Der Wasserkreislauf schließt sich

Der Wasserkreislauf schließt sich

Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass wir Wasser im Boot haben, also an Stellen, wo es nicht sein sollte?

Angefangen hat das ja beim allerersten Törn im September letzten Jahres. Der Frischwasserkreislauf war undicht, die Spülbecken waren das Problem. Dann der 110l Frischwassertank im Bug undicht. Später haben wir das Portfolio noch um Salzwasser aus der Ostsee reichlich ergänzt (über Ankerkasten, undichten Fenstern…). Sollte jetzt hoffentlich alles dicht sein.

Jetzt schließt sich der Kreis. Der Frischwasserkreislauf ist wieder undicht! Den Grund für das Übel haben wir schnell lokalisiert:

Feine Haarrisse in der Naht des Druckausgleichstanks. Nur ein paar Tropfen, aber über einen Tag kommt dann doch eine kleine Pfütze zusammen.

Im Rahmen meiner nun schon monatelangen Dichtstoffforschung bin ich auf Capt. Tolley’s „Creeping Crack Cure“ gestoßen:

Na gut, das Leck musste ich schon selber finden, aber mal schauen, ob der Captain dicht hält.

Falls nicht, heißt es mal wieder die richtige Entscheidung treffen. Einen neuen Druckwasserbehälter kaufen, oder eine elektronische Pumpe, die ca. € 200 teurer ist als so ein Druckwasserbehälter, aber diesen nicht mehr benötigt. Aber eine noch funktionierende Pumpe auszutauschen ist auch irgendwie blöd. Anyway, morgen werden wir einen Bootszubehörhandel aufsuchen. Dann schauen wir mal.

Und wer wissen will, wie es Emma geht: besser. Lean hat sich nun doch gemeldet und versprochen, Emma an ihren Lieblingsplatz am Heck anzubringen (die benötigten Teile wären schon bei ihm in der Werkstatt). Er läge momentan vor Vlieland und müsse noch Nordwestwind abwarten (der uns für die Weiterfahrt auch gut tun würde) um hierher zu kommen. Wird nicht vor Dienstag sein. Aber sobald Emma an ihrem Platz ist, wird sich der Frust in wahre Freude verwandeln.

Emma muss warten

Emma muss warten

Darf ich vorstellen, das ist Emma, unsere Windsteueranlage:

Auf dem Bild sieht man den letzten Arbeitsplatz der Emma am Heck der B.OLD.

Emma sorgt dafür, dass wir ohne uns am Ruder aufhalten zu müssen, das Ziel erreichen. Diese Teile gibt es seit einigen Jahrzehnten und sie haben sich sehr bewährt. Soll es unter dem Titel „autonomes Fahren“ ja auch bald für Autos geben ;-).

Also habe ich vor 2 Monaten mal bei dem aktuellen Hersteller mit Sitz Amsterdam nachgefragt, ob er uns Emma an die Luna Mare montieren könnte. Geht eventuell auch selbst zu machen, wir benötigen aber zwei Befestigungsrohre. Und weil es halt gut werden soll.

Antwort: Kein Problem, ich gebe die Rohre schon mal in Auftrag, dann sind sie fertig sobald ihr hier seit.

Danach Funkstille. Ok, anscheinend schwer beschäftigt. Amsterdam liegt ja ohnehin halbwegs auf der Barfußroute, also den Zwischenstopp hier eingelegt. Dort angerufen. Kein Erfolg. Dann mal die Firmenadresse aufgesucht. Eine echte Garagenfirma, wobei diese es bereits zu einer Doppelgarage geschafft hat. Vom Unternehmer keine Spur.

Recherchen auf der Internetseite und ein Anruf bei einem Vertriebspartner ergeben: Lean Nellis, Geschäftsführer der Firma Aries Vane Gear, überführt ein Boot über die Biskaya nach Coruna. Schön für ihn, aber eine kurze Nachricht „sorry, habe besseres zu tun, guckt wer euch hilft“ hätte ja gereicht. Jetzt sind wir hier und haben keine Ahnung, ob er in 2 Tagen, 2 Wochen oder 2 Monaten wieder zurück ist. Erreichbar ist er weder per e-mail noch telefonisch.

Emma möchte so gerne wieder ihren Heckplatz einnehmen. Jetzt finden wir über die Partnerfirma hoffentlich heraus, wo Lean die Rohre fertigen lässt. Vielleicht können wir dort direkt welche selber kaufen und dann das gute Stück halt doch selbst montieren.

Anyway, auch dieses Problem werden wir lösen und vielleicht ergeben sich morgen beim Bummel durch Amsterdam neue Ideen.

Amsterdam

Amsterdam

Die letzte Überprüfung der Wetterdaten zeigt auf, dass wir Montag früh so um 3 Uhr am Besten starten sollten. Es liegen rund 220 sm vor uns. Die ersten 110 sm soll es nach Westen gehen, da hilft uns der vorausgesagte Südost bis Ostwind doch sehr. Dann 30 sm Südwest. Der Wind dreht bis dahin über Süd nach West. Diese Strecke müssten wir dann unter Motor machen, bevor wir die restlichen 80 sm nach Amsterdam über Ijmuiden zumindest bis zur „Einfahrt“ nach Amsterdam wieder segeln könnten. Ankunft geplant in Ijmuiden 8 Uhr am Mittwoch in der Frühe.

Also heißt es nach ein paar Stunden Schlaf: Aufstehen und Leinen los. Mal wieder auf ins unbekannte. Im Dunkeln raus auf die Elbe und hinaus auf die Nordsee. Die ersten paar Meilen unter Motor und dann mehr als 24 Stunden schönstes Seglen mit Wind von der Seite, oder von hinten.

Mittlerweile ist die Segelnacht rum und ich übernehme die Morgenwache um 6 Uhr. Da wir bei dem schönen Wind schneller vorankamen, als meine theoretischen Berechnungen vorsahen, ist die neue Ankunftszeit in Ijmuiden zwischen Mitternacht und 2 Uhr Mittwoch früh. Mitten in der Nacht durch eine Schleuse in den Nordzeekanal und dann 10 sm  weiter nach Amsterdam, ohne Idee wie die Beleuchtung der Stadt sich auf die Orientierung auf dem Wasser auswirkt, war mir nicht geheuer. Und stundenlang vor Ijmuiden warten hatte auch nichts prickelndes.

Da wir auf Höhe Terschelling sind, kommt die Ijsselmeer Variante wieder ins Spiel. Als die Skipperin nach 3 Stunden Freiwache verschlafen aus der Koje kriecht, Plan abgestimmt und ja, links ins Ijsselmeer abbiegen. Spannende Fahrt durchs Watt auf teilweise engen Wasserwegen, aber das hatten wir ja vor Barhöft bereits geübt.

Kurz nach Harlingen dann die Schleuse ins Ijsselmeer. Haben wir ja auch schon etwas Übung darin, nach den zwei Schleusen des NOK ;-). Hier durften wir dazu lernen, wie viele Boote in so eine Schleusenkammer passen.

Da soll es hier in der Gegend aber noch vollere geben.

Da der Wind nicht wie vorhergesagt aus westlicher, sondern aus südlicher Richtung kam, bis in den Buyshaven in Enkhuizen unter Motor. Da haben wir uns dann nach knapp 40 Stunden doch sehr auf die Koje gefreut.

Dann am heutigen Mittwoch früh wieder zeitig um 7 Uhr aufstehen, wir wollen weiter zur Marina Sixhaven in Amsterdam. Auf dem Weg dahin zwei Schleusen, eine vom Ijsselmeer ins Markermeer, die zweite dann nach einer Brückenöffnung hinein nach Amsterdam. Die Skipperin steuert uns Richtung Marina Sixhaven.

Kurz dort angerufen. Der Hafenmeister meint, ja kommt rein, finde schon einen Platz für Euch (@ Rosita und Bernhard: wir waren um 15 Uhr hier). Am Eingang staut es sich ein wenig und als wir drinnen waren, oh Schreck, wie eng ist das den hier. Da noch ein dickerer Pott raus wollte, war ich zu waghalsigen Hafenmanövern auf (zumindest subjektiv) engstem Raum gezwungen. Da haben einige richtig Angst um ihr Boot bekommen.

Wie soll ich hier wieder rauskommen? Habe schon vorgeschlagen bis zum Winter zu warten, dann sind alle Boote draußen und ich habe den Platz, den ich für solche Hafenmanöver noch benötige.

Da ich das nicht schöner beschreiben könnte, alles weitere von der SY Columbia, die vor drei Tagen hier waren. Guckst du hier. Auf Szenenapplaus hoffe ich nicht, wäre schon froh, falls mich keiner verfluchen würde.

Was machen wir eigentlich hier. Rund 20 km von der Küste entfernt liegt Amsterdam ja nicht direkt auf dem Weg in die Karibik. Emma lautet der Grund für den Abstecher nach Amsterdam. Emma, wie von der Skipperin liebevoll unsere Windsteuerung genannt wird, möchte am Heck gerne ihren Platz einnehmen. Mit dem aktuellen Hersteller haben wir den Anbau hier vereinbart, inkl. fehlender Teile die er beistellen kann.

Aber, es kommt halt oft anders als man denkt. Da man aber eine Nacht darüber schlafen soll, falls man sich über etwas ärgert, morgen dazu mehr.

 

 

Nord-Ostsee-Kanal

Nord-Ostsee-Kanal

Es ist Dienstag der 8. August 2017. Die lange Reise soll jetzt starten. Hierzu müssen wir die Ostsee, an der die Luna Mare einschließlich Ausbauarbeiten an Land nunmehr 20 Monate lag, verlassen.

Das geht am einfachsten über den Nord-Ostsee-Kanal. Wobei einfach immer relativ ist, wenn man etwas zum ersten Mal macht.

Tipp von SY Columbia war, die Marina Kiel Stickenhörn als „Vorhafen“ zur Schleuse in den Nord-Ostsee-Kanal anzulaufen. Gesagt, getan, Leinen los. Bei mäßigem, aber ausreichendem Rückenwind (auf den wir zwei Tage gewartet haben, davor war der Wind gegen uns) nähern wir uns zügig Kiel, so dass wir dort am späten Nachmittag festmachen können.

Die Aufregung steigt. Nach einer relativ kurzen Nacht um 7 Uhr raus aus den Federn und auf den Weg Richtung Schleuse. 2 Boote warteten dort bereits und während der nächsten rund 30 Minuten kamen noch einige hinzu. Wir hörten ja Schreckensnachrichten, Wartezeiten von 3 bis 4 Stunden. Lag daran, dass bis Mitte Juli eine Schleuse geschlossen war. Jetzt aber wieder offen ging es tatsächlich los, mit einer reinen „Sportbootschleusung“, also ohne große Pötte.

Rein in die Schleuse und längsseits anlegen ging ziemlich problemlos. Die Fender hingen etwas zu hoch, so dass wir den Steg berührten, war aber schnell in Ordnung gebracht. Und bis man versuchte rauszufinden, ob es jetzt tatsächlich hoch, oder runter ging, wurde das Schleusentor für die Ausfahrt geöffnet. Also ziemlich unspektakulär.

Danach eine gemütliche Fahrt durch den insgesamt knapp 100km langen Kanal. Nach 80 km haben wir an Pfählen für die Nacht festgemacht und zusammen mit einer Entenfamilie einen gemütlichen Grillabend verbracht.

Etwas spektakulärer war die Schleuse am anderen Ende in Brunsbüttel. Die hatte schon einiges mehr an Höhe auszugleichen. Außerdem lag in der engen Schleusenkammer noch ein dicker Pott neben uns. Aber auch hier alles gut gegangen.

Da mir die Seekarte im Plotter den jeweiligen Gezeitenstand angezeigt hat, ging ich davon aus, dass wir am besten bei Niedrigwasser in Cuxhaven ankommen sollten, da wir ja von Brunsbüttel kommen Richtung Nordsee auf der Elbe unterwegs sein werden. Ankunftszeit sollte also 10 Uhr sein. Entsprechend sind wir um 5 Uhr aufgestanden und da die vorgenannte Schleusung ruck zuck geklappt hat, kamen wir um 9:45 hier an. Mit der Strömung machten wir sagenhafte 8 bis 9 kn Fahrt über Grund.

Später erfuhr ich, dass Ebbe und Flut und Strömung voneinander abweichen können. Sogenanntes „nachlaufendes Wasser“. Aber hat ja toll gepasst.

Jetzt liegen wir in Cuxhaven und staunen erstmal über die Höhe der Tide (hier mit 3,5 m noch überschaubar gegenüber Bereich Englischer Kanal, wo der Höhenunterschied schon mal 5 bis 6 m sein kann.

Jetzt heißt es wieder Weiterfahrt planen. Wir wollen ja nach Amsterdam, da dort unsere Windsteuerung angebaut werden soll. Hierzu haben wir im Prinzip drei Optionen:

  • Nach Borkum und von dort über die sog. „Staande Masten Route“ und das Ijsselmeer
  • Nach Terschelling und von dort ins Ijsselmeer
  • „Außen herum“, an den Ostfriesischen Inseln entlang nach Westen, dann nach Süden abbiegen bis zur Einfahrt nach Amsterdam.

Da ist noch einiges zu planen. Aktuell gehen wir davon aus, dass wir heute nacht (Sonntag, 13.08.2017 auf Montag) aufbrechen und dann schauen, ob wir direkt bis Amsterdam kommen (Ankunft wäre dann Mittwoch), oder eben vor Borkum oder Terschelling festmachen.

 

 

Tauchgang

Tauchgang

Gut, kein wirklich angesagter Tauchspot für den ersten Tauchgang hier, aber es geht mal wieder nicht ums Vergnügen, sondern um harte (ja ja) Arbeit.

Gefühlte Millionen von Seepocken haben sich den Rumpf der Luna Mare als zu Hause gewählt und wollten als blinde Passagiere mit auf die Reise gehen. Aber sorry, ihr müsst hier bleiben.

Das führt zum ersten Einsatz des Freediver. Und der erscheint gleich beim ersten Einsatz als sinnvolle Investition. Mit Schnorchel und einfach Luft anhalten hätte ich den Rumpf nie sauber bekommen.

War so anstrengend genug, irgendwie treibt der Bierbauch immer noch oben ;-). Aber mit einem sogenannten „Saugheber“ konnte ich Halt gewinnen. Hat dann doch rund 1,5 Stunden gedauert, bis alles soweit Pockenrein war.

Jetzt steht der Weiterfahrt morgen früh nach Kiel nichts mehr entgegen. Ob dank des gereinigten Rumpfs sich unser „fat boy“ zu neuen Geschwindigkeitsrekorden hinreißen lässt?

P.S.: Die Bilder mit der am Kopf montierten Unterwasserkamera sind leider nichts geworden. Spannendere Aufnahmen gibt es wahrscheinlich ohnehin erst ab der Karibik.

Alles dicht, oder was?

Alles dicht, oder was?

Unsere Enkel haben wir nach der einen Woche wieder nach Hause gebracht und auf der Hochzeitsfeier unseres Sohnes teilgenommen. Sehr schöne Feier, tolle Stimmung bis spät in die Nacht.

Vor der Fahrt zur Hochzeit haben wir wieder in der Yachtwerft Heiligenhafen angelegt. Dort wurden letztes Jahr das Rigg gestellt und der Motor eingebaut. Der dortige ausgesprochen freundliche und stets hilfsbereite Hafenmeister, Axel Schmidt, hat es uns ermöglicht, längsseits an einem Steg zu liegen.

Dadurch konnten wir die Fenster abdichten. Der Werftchef meint, sofern wir den richtigen Klebe-/Dichtstoff verwenden, reicht es aus, den Rand rundherum abzudichten. Dann sollte da kein Wasser mehr reinkommen. Das ist natürlich weniger Aufwand als die Fenster auszubauen und neu zu verkleben. Den Wasserschlauchtest haben die Fenster an einer Seite bereits bestanden. Die anderen (gestern abgedichteten) werden noch getestet. Sofern das also passt, steht der Weiterfahrt nichts mehr im Wege.

Damit endet auch unser Aufenthalt in der Yachtwerft Heiligenhafen. Ein insgesamt sehr positiver Aufenthalt dort. Wir erhielten die Möglichkeit, viele Arbeiten am Boot selbst zu erledigen, bei Bedarf auch hierfür notwendige Tipps. Und die in Auftrag gegebenen Arbeiten wurden, so weit ich das bisher beurteilen kann, hervorragend ausgeführt. Wie das preislich zu den anderen Werften steht, kann ich schlecht beurteilen, aber ich denke für gute Arbeit wollen alle adäquat bezahlt werden.

Heute (Samstag) haben wir uns dann in die nicht weit entfernte Marina Heiligenhafen verholt. Dort konnten wir tanken und außerdem liegt diese zentral zur Innenstadt von Heiligenhafen. So können wir heute Abend noch das hiesige Weinfest! mit Live-Musik aufsuchen.

Auf Basis des aktuellen Wetterberichts haben wir am Dienstag den Wind aus der richtigen Richtung, dann geht es nach Kiel vor den Nord-Ostsee-Kanal, den wir dann Mittwoch/Donnerstag in 2 Etappen durchfahren wollen.

Den Weg dann ab Cuxhaven bis zunächst ins Ijsselmeer müssen wir die nächsten Tage noch im Detail planen.

Travemünder Woche

Travemünder Woche

Von Warnemünde ging es dann mit Zwischenstopp Kühlungsborn zurück nach Travemünde. Hier angekommen, verriet uns der Hafenmeister, mit dem wir schon vorher in Kontakt waren, dass wir trotz Anmeldung in der Baltic-Marina, in der wir 5 Monate lang über Winter/Frühjahr waren, keinen passenden Liegeplatz bekommen können. Sad.

Es ist nämlich Travemünder Woche. Obwohl es bereits die 128. ist, habe ich zugegebener maßen noch nichts davon gehört. Ist aber das Ereignis des Jahres hier. Nach einigem Kreisen sehen wir in der Nachbar-Marina einen freien Liegeplatz mit einem grünen Schild (= Einfahrt frei). Dortigen Hafenmeister angerufen und Platz geht ok. War der letzte verfügbare.

So liegen wir jetzt in der freundlichen Böbs-Werft. Samstag früh um 3:30 läutet der Wecker. Auf nach Frankfurt/Main, Enkel abholen. Nach langer, aber durchaus angenehmer Bahnfahrt, waren wir um kurz nach 16 Uhr pünktlich in Travemünde angekommen.

Jetzt dürfen wir eine Woche unsere Enkel hier unterhalten. Wir sind glücklich die beiden Super-Jungs hier zu haben und beide machen auch einen sehr glücklichen Eindruck.

Schon mal die Meile der Travemünder Woche erkundet und heute die ersten Versuche, den Mast hoch zu kommen. Noch etwas zurückhaltend, aber am Ende der Woche sind die beiden vermutlich ganz oben ;-).

View from the top:

 

Zurück in Warnemünde

Zurück in Warnemünde

Nachdem kein gutes Wetter für heute (Mittwoch, 12.07.) angeboten wurde (zuviel Wind und dieser von vorne) entschließen wir uns zu einem Hafentag. Trotz der ellenlagen to-do-Liste einfach mal nix tun. Bisschen lesen, Spaziergang in die Stadt, das war es.

Andererseits etwas Anspannung was die Planung für die Weiterfahrt betrifft. Unsere Super-Jungs (= zwei von unseren drei Enkeln) kommen uns für eine Woche besuchen und vorher wollen wir nochmal einen Versuch unternehmen, die Fenster dicht zu bekommen. Also zeitig nach Travemünde.

Heute morgen dann erstmal nach Dziwnow. Ist ja nicht so weit, nominell. Wind  reichlich, aber halt wieder von vorne. So wurden aus den 22 sm am Ende 38 sm. Die letzten davon unter Motor. Da werde ich mich wohl daran gewöhnen müssen.

Am Abend nunmehr der Plan für die Weiterfahrt. Falls wir Swinoujscie auslassen und direkt nach Lubmin machen, könnte es sich ausgehen, dass wir am Mittwoch nächster Woche in Travemünde sind und dann zwei Tage zum Arbeiten haben, bis die Jungs hier sind. Da die Windrichtung sich nicht ändern will, ist ohnehin Motorfahrt angesagt. Tut schon weh, so über 44 sm. Gesagt, getan, so sind wir Freitag abend in Lubmin.

Weiter geht es dann am Samstag nach Stralsund. Wieder unter Motor, in dem teilweise engen Fahrwasser ohnehin die passende Variante. Da kommt man aber nicht so leicht hin. Eine 40 m hohe Brücke geht über den Ziegelgraben, aber was nützt das, wenn davor eine Brücke mit einer Höhe von 6m ist. Interessante Planung. Ist aber eine Klappbrücke. Schon auch eine Erfahrung mit einer „Meute“ an Booten während der kurzen Öffnungszeit da durch zu gehen.

Stralsund dann nachtanken und kurz überlegt, ob wir hier, wie ursprünglich geplant, anlegen und am Sonntag weiter nach Barhöft gehen. Da für Sonntag schlechtes Wetter vorhergesagt ist, die 8 sm nach Barhöft doch gleich noch unter Motor erledigt.

So haben wir den Sonntag gemütlich in Barhöft verbracht. Etwas am Boot gearbeitet und während es draußen regnet schon mal einen Blick in die Zukunft geworfen. Anfang August soll es ja durch den NOK in die Nordsee gehen. Schon mal grob geschaut, wie es da lang gehen könnte. Wird spannend. Muss mich noch bei anderen Seglern umsehen, wie die diese Strecke vom NOK bis zumindest die Kanaren gemeistert haben.

Wenig fotografiert zu Letzt, hier aber etwas Barhöft. Spannend schon die Anfahrt, mit Wassertiefen teilweise deutlich kleiner als 1m neben der „Straße“ und das ganz ohne Leitplanken:

Aber zurück zu hier und heute, so geht es heute früh am Montag um 6 Uhr weiter. Sind schließlich knapp 50 sm nach Warnemünde. Sah nach 100% Motorstrecke aus, wir konnten aber dann doch für rund 20 sm die Segel setzen.

Hier sind wir nach dem Yacht-Seminar, bei dem wir als „Ausstellungsboot“ teilgenommen hatten, am 12. Juni nach Gedser gestartet. 35 Tage und 950 sm später sind wir wieder hier. War viel positives dabei, aber insbesondere die undichten Fenster waren negativ. Das kriegen wir aber auch noch hin, irgendwie, bestimmt.

Entlang Polens Küste

Entlang Polens Küste

Es sei schon mal erwähnt: Die Fenster sind immer noch nicht 100% dicht. Etwas besser ja, aber noch nicht brauchbar. Aber schmollen hilft da ja auch nicht weiter 😉

Aktueller Tipp, den ich erhielt, ist Scheibenkleber aus dem Kfz-Bereich. Das scheint ja ein unverwüstlicher Kleber zu sein. Mal schauen.

Nach drei Tagen Wladyslawowo geht es heute (Donnerstag 06.07.2017) weiter Richtung Leba. Wir haben ja auf dem Rückweg nach Travemünde meistens den Wind von vorne, was das vorankommen entsprechend erschwert. Da heißt es Kreuzen, also im zick-zack-Kurs Richtung Ziel.

Und so geht es bei moderatem Wind und moderater Welle etwas gemächlich voran. Schön langsam wird es Abend und wir noch > 10 sm von Leba entfernt. Irgendwie hatte ich keine Lust auf Motorfahrt, also kurzentschlossen vor einem Ort namens Bialogóra geankert. Anfangs noch etwas schaukelig, hat sich das Ganze mit dem nachlassenden Wind doch noch beruhigt.

Und so (glücklicherweise) unspektakulär ging es weiter. Nächster Halt Ustka. Hier gibt es eine Fußgängerbrücke, die zeitweise für den Schiffsverkehr (hier bestehend aus Fischern, einigen Ausflugsbooten insb. den hier wohl sehr beliebten Piratenschiffen und Segel- und Motorbooten) geöffnet wird. Eigentlich gibt es feste Öffnungszeiten (jede volle Stunde für 20 Min.), aber der Brückenwart hat hier sein eigenes Schema entwickelt.

Nach 20 min. können wir mit einigen anderen Booten einlaufen und an einer Kai-Mauer längs festmachen. Nach einer ruhigen Nacht geht es heute weiter nach Darlowo. Vor der Brücke wieder warten, wir als einziges Boot. Mal schauen wann er uns öffnet.

Dann kommt glücklicherweise noch ein polnisches Segelboot und für zwei hat er die Brücke dann geöffnet.

Die Strecke nach Darlowo eigentlich überschaubare 21 sm. Mit Kreuzen werden daraus dann 33 langsame sm, so dass wir die letzten unter Motor zurück legen. Hier hält sich der Brückenwart exakt an den Zeitplan und da wir um 19:15 ankommen, heißt es, warten bis 20 Uhr. Dann geht es rein in eine ebenfalls ziemlich neue Marina.

Nach Kolobrzeg stehen auf direkten Weg 32 sm an, mit Kreuzen entsprechend mehr. Also früh aufstehen. Die Uhr geht schon auf 7 als wir ablegen. Jetzt sputen, um mit der 7 Uhr Öffnung noch durchzukommen. Hat gerade so geklappt, hinter uns ging die Brücke wieder zu.

Da wir immer erst relativ spät ankommen, sehen wir von den Orten kaum etwas. So auch heute in Kolobrzeg, wo wir nach tatsächlichen 43 sm, davon wieder einige unter Motor, ankommen. Deshalb bleiben wir hier einen Tag. Nach 4 Tagen draußen auch sehr erholsam. Einkaufen, etwas spazieren gehen (leider Fotoapparat vergessen) und das Boot etwas aufräumen.

Am Abend noch eine netter Plausch mit unseren Bootsnachbarn Gitte und Jörg aus meiner Lieblingsstadt Berlin. Die beiden genießen intensiv die Ostsee. Für nächstes Jahr ist ein 6-monatiger Törn geplant. Da kann man dann schon mal von D entferntere Ecken der Ostsee aufsuchen. Deren Block findest Du hier.

Die heutige Etappe führt uns in 10 sm entfernte Mrzezyno. Da die Strecke nicht allzu lang ist und wir natürlich Wind von vorne haben, fassen wir den Motor-Entschluss. So sind wir nach etwas mehr als zwei Stunden bereits am Ziel und genießen einen entspannten Nachmittag bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen.

Wie alle Orte, die auf der Strecke lagen, ist das ein lebhafter Urlaubsort mit all den Eis-, Souvernir- und sonstigen Verkaufsständen, auf die wir zuerst in Wladyslawowo gestoßen sind. Aber auch mit einem schönen Sandstrand, wie es ihn an Polens Küste über viele viele Kilometer gibt.

Vor den Fischerbooten ein kleiner Stand mit frischem Fisch. Davon kaufen wir doch gleich mal etwas für den heutigen Grillabend.

Damit die Stimmung nicht zu euphorisch wird, noch etwas Streckenplanung. Mit Wind von vorne macht das nicht so richtig Spaß. Sieht aber so aus, als dass wir trotzdem morgen dem Wind entgegen nach Dziwnów machen, bevor es dann Übermorgen nach Swinoujsie geht. Beide Etappen „netto“ ca. 20 sm. Schaun mer mal.

Mrzezyno Impressionen.

Ins wundervolle Polen geschleppt

Ins wundervolle Polen geschleppt

Heute haben wir einen gemütlichen Samstag (wir schreiben den 1. Juli) eingeplant. Morgen wollen wir weiter und da wir ab jetzt Richtung Westen müssen, also in die Richtung, aus der hier üblicherweise der Wind weht, gilt es zu planen. Klaipeda liegt da jetzt nicht mehr so günstig, also direkt nach Polen, Leba, oder Wladyslawowo.

Die Strecke im Wetterprogramm eingegeben und die Verhältnisse auf der Strecke bezogen auf eine angenommene Abfahrtzeit geprüft. Sieht ok aus, aber zum Ziel hin müssen wir hart am Wind segeln (= Wind ziemlich von vorne, was ein etwas schwereres/unruhigeres Segeln bedeutet). Abfahrtzeiten angepasst und siehe da, falls wir heute noch starten, haben wir Anfangs Nordwind und erst gegen Ende hin Wind aus West.

Also los geht es. Den Nordwind genutzt um erstmal Richtung Westen zu segeln (Kurs 234°) und dann später mit einem südlichen Kurs (192°) auch noch bei Westwind voranzukommen. Guter Plan.

So kamen wir gut voran, etwas langsamer als geplant, aber Sonntag früh konnten wir dann den Kurs auf die o.g. 192° ändern. Noch rund 70 sm. Wir kommen also ca. 21 Uhr in Wladyslawowo an. Passt also.

So gut 30 sm vorm Ziel taucht eine Bohrinsel auf. Etwas links davon ein Tanker. Dachte, da komme ich gut zwischendurch, bis ich per Funk aufgefordert wurde, die „restricted Area“ zu meiden und Kurs 180° zu nehmen. Ok, gemacht, aber schade, da wir hier Höhe verlieren, wir also noch stärker Kurs in die Windrichtung nehmen müssen. Da wusste ich noch nicht, dass der richtige Frust erst beginnt.

Noch stärker in die Windrichtung heißt noch mehr Schräglage und so sehen wir mal wieder Wasser im Boot. Schnell war die Ursache klar, unsere Fenster sind undicht. So ein Mist. So wie es aussieht sind alle 8, die war haben, davon betroffen. Nachdem immer mehr Wasser reinkam (wir mussten schon die Bilgepumpe einsetzen um die Bilge zu leeren) der Entschluss, die letzten 30 sm unter Motor zurück zu legen. Dabei liegt das Boot nicht so schief, dann kommt auch nicht so viel Wasser durch die Fenster rein.

Wenn mich etwas stört, dann ist es die Fortbewegung unter Motor. Der Lärm des Motors und auch die mit der Benutzung verbundenen Kosten. Geht aber halt nicht anders. Nach 3 Stunden dachte ich, lies ein wenig, das lenkt ab. Kaum hatte ich ein paar Seiten gelesen, ging der Motor einfach aus!

Ein wieder Anlassen war erfolglos, so trieben wir etwas ab und überlegten, was nun. Hier, 12 sm vor der Marina „rumtreiben“ macht keinen Sinn, also Wasser im Boot notgedrungen akzeptieren und abpumpen und mit Segel näher an die Marina rankommen. Vielleicht funktioniert der Motor dann ja wieder.

Pustekuchen, er sprang und sprang nicht an. Erste Idee war, den Hafenmeister anzufunken. Hat auch gleich geantwortet, ich schildere ihm unser Problem und das wir Schlepphilfe bräuchten. Mäuschenstille. Wie ich am nächsten Tag feststellen konnte, sind die nicht auf internationale Besucher eingestellt, er sprach nur Polnisch und hat das Gespräch insofern als beendet erklärt.

Dann über den Kanal 16 (der Kanal über den man Gespräche anbahnt, also zum Beispiel ein Schiff ruft um dann auf einen anderen Kanal zu wechseln, oder aber auch um Notruf abzusetzen) ein „Pan Pan“, also Hilfegesuch abgesetzt. Das hat dann geklappt, es wurde das Search and Rescue Boot (SAR = Seenotrettung) „Bryza“ aus der Marina Wladyslawowo zur Hilfe geschickt.

Tolle freundliche Crew, die uns am Sonntag nach 22 Uhr in den Hafen geschleppt hat und dort sicher an der Kaimauer vertäut hat. Echt Klasse Leute die Seenotretter.

Und wie es so ist, heute Montag früh Ursachenforschung und der Motor sprang direkt an. Der Motorenlieferant, den ich dann anrief, meinte, er kann sich auch nicht vorstellen was da war, eventuell meinte die Elektronik, dass der Öldruck zu niedrig sei. Kein gutes Gefühl, bei einem praktisch neuen Motor (60 Betriebsstunden) zu wissen, dass er versagen kann, aber nicht warum.

Vielen Dank nochmal an die SAR-Leute, hier unser Rettungsboot.

Dann ran an die Fenster. Am Besten neu verkleben, also ausgebaut, alten Kleber entfernt und mit neuem versehen wieder eingebaut.

Trocknen lassen und geprüft, ob dicht. Da verging mir das Lachen. Dachte ich habe hier was geschaffen, was für die Ewigkeit hält, jedoch nur Pfusch. War weiterhin undicht. Die Skipperin hat gegoogelt, das einer einfach Sika-Flex (Klebe-/Dichtstoff) um den Rand macht. Also das versucht und siehe da, dicht.

Wir hatten nur eine Seite bisher bearbeitet, da wir den Steg nur auf einer Seite haben. Heute (mittlerweile Mittwoch) früh dann, nachdem einige Boote die Marina verlassen haben, umgeparkt. Jetzt die Fenster nicht mehr ausgebaut, sondern nur den Rand „versiegelt“. Morgen bevor es weitergeht wird auf Dichtigkeit geprüft. Sollte dann für längere Zeit kein Blogeintrag mehr folgen, liegt das an dem Frust der entstehen würde, falls das Ganze weiterhin undicht wäre.

 Was gibt es über Wladyslawowo zu sagen.

Eigenartig hier irgendwie. Eine eigentlich ganz normale Stadt, halt am Wasser liegend, sind hier jede Menge Leute unterwegs. Sogar hier im Hafen, der ja weitestgehend ein nicht sonderlich ansehnlicher Fischerhafen ist, sind einige Verkaufsstände und jede Menge Leute unterwegs. Das scheint hier ein Urlaubsort zu sein, basierend auf Vergnügungspark und etlichen Verkaufsständen, die reihum zu finden sind. Schon ein spezielles Urlaubsambiente.

Ausflug nach Gdansk/Danzig.

Bitte noch nicht einschlafen ob der Länge des Blogs. Eins muss ich noch loswerden.

Zur Aufbesserung der Stimmung wollen wir Danzig besuchen, soll ja eine ganz tolle Stadt sein. Die für die Landnavigation zuständige Skipperin drängte schon, um 12:59 geht laut Fahrplan, den wir gestern beim Flanieren abfotografiert haben und unterstützt durch Internet-Recherchen der Zug, der uns in rund einer Stunde nach Danzig bringt.

Am Bahnhof zwei lange Reihen am Schalter. Einer stellt sich in die eine, der andere in die andere. Noch zehn Minuten bis zur Abfahrt, das klappt nie. Stellte sich aber heraus, das einige dieses Doppelt-Anstellen machten, so ging es dann doch schneller. Um 12:57 hatten wir die Fahrkarten. Die Dame am Schalter erwähnte noch „Abfahrt 13:26“!?! Stellte sich heraus, die Skipperin hat das kleingedruckte nicht gelesen. Da stand „fährt nur Samstag und Sonntag“.

Macht ja nichts, halb so schlimm, halt eine halbe Stunde warten. Zug war pünktlich und wir dann um kurz nach halb drei in Danzig. Jetzt einen Happen essen, da der Hunger nagte und dann die wundervolle Stadt besichtigen.

Pustekuchen. Die Landnavigatorin hatte sich keine Gedanken über die Rückfahrt gemacht. Also vor Ort informiert. Nächster und einziger Zug heute zurück in etwas mehr als einer Stunde! Lange Schlange am Fahrkartenschalter (Automaten gibt es nicht, anscheinend stehen die hier genau so gerne an wie man es den Engländern unterstellt).

Blieb uns mit der Rückfahrkarte in der Hand eine Stunde um chick äh chicken essen zu gehen und dann zurück zum Bahnhof und mit umsteigen nunmehr knapp zwei Stunden zurück nach Wladyslawowo.

Für den der es bis hierher durchgehalten hat (Respekt) hier noch unsere dürftigen Gdansk-Impressionen: