Antifouling

Antifouling

Antifouling ist ja, wie so vieles beim Segeln, ein vieldiskutiertes Thema. Wir haben uns hier an ein neues Verfahren herangetraut, Silic One von Hempel. So wird das beschrieben:

Was ist das SILIC ONE-Fouling-Release-System?

• Ist eine biozidfreie Beschichtung zur Verhinderung von Bewuchs
• Besitzt eine Antihaft-Oberfläche
• Ist frei von Bioziden und Kupfer
• Kann für alle Bootsbauuntergründe außer Holz verwendet werden.
Dieses fantastische, biozidfreie Produkt auf Silikon- und Hydrogelbasis verleiht der Beschichtungsoberfläche wasserähnliche Eigenschaften. Damit können sich bewuchsbildende Organismen nicht mehr so leicht am Rumpf ansiedeln und fallen schneller ab, wenn das Boot in Bewegung ist. Zu den weiteren bestechenden Vorteilen gehört auch, dass sich der Bewuchs leicht entfernen und die Beschichtung problemlos erneut auftragen lässt, was zu einer langfristigen Kostenreduzierung führt.

Nach einer Saison schwierig zu beurteilen, ob es langfristig die richtige Lösung ist. Was ja auch aus der Beschreibung hervorgeht, ist Bewegung wichtig. Nachdem die Luna Mare in diesem Sommer zwar im Wasser lag, aber wegen der Ausbauarbeiten nur zwei Wochen bewegt wurde, hatte sich doch einiges angehaftet, mehr als ich eigentlich erwartet hatte:

imag0572

Das scheint aber bei diesem Antifouling durchaus nach längerem Liegen ok zu sein. Und das dann doch positive war, dass sich das alles ziemlich leicht entfernen lies und unser Boot nach rund 2 stündigem Säubern zu zweit, wieder so aussah:

imag0585

Sofern das Boot dauernd im Wasser ist, reicht ein Neuanstrich (hierzu ist nur eine gründliche Reinigung, aber kein Schleifen erforderlich) alle 2 Jahre aus, sofern das Winterlager außerhalb des Wasser stattfindet, ist vor dem Krantermin eine neue Schicht anzubringen.

Da der Bewuchs, sofern er sich mangels ausreichender Bewegung, doch bildet, kann man ihn vermutlich auch im Wasser relativ leicht „wegbürsten“. Da wird aber sicherlich, z.B. ein freediver, sehr hilfreich sein.

Nachdem die Reparatur (siehe letzter Blog „Salzwasser in der Bilge“) erledigt ist, geht es jetzt wieder ins Wasser und am Wochenende soll es dann von Heiligenhafen nach Travemünde gehen. Dort bleibt die Luna Mare dann im Wasser und vor dem Start in die neue Saison so Ende April/Anfang Mai kommt sie nochmal an Land.

Dann werden wir wohl noch eine Lage Silic One aufbringen und ein paar Stellen, die wir möglicherweise durch zu heftiges Entfernen des Bewuchses mit der Spachtel beschädigt haben, erneuern. Hier müssen wir noch die richtige Abwägung zwischen ausreichend starkem Material zur Bewuchsentfernung und Schutz des Anstrichs finden.

Salzwasser in der Bilge

Salzwasser in der Bilge

Irgendwie scheine ich Wasser anzuziehen. Jedenfalls hatten wir seitdem das Boot im Wasser ist immer wieder welches im Boot an Stellen, wo es nicht hingehört. Wie unter „Waterworld“ schon beschrieben, waren Trinkwasserleitungen an den Spülen undicht.

Super-Gau ist aber der Eintritt von Salzwasser direkt aus der Ostsee. Wir hatten geplant an dem Wochenende die Luna Mare ins Wasserwinterlager (WWL) zu verholen. Auf Grund meiner „Aquaphobie“ gleich mal nach der Ankunft der Blick unter die Bodenbretter und siehe da, mehr Wasser und wie sich später herausstellte Meer Wasser als bisher, fast bis zu den Bodenbrettern.

Eine erste Überprüfung zeigte Nässe unter dem vorderen flexiblen Wassertank. Insofern schien die Ursache gefunden und als nicht so schlimm abgehakt. Irgendwie gab ich mich damit aber nicht zufrieden, da der Wassertank nicht leer war. Dann halt doch mal den Geschmackstest gemacht und festgestellt: salzig.

Wie aber soll hier Ostseewasser ins Boot geraten, wir haben kaum Borddurchlässe und an keiner dieser Stellen ist Wassereintritt erkennbar. Da das Wasser offensichtlich von der Bugrichtung her kommt, dort alles weggeräumt und freigemacht. Und da war die Stelle. Aus dem für das Bugstrahlruder vorgesehenen Rohr tropfte es in kleinen stetigen Tropfen. Wir hatten das ja mit Bauschaum und GFK dicht gemacht, so meinten wir jedenfalls (Siehe auch Blog „HI and LO“ vom 20.03.2016).

War es aber nicht. Gar nicht auszudenken wenn wir länger weg gewesen wären, oder der Wassereintritt stärker gewesen wäre. Dummerweise war die Bilgepumpe nämlich nicht an und so hätte das Boot rein theoretisch sinken können. Ist es aber glücklicherweise nicht.

Jetzt haben wir die quasi ultimative Maßnahme in Auftrage gegeben: Die Öffnungen werden zugeschweißt. So wie es jetzt aussieht, können wir dann Ende November die Überfahrt von Heiligenhafen nach Travemünde angehen. So können wir schon mal testen wie es ist bei niedrigen Temperaturen unterwegs zu sein.

Sah doch gar nicht so schlecht aus. Das Finish hatten wir von der Werft machen lassen. Möglicherweise hatten wir den falschen Bauschaum verwendet, oder bei der Verarbeitung Fehler gemacht. Anyway: jetzt wird zugeschweißt und dann geht es weiter. Ist ja nicht mehr so lange, bis es losgehen soll.

Jungfernfahrt beendet

Jungfernfahrt beendet.

Von Avernakø aus ging es weiter nach Lyø Hafen. Eigentlich nur ein paar Meilen westlich, aber auch Wind aus West. Und da wir den ganzen Tag dafür Zeit hatten, haben wir die Insel umrundet, sind also an der Ostküste entlang erst nach Süden, dann im Süden der Insel nach Westen und abschließend im Bogen nach Norden. Schönes Kreuzen. Macht mit der Luna Mare einfach Spaß. Dauert halt, bis man ans Ziel kommt. Aber heute war der Weg das Ziel.

20160911_180451

Als nächstes eine Ankernacht in der Åkrog Bugt. Einfach wundervoll, so ganz allein an der Küste liegend. Der tagsüber etwas frische Wind hat komplett nachgelassen, wir lagen vom Land abgedeckt in während der Nacht ruhigem Gewässer. Und da das Log nichts angezeigt hat, nutzte ich den Buchtaufenthalt zu einem Tauchgang. Apnoe-Tauchen nennt man das, wenn man keine Ausrüstung dabei hat, allerdings lag ich mit Tauchzeit kleiner 1 min. außerhalb des Definitionsbereiches.

Log zeigt wieder Fahrt durchs Wasser an und den Rumpf habe ich im Bereich des Wasserpasses etwas gereinigt. Bei 20° Wassertemperatur für einen Warmduscher wie mich ein erfrischendes Erlebnis.

20160912_193150

Nachdem sich zum schon ausführlich beschriebenen Problem mit der Waterworld noch ein Dieselproblem dazu gesellte (Ein undichter Dieselanschluss bescherte uns immer so ein bis zwei Tassen voll Diesel in der Bilge im Motorraum) haben wir uns von hier auf den Rückweg gemacht, um bereits Donnerstag Abend wieder im Heimathafen zu sein. Dann haben wir Freitag und Samstag noch für Reparaturen aller Art.

Mit fachmännischer „Mullbinde“ habe ich versucht den Diesel quasi an der Quelle abzufangen.

p1030170

So ging es dann über Søby auf Ærø auf den Rückweg. Nächstes Ziel wieder Langeland, wo wir etwas nördlich von unserer ersten Station Bagenkop nochmal eine Ankernacht eingelegt hatten, bevor wir am Donnerstag dann Kurs Heiligenhafen gesetzt haben. Nachdem wir Anfangs auf einen leichten Kreuzkurs gegangen sind, hat sich der Wind freundlicherweise so gedreht, dass wir ohne Kreuzen in Heiligenhafen gelandet sind.

 

Feuertaufe bestanden?

Feuertaufe bestanden?

Seit 5 Tagen sind wir nunmehr unterwegs. Das was die Profis in der Werft eingebaut hatten (Rigg und Motor), hat alles bisher sehr gut funktioniert. Am Rest Arbeiten wir noch.

Segeln

Von Bagenkop aus sind wir Richtung Kegnæs/Als gestartet, wollten die dortige Ankerbucht für die erste Nacht vor Anker nutzen. Im Laufe des Nachmittags hat uns jedoch der Wind wieder verlassen, die ganze Strecke motoren wollten wir nicht, so haben wir die Insel Ærø als Ziel des Tages gewählt und auf der Westseite in Höhe Søby geankert. Wir hatten eine wundervolle, ruhige, sternenklare Ankernacht. Wundervoll.

Am nächsten Tag dann Richtung Ærøskøbing auf der Insel Ærø gestartet (laut Wikipedia: Ærøskøbing gilt als die malerischste Stadt der Insel – häufiger Beiname: Märchenstadt – und darüber hinaus als eine der schönsten Kleinstädte Dänemarks. Es befindet sich in der Mitte der Nordostküste Ærøs und ist ca. 750 Jahre alt. Die Stadt steht unter Denkmalschutz und erhielt 2002 den Europa-Nostra-Preis).

Nach der Rundung der Nordostspitze der Insel hatten wir Wind auf die Nase, also dahin gekreuzt. Bei 15 bis 10 kn Wind ging es gut voran und die Luna Mare konnte Ihre Neigung für Amwindkurse zeigen. Ohne Autopilot mussten wir von Wende zu Wende (so einmal pro Stunde) kein Ruder bedienen.

Außerdem hatten wir die Situation genutzt und das Reff getestet. Es ist ein Seldén Spezialreff, das aus dem Cockpit bedient werden kann. Und so easy hatten wir noch nie gerefft. Einfach Reffleine dichtholen, gleichzeitig Großfall etwas öffnen und ruckzuck ist man im ersten Reff.

Von Ærøskøbing aus haben wir uns auf den Weg nach Avernakø (bekannt für seine Maibäume) gemacht. Dieses mal Wind von hinten, so dass wir „Schmetterlingssegeln“ testen konnten. Die Segel standen gut, man muss aber ständig das Ruder bedienen um keine Patenthalse zu riskieren, oder das Vorsegel rüberkommen zu lassen. Da läuft die Luna Mare nicht so kurstreu wie am Wind. Ist ihr wohl zu langweilig. Und hier liegen wir heute abend.

5 Tage vorbei und nur Segelberichte von 3 Tagen?

Freizeitbeschäftigung

Hatte ja schon unter dem Thema „Waterworld“ davon berichtet, dass wir Probleme mit dem internen Wassernetzwerk haben. So hatten wir zwei Hafentage, die wir schon auch für Spaziergänge etc. genutzt haben, ansonsten waren wir aber weiterhin mit der „Waterworld“ beschäftigt.

Im wesentlichen zwei Dinge: Die Wasseranschlüsse an die Spülbecken. Die sind einfach nicht kompatibel und lecken deshalb. Mit üblichen Schlauchklemmen nicht dicht zu kriegen.

Und der Abfluss. Mein erster Reparaturversuch hat das Problem nur vergrößert. Es floß zwar nichts mehr durch das auf dem Bild im vorletzten Blog gezeigten Loch, doch darunter hatte ich die Abdeckung zerquetscht. Am Ende mehr Wasserdurchlass als davor.

Da kam die Skipperin auf die Idee: Sika Flex. Glaube nach WD40 dass zweitwichtigste Utensil auf Langfahrtyachten. Da haben wir dann künstlerisch wertvoll die Schlauchübergänge und den Abfluss mit ausgekleidet (nö, Bild davon gibt es keines, sieht zu peinlich aus). Im Bad scheinen die Abflüsse dicht zu sein, auch Kaltwasser im Pantry Spülbecken. Sorgenkinder sind noch der Abfluss an einem der beiden Becken und Warmwasser. Werden wir morgen nochmal testen.

Und jetzt noch Strecke für morgen planen und dann Gute Nacht!

 

 

 

Jungfernfahrt

Jungfernfahrt

Heute Vormittag, am 05.09.2016 um 10 Uhr hieß es „Leinen los“ zur Jungfernfahrt mit unserer Luna Mare. Wir hatten auf Grund der vorhergesagten Windrichtung Bagenkop auf Langeland/DK als ersten Zielhafen ausgewählt.

In der Marina auflandigen Wind, so dass wir mal „Eindampfen in die Vorspring“ testen konnten. Dann rückwärts raus. Ging gut, obwohl die Manövrierfähigkeit bei Rückwärtsfahrt etwas träge ist. Müssen wir noch testen, um herauszufinden, zu welchen Manövern unsere Luna Mare in der Lage ist.

Bei Anfangs rund 15 kn Wind konnten wir mit einem Am Wind Kurs knapp 4 kn Fahrt machen. Wetter toll, Sonnenschein und angenehme Fahrt. So fängt das gut an.

Ungefähr auf halber Strecke (die Gesamtstrecke belief sich auf knapp 30 sm) dann stetig weniger Wind bis quasi zur Windstille. Also den Rest des Weges unter Motor. Schnurrt zwar nicht wie ein Kätzchen, eher Brumbärart, aber wir kamen gut voran und um 19:30 in Bagenkop an.

Nachdem das Anlegemanöver gut geklappt hat (ok, Flaute und keine Strömung kamen mir schon sehr entgegen) unser erster Anlegerdrink.

Hier ein paar Bilder des Tages:

 

 

Waterworld – update

Waterworld – update

Eine der Ursachen für das Wasser in den Schaps sieht man hier:

Die Spüle hat direkten Zugang zu den Schaps darunter. Man kann damit den Topf zum Nudelkochen mit Wasser füllen, ohne ihn aus der Schublade zu nehmen. Ob das die Idee dahinter ist? Da ich keine Ahnung habe, was hier das probate Mittel wäre, habe ich einfach mal Kleber/Dichtmasse in wohl ausreichender Menge angebracht:

P1030119

Und falls auch nur noch ein Tropfen da rauskommt mache ich halt einfach eine weitere Lage drauf. Es scheint aber an dieser Stelle dicht zu sein. Allerdings waren immer noch ein paar Tropen Wasser in der Schublade, wollten wir noch im Detail untersuchen.

Das Bild hier habe ich gerade eben gemacht.

Und wie ich das Bild so betrachte bemerke ich, da hat der Buchhalter mal wieder Mist gebaut. Finde den Unterschied! Hinweis sind die Tropfen am rechten Abfluss an der reichten Seite. Links ist ein schwarzer Rand zu erkennen, ein Dichtring. Den habe ich aber nicht unten eingebaut, so wie er links eingebaut ist, sondern oberhalb im Waschbecken. Schöner Mist. Aber die paar Tropfen werden wir jetzt akzeptieren. Das nochmal abzubauen und neu zu verdichten ist ein Job fürs Winterlager.

Waterworld

Waterworld

Vor der Jungfernfahrt müssen wir noch die gesamte Wasseranlage in Betrieb setzen. Es wurde ja alles in akribischer Arbeit mit hoher Qualität eingebaut. Was da alles an Rohren und Schläuchen verlegt wurde, und mittels Schlauchschellen etc. verbunden wurde. So ein Wasserkreislauf ist nicht weniger kompliziert als ein Stromkreislauf.

Nach einem Anruf beim Vorbesitzer konnte ich den ersten Teil zufriedenstellend lösen. Sofern was im Brauchwassertank ist, können wir es jetzt außer Bord pumpen. Haben also das entsprechende Ventil am Borddurchlass insofern ausfindig gemacht.

Jetzt ist aber der Borddurchlass unterhalb der Wasserlinie. Fachmann weiß schon was das bedeutet, bei offenem Ventil. Ich habe mal wieder eine Lehrstunde benötigt.

Bilgepumpentest!

Ging so. Fäkalientank zum Test mit herrlichstem Ostseewasser gefüllt. Jetzt, wo ich alle Ventile, die den Weg vom Fäkalientank zur Ostsee begleiten, identifiziert habe, sind ja einige, schnurstracks abgepumpt. Klasse, funktioniert. Also los, noch die Schraube für die Hydraulikanlage besorgen (eigenes Thema, kommt vielleicht noch ein Blog zu).

Komme also zurück, noch ohne Schraube, aber mit einer Adresse auf Fehmarn. Fehmarn ist gut, kann ich noch Diesel für unseren Tagestank holen, den hier hat es innerhalb der Marina keine Bootstankstelle, also Kanister abholen.

Skipperin so ungefähr: Gut das du da bist, hier läuft Wasser rein. Und zwar reichlich. Ich, schon etwas meiner Schuld bewusst, wir müssen schnell den Borddurchlass dicht machen. Das war die Lösung. Hatten jetzt reichlich Wasser in den vorderen Bilgen (Motorraum war glücklicherweise nicht betoffen). Und konnten so die Bilgenpumpen testen. Auch die eine mit dem neuen Schlauch. Funktionieren einwandfrei. Schöner Mist.

Aber das ist ja noch nicht der Skipperin / des Skippers Feierabend.

Feuchtgebiete

Man kann ja noch testen, ob auch der Warmwasserbereich funktioniert. Also Wasserzulauf vom Boiler an, Hähne auf, Wasser läuft. Boiler an Strom, damit er aufheizt und wir hier mollig warmes Wasser an Bord haben. Wasser war nicht warm, lief aber unter der Küchenzeile raus. Äh?

Schubläden raus, eine davon mit all den Papierunterlagen (insbesondere Bedienungsanleitungen der diversen Geräte) und nachsehen was da los ist. Der halbe Starnberger See (i.e. Süßwasser) war da. Die Leitungen undicht und zu allem Überfluss auch der Abfluss des Spülbeckens. Und ja, darunter die Kiste mit Papier.

Statt gemütlichem Abend also angefangen, den Wasserfluss zu stoppen, also Waterworld trocken zu legen. Das war noch einfach.

Dann angefangen das Papier aus der Kiste zu holen. Erster Eindruck war, Glück gehabt, doch nicht so schlimm. Nach dem Ausräumen zeigte sich aber, dass da doch etwas Wasser in der Kiste stand. Also alles raus, und in vier Kategorien eingeteilt:

  1. Unterlagen auf die wir nicht verzichten können. Der Versuch durch das Einlegen von Küchenrolle die Sachen trocken zu bekommen (man sieht, zumindest darin haben wir schon Erfahrung).
  2. Aussortieren der Unterlagen, die wir nicht mehr benötigen (Abwägung zwischen wie wichtig und wie nass).
  3. Trocknungsanlage für Einzelblätter die wir behalten wollen.
  4. Die paar Sachen die glücklicherweise nicht nass wurden (egal ob verzichtbar oder nicht).

Und wir wollen um die Welt segeln. Na ja, gute Nacht.

 

Ach wie schön ist…. aufräumen

Ach wie schön ist…. aufräumen

Durchaus ernst gemeint, den es bedeutet, dass die Arbeiten schön langsam zu Ende gehen. Ok, nie zu 100%, aber soweit, dass wir, sofern nicht noch weiteres (siehe weiter unten) dazwischen kommt, am Sonntag zur Jungfernfahrt starten können.

Aufräumen heißt hier die Kabel final fixieren, die Abdeckungen wieder anbringen, aber auch die bisher nicht getesteten System zu aktivieren, hier z.B. den ganzen Wasserbereich. Schon mal einiges fleißig putzen, Staufächer einräumen, Platz für die in Zukunft notwendigen Dinge suchen.

Insbesondere auch Dinge, die wir nicht mehr benötigen entsorgen und die, die wir noch brauchen ordentlich verstauen. Schwierigkeit hierbei: zu entscheiden was wir noch benötigen werden und was nicht. Die Wahrscheinlichkeit ist im wahren Leben groß, dass genau die entsorgten Teile mal benötigt werden und die verstauten verstauben. So is es halt.

P1030087

Murphy’s Seglergesetz

Dieses besagt, dass jede auf der To do Liste gestrichene Position automatisch durch mindestens eine neue ersetzt wird. So hatten wir letztes Wochenende die Positionen versucht abzuarbeiten, die einer Jungfernfahrt noch entgegenstehen. Und nach vorgenanntem Gesetz kam dann auf die Liste:

  • Solarmodule: Mein ganzer Stolz und deshalb alle paar Minuten ein Blick auf den Monitor. Plötzlich Lademenge Null. Was ist da los. Nachdem ich die Leitungen überprüft hatte und mir die Ideen ausgingen einfach mal an den Steckverbindern gewackelt und siehe da, ein Wackelkontakt. Noch nicht bereinigt, aber sollte machbar sein.
  • Bilgepumpe: Es ist halt so, ein prüfender Blick und neue Baustellen tun sich auf. Habe die Bodenplatte gehoben um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist und dabei ein Loch im Abwasserschlauch der Bilgepumpe entdeckt. Beim Berühren des Schlauches hat sich dieser quasi aus Altersschwäche direkt aufgelöst. Müssen wir also am Samstag versuchen einen neuen zu erstehen.
  • Hydraulikanlage: Das obere Steuerrad lief leer, da fehlte Hydrauliköl, also welches nachgefüllt. Kurz vor der Heimfahrt dann einen Ölstreifen um Batteriefach unter dem Steuerrad des Innensteuerstandes entdeckt. Ok, halb so schlimm, kann man ja wegwischen. Fach geöffnet, oh je, alles was wir oben nachgefüllt haben befindet sich jetzt im Batteriefach. Recherche ergab mittlerweile, dass beim Einbau der Hydraulikpumpen an den Rudern die Lüftungsschrauben nicht durch dichte Schrauben ersetzt wurden, da ja bei zwei Steuerständen mit „Ausgleichstank“ nur dieser entlüftet werden muss/soll. Also am Samstag noch die Schrauben austauschen, damit wir am Sonntag dann starten können. Sofern sich nicht noch weitere Baustellen auftun.

Filigrane Lötarbeiten

Filigrane Lötarbeiten

Die Kabel aus dem Mast müssen nach innen verlegt werden und sollten dort bestenfalls so per Stecker verbunden werden, dass sie im Falle eines Mastlegens wieder problemlos herausgelöst werden können.

So einfach, so gut. Zur Decksdurchführung haben wir uns für einen so genannten “Schwanenhals” entschieden. Dessen Einbau hat auch ganz gut funktioniert.

Jetzt geht es darum 5 Kabel (1 Antennenkabel, 2 je 3-adrige Stromkabel, 1 5-adriges NMEA2000 Kabel und ein 12-adriges Radarkabel) innen mittels Stecker zu verbinden.

Antennenkabel war noch am einfachsten, weshalb wir das als erstes erledigt hatten. Es versorgt das UKW-Funkgerät, den AIS Sender-/Empfänger und ein übliches UKW-Autoradio. War schon skeptisch ob alles klappt, man hört aber Funk und auch das Autoradio funktioniert einwandfrei, also ok.

Dann das NMEA-Kabel für den Windmesser, 5-adrig und damit schon etwas anspruchsvoller. Hier galt es aber im wesentlichen darauf zu achten, dass die einzelnen Litzen farblich korrekt miteinander verbunden werden. Der Plotter zeigt die Winddaten an, also auch ok.

Dann der Strom. Es sind jeweils 3 Litzen, da es sich um Kombileuchten handelt (Topp LED Dreifarbenlaterne und Ankerlicht, Mast Deckstrahler/Dampferlicht). Schon vertraut bin ich mit Rot (+) und Schwarz (-) überwiegend für die 12V Installation und Braun (L), Blau (N) und Grün (Erde) bei 230V. Diese 12 V – Lampen haben jedoch Schwarz, Braun und Blau und ich keinen “blauen Schimmer” was was ist. Annahme: Schwarz ist wie gewohnt Minus und die anderen beiden plus für das jeweilige Licht.

Der Test ergab: Bei der Decks-/Dampferlichtkombination leuchtet immer das Deckslicht, egal wo ich blau und braun mit verbinde (schwarz wie gesagt als minus definiert). Und das Topplicht leuchtet gar nicht. Da ich mich natürlich nicht irren kann, muss es an den Leuchten liegen, die nicht richtig verkabelt sind. Ich also den Mast hochgekraxelt, erstmal Decks-/Dampfer- Lampe überprüft (konnte nur ohne Aufwand den Deckstrahler öffnen) und festgestellt, da sind blau und braun verdrahtet.

Ok, schwarz ist nicht minus, sondern blau oder braun. Als Mann nähere ich mich dem Problem natürlich 100% rational, ergo, blau ist eine schöne Farbe und kann dementsprechend nicht negativ, also minus sein. Braun zu Minus erklärt und getestet. Was soll ich sagen, es funktioniert. Ok, kleine Einschränkung, sofern ich das Dampferlicht mit Strom versorge, leuchtet das Deckslicht auch mit. Aber nur ein bisschen und das zählt nicht.

Sodann gelötet und am Steuerpult angeschlossen. Na ja, schon bisschen doof, dass beim Einschalten des Dampferlichts auch das “An-Licht” der Decksleuchte angeht. Vielleicht doch nicht ok? Lohnt es sich wegen dieser technischen Kleinigkeit das System nochmal in Frage zu stellen.

Ok, nochmal geändert und Blau widerwillig zu Minus erklärt. Und siehe da, jetzt passt alles wie geschmiert. Habe ich doch gleich gewusst (oder so ähnlich) ;-).

Topplicht muss auf Basis dieser neuen Erkenntnisse beim nächsten Vor-Ort-Termin ebenfalls nochmal kritisch geprüft werden.

Und als Meisterleistung das 12-adrige Radarkabel verlötet. Voller Tatendrang am Stecker die ersten Litzen angelötet und nach 5 von denen festgestellt: Die Kappe, die man vorher am Kabel anbringen muss, vergessen. Abgelötet, Kappe drüber, wieder gelötet und festgestellt: Verschlussschraube, die auch vorher drüber muss, vergessen. Abgelötet, Verschlussschraube drüber und dann alle 12 Adern angelötet. Nicht wirklich schön, aber ok. Die Buchse ging dann ziemlich fehlerfrei.

Der Test zeigt, was bei dieser Filigrantechnik irgendwie zu befürchten war: Geht nicht. Also Deckel vom Stecker (unser “Übungsstück” siehe oben) entfernt und zwei lose Adern entdeckt, eine schwarze (hier tatsächlich Minus) und eine metallene. Da das “Übungsstück” insgesamt nicht geglückt war, alles nochmal abgelötet, Kabel gekürzt, neu vorbereitet und gelötet.

Und wie man auch an den Bildern sehen kann, sieht das jetzt ganz ordentlich aus und der Test zeigt: Ok!

Schon wieder ein schönes Beispiel, dass Segeln mit vielem zu tun hat, aber kaum mit Segeln.

Keine Ausreden mehr

Keine Ausreden mehr!

Bisher konnte ich die Werft als Sündenbock benutzen um darüber zu klagen, dass alles so langsam vorangeht. Die sind aber jetzt mit allen Arbeiten fertig. Sieht man am Boot, aber leider auch an den Rechnungen die reinkommen.

Insbesondere der Motoreinbau bestand zu 100% aus Maßarbeit. Das hat dann leider „eine Handvoll Dollar“ mehr gekostet. Wird jetzt eng mit der Bordkasse, aber was hilft das Jammern, es scheint alles hervorragend gearbeitet zu sein. Das werden wir aber dann bei etlichen Tests so bis Ende September herausfinden wollen.

Jetzt liegt es also wieder an uns. Wir haben die letzten Wochen die Verbraucher-Batterie eingebaut. Dann hat das Ladegerät erstmal nicht mehr funktioniert. Läuft aber wieder.

IMAG0509

Dann folgten noch Windrad und Solarzellen. Nachdem obiges Bild entstanden ist haben wir das Windrad über den Laderegler auch bereits angeschlossen. Nächstes Wochenende noch die Solaranlage am Laderegler anschließen und danach die gesamte Verkabelung wo nötig noch ummanteln und dann die Abdeckungen wieder anbringen.

Um dann zu unserer allerersten Ausfahrt (yeah, wird in der Tat die Jungfernfahrt für die Luna Mare) zu starten, müssen wir noch etwas Hydrauliköl nachfüllen und dann sollte das hierfür nötige erledigt sein. Um Missverständnissen vorzubeugen, fertig mit dem Boot sind wir dann noch immer nicht, aber jeder Eigner weiß: Dieser Zustand wird auch nie eintreten. Aber für eine Ausfahrt und ein erstes Segel setzen sollte es reichen.