernommen hatten. Und, ganz wichtig, die fehlenden Teile vom Wassermacher. Die kamen aus Trinidad und trafen bei denen zwei Stunden bevor sie zu uns aufbrachen an. Das ist tolles Timing.

Nachdem sie gestern wieder die Heimreise antraten, haben wir uns das DFB-Pokalfinale angeschaut. Da hat sich der BVB-Fan in unserer Familie zu Hause sehr über das Ergebnis gefreut.

Die Schiffe die man da im Hintergrund sieht, machen beim Einlaufen übrigens direkt vor unserer Veranda einen Dreher, um dann mit Rückwärtsfahrt anzudocken. Da sind die trotz ihrer Größe etwas beweglicher als unser „fat boy“.

Dank Regina und Uwe konnte ich heute mit der Installation des Wassermachers weiter machen. Der Wasserzulauf bis zur Hochdruckpumpe ist jetzt fertig, die Leitungen von dieser zu den Membranen und von dort zum Panel (Stichwort durchbohrter Wasserschlauch) sind schon fertig. Jetzt noch das Panel einbauen und anschließen und die Anlage ist fertig installiert.

Sofern alles nach Plan läuft und am Ende funktioniert, können wir damit beginnen, das Wasser der 7 Meere in Trinkwasser zu verwandeln. Das sollte für die nächsten Jahre reichen ;-).

Ankernächte

Ankernächte

Vorgestern haben wir die Marina Kühlungsborn verlassen. Der Wetterbericht sagte wenig bis keinen Wind für diese Gegend voraus, und da ist unser „fat boy“ nur schwer zu motivieren. Also mal Ankern vor einem schönen Strand üben. Ok, sieht noch nicht nach Südsee aus, aber eins nach dem anderen.

Für das abendliche Grillen stand Fisch auf dem Speiseplan. Noch ein paar Vorbereitungen und dann optimistisch in die Fischer Karriere starten.

Ich natürlich auch. Aber obwohl kein Fisch in der Nähe war, sind an der Angelrute erst mal die Nieten an dem Spulenhalter mittig gebrochen. Gleich mal repariert und dann auch in die sicherlich hoffnungsvolle Anglerkarriere gestartet.

Dorsch soll es hier geben. Also haben wir uns darüber informiert, wie man den fängt. Also richtigen Köder dran, diesen kurz über Grund gehalten (der ist ja in der Ostsee im allgemeinen nicht weit entfernt).

Und. Nichts, nothing, niente. So blieb der Grill leer:

Na ja, nicht wirklich. Wir waren gut vorbereitet und hatten für „in the most unlikely case of“ noch etwas pulled pork zum fertiggrillen dabei. War auch lecker, und wer mag schon Fisch ;-).

Nicht so gut vorbereitet waren wir für die zweite Nacht. Es wurde etwas mehr Wind angesagt, so um die 20 kn, aber unser Anker hielt. Wird wohl etwas schaukeln, aber müde aufstehen sind wir ja vom Berufsleben her gewohnt.

Aber um Mitternacht herum, auf dem Weg zum Bad, fühlt sich in der Pantry der Boden feucht an. Bodenklappe hoch, dort steht Salzwasser bis fast zu dieser. Nicht gut.

Das haben wir dann erst mal abgepumpt und versucht die Ursache rauszufinden. Sowas passiert ja nicht bei ruhigem Wetter und Sonnenschein, sondern bei Wind mitten in der Nacht.

Klar, bei einer Stahlyacht (ohne Unfall) gibt es nicht viele Möglichkeiten, wo Seewasser reinkommen kann. Schnell gecheckt und es muss wohl aus dem Ankerkasten kommen, wie auch sonst. Die Pumpe hat das ständig nachkommende Wasser problemlos dahin gebracht, wo es hingehört. Ihr könnt Euch aber vorstellen, es war eine eher schlaflose Nacht.

Also heute morgen in die Marina Kühlungsborn verholt und nach einem kurzen Nickerchen den Tag mit austrocknen und aufräumen verbracht (meine Aufgabe waren die Fotos ;-).

Und dann war klar. Überbordkommendes Wasser (da gab es Wetterbedingt/Ankerbedingt reichlich von) fand den Weg in den Ankerkasten, aber nicht mehr raus, da der Ausgang von Schmutz etc. verstopft war. Hier sieht man noch einen Teil der Suppe (den Rest, der fast bis zum Deckel stand hatte ich da schon abgeschöpft) in der der Anker war (vorher/nachher).

Und das ist wohl der Grund, warum es sich Ostseewasser in unserem Gästezimmer bequem gemacht und von dort aus Ausflüge in die Bilge gemacht hat (@ Regina und Uwe: Gästezimmer ist bis Freitag wieder für nicht Aquarianer bewohnbar).

Pech? Nö, Pech ist das nicht, eher schon mäßige Seemannschaft. Man muss alles im Detail checken. Es ist schon etwas anders als bei einem Wohnhaus. Da hält man die Sachen auch in Schuss, aber man muss nicht alles immer und immer wieder überprüfen. Beim Segeln kann das entscheidend sein.

Anyway, morgen restliche Aufräumarbeiten und dann den Feiertag mit Nichtstun genießen.

 

 

 

Die ersten drei Tage

Die ersten drei Tage

Die ersten drei Tage unserer Langfahrt liegen hinter uns.

Vor zwei Tagen ging es von Travemünde nach Großenbrode (28 sm). Mit moderatem Wind und rund 5 kn Fahrt gestartet, war es angenehmes vor dem Wind segeln. Auf halber Strecke lies der Wind nach. Um das Schlagen des Vorsegels zu vermeiden, habe ich das erste Mal den Spinnakerbaum eingesetzt. Mangels Erfahrung war der Umgang damit noch etwas schwerfällig. Hat dann aber nicht viel genutzt, da der Wind kurz darauf gänzlich eingeschlafen ist. Also Motor an für die Reststrecke.

Den ersten Tag haben wir dann mit einem Grillabend beendet. Das ganze ist weiterhin so aufregend, dass es uns immer schwer fällt, uns in die Kojen zu begeben. Zu schön ist es über das bisher gewesene, den aktuellen Tag und die Zukunft zu plaudern. War aber nicht schlimm, den wir hatten einen Hafentag eingeplant, um etwas am Boot zu arbeiten. Die to-do-Liste mit seinen 10 Positionen im Sinn hat das Aufstehen dann auch nicht leichter gemacht. Waren aber überschaubare Sachen, die wir bis auf einen Punkt erledigen konnten.

Heute dann 29 sm von Grossenbrode nach Kühlungsborn. Ähnlich zu gestern, zu Beginn moderater Rückenwind, der uns in der Spitze 6 kn Fahrt bescherte. Dann lies der Wind zunehmend nach und die letzten 10 sm wieder unter Motor.

Schöne Tage, Wetter war insgesamt ok und wir konnten uns zunehmend mit unserer Luna Mare vertraut machen. Berücksichtigend, dass wir mit ihr bisher nur 15 Reisetage hatten, stehen wir da ja noch ziemlich am Anfang. Aber wir werden von Tag zu Tag vertrauter im Umgang mit ihr.

Und hier der heutige Sonnenuntergang:

Let’s start sailing

Let’s start sailing

Nachdem gestern von der Marina Baltica der Wassereinlass für den Wassermacher eingebaut wurde, konnten wir heute zurück ins Wasser.

Zu Beginn hat die Wasserhöhe noch nicht ganz gereicht, so mussten wir noch etwas im ansteigenden Wasser warten, aber jetzt ist die Luna Mare wieder dort, wo sie hin gehört.

Dann Segel anschlagen und noch ein paar Kleinigkeiten, jetzt sind wir startklar für den ALLERERSTEN Segeltag in unser neues Leben. Hoffen wir, das noch viele viele mehr folgen werden auf unserem Weg um den Globus.

Aber bevor wir morgen den seglerischen Teil unserer Langfahrt beginnen, noch ein kleiner symbolischer Akt. Die Aktentasche, die mich die letzten rund 20 Jahre täglich an meinen Arbeitsplatz begleitet hat, wird seiner finalen Bestimmung zugeführt: