Mein Idol getroffen

Mein Idol getroffen

Mein erster Eintrag überhaupt auf dieser Webseite, in der Rubrik „Bis hierher“, die unseren Weg, den wir im Rahmen unseres Abenteuers bisher zurückgelegt haben, beschreibt, galt einem Buch: „Mein Schicksal heisst »Kathena«“ von Wilfried Erdmann.

Und wie ich dort vor rund 5 Jahren geschrieben habe: „Sein Buch mit seiner Signatur muss auf alle Fälle mit auf die Reise…….“

Als ich las, dass Wilfried Erdmann am Samstag auf der Messe sein wird war klar, dass wir unseren beabsichtigten Messetag auf diesen Samstag legen werden. Sein Auftritt sollte um 16:30 stattfinden, würde also einen tollen Abschluss des Messetages bilden.

Wir haben uns dann schon kurz nach 16 Uhr zu einem Vortrag dorthin begeben, und seitlich der Bühne saß er, zusammen mit seiner wundervollen Ehefrau Astrid. Soll ich die Chance nutzen und ihn schon vor seinem Vortrag um ein Autogramm bitten?

All meinen Mut zusammengenommen und mich ihm genähert. Schüchtern gefragt und ja, kein Problem. Ich hatte sogar die Möglichkeit, mit meinem Idol ein paar Worte zu wechseln, bevor er auf die Bühne ging um dem prall gefüllten Zuschauerraum von seinem Segel Leben zu berichten.

Wilfried Erdmann: Eine großartige Persönlichkeit.

Ich bin ja nicht Abergläubisch, weil das bringt ja Unglück ;-), aber jetzt kann uns eigentlich nichts mehr passieren:

 

Kündigungen

Kündigungen oder „point of no return“

Die Zeit der Kündigungen ist gestartet. Sind ja schließlich keine 4 Monate mehr, bis es losgeht.

Neben Zeitungsabo, der einen oder anderen Versicherung, oder Kabel-TV auch ganz besondere: Vor zwei Wochen haben wir unsere Arbeitsplätze gekündigt, mittlerweile auch unsere schöne 4-Zimmer-Altbau-Mietwohnung. Obwohl klar ist, dass dies quasi Bestandteil auf dem Weg zu „7 Jahre 7 Meere“ ist, es ist doch ein besonderer Einschnitt.

Jetzt gibt es kein „vielleicht warten wir noch ein Jahr und machen weiter wie gehabt“ mehr. Dies ist jetzt der „point of no return“, schon ein eigenartiges Gefühl. Wie die Skipperin gerne sagt „man muss vorsichtig sein mit seinen Wünschen, denn sie könnten in Erfüllung gehen“.

Recht hat sie und in der Tat: toll ist das. Noch gut drei Monate und die Luna Mare wird unser neues zu Hause. Momentan paart sich bei mir ein mulmiges Gefühl mit einer immensen Vorfreude. Haben wir alles richtig gemacht und waren wir vorsichtig mit unseren Wünschen mit das wird der Hammer und nichts besseres hätten wir uns für unseren letzten Lebensabschnitt vornehmen können.

Es bleibt spannend.

 

Rollbaum zu verkaufen

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Terminverschiebung

Terminverschiebung.

Nicht nur BER, Elbphilharmonie, oder Stuttgart 21 sind von Terminverschiebung betroffen, auch wir. Allerdings bei uns in die richtige Richtung. Es geht ca. 8 Wochen früher los als ursprünglich geplant.

Fairer Weise muss ich zugeben, dass der Plan ein grober aus 2012 war. Wir haben aber die Jahreswende genutzt und sind in uns gegangen. Für den Start 2017 spricht die „statistisch“ bessere Fitness, für später halt die wirtschaftliche Situation. Da die Luna Mare ja weitestgehend fertig ist, haben wir die Überzeugung gewonnen, jetzt geht es los.

So werden wir Anfang Mai noch am Unterwasserbereich arbeiten, anschließend eine Ostseerunde starten, Anfang August gibt es wegen der Hochzeit unseres Sohnes einen „Heimaturlaub“ und anschließend Richtung Süden, um in ca. einem Jahr via Kanaren und Kapverden in der Karibik anzukommen.

Und heute hoffen, dass die Ostsee-Sturmflut unserer im Wasser liegenden Luna Mare keinen Schaden zufügt.

Quelle: wetteronline.de

Foto: Stefan Sauer/dpa

Neuer Heimathafen: Travemünde

Neuer Heimathafen: Travemünde

Ja, mittlerweile liegen wir vor Travemünde. Wir wollten den letzten Winter nicht in der Halle verbringen, nicht nur weil teurer, sondern weil auch das eben gestellte Rigg wieder abgebaut werden müsste und wir den einen oder anderen Tag vor Ort lieber auf dem Boot im Wasser als in der Halle verbringen wollen (z.B. Silvester).

Ein Kollege meinte, nachdem ich im kurz vom Törn berichtet hatte, na, da hast Du sicherlich dabei gelernt, nicht in dieser Jahreszeit in See zu stechen. Ich sagte nein, ich habe vielmehr erfahren, wie man unter einer Brücke durchkommt, wie es sich anfühlt bei Nebel unterwegs zu sein, auf Grund festzusitzen, von riesigen Fährschiffen fast überfahren zu werden und trotz aller Widrigkeiten am Ende am richtigen Platz zu landen.

Aber im einzelnen:

Brückendurchfahrt: Nach dem Ablegen von der Werftmarina Heiligenhafen war das erste Etappenziel die Fehmarnsundbrücke. Näher kommend konnte ich eine Höhenangabe entdecken, 22 m. Unser Mast ist rund 13,5 m hoch plus Bootshöhe, passt reichlich. Wirklich? Schatz, ich glaube wir bleiben an der Brücke hängen. Nein, kann nicht sein, wir sind doch nicht so hoch. Stimmt, aber das sieht nicht gut aus. Also erstmal abgedreht, geguckt, abgewogen zwischen optischem Eindruck, der Höhenangabe und dem Wissen, dass hier im Sommer eine Menge Segelboote unten durchgehen: Augen zu und durch. „Glück gehabt“, auf die Wirklichkeit ist eben mehr Verlass als auf unseren subjektiven optischen Eindruck.

Treffer: Nach der Brücke noch ein Stück Kurs Ost innerhalb des betonnten Fahrwassers, dann abbiegen nach Süden, Richtung Travemünde. Der Skipper, also ich, im Glauben ich kann das ja alles alleine, steuern und Abbiegepunkt in der Seekarte finden. Nein Skipperin, du musst das Ruder nicht übernehmen. Plötzlich eine Art „boing“ und eine rote Fahrwassertonne rutscht entlang der Backbordseite. Immerhin, die richtige Seite ;-). Reaktion der Skipperin lasse ich hier weg.

Innensteuerstand: Da absolute Flaute herrschte, waren wir unter Motor unterwegs. Es war sonnig, aber kühl. So habe wir das Boot das erste Mal vom Innensteuerstand aus bedient. Schon toll, durch die reichlich Fenster ist das bei Sonnenschein eine Art Wintergarten.

Nebelfahrt: Skipperin hat mich dann mal abgelöst und fand die Fahrt auch sehr angenehm, abgesehen natürlich vom Motorgeräusch. Aber diesmal war das Ziel wichtig, da wir nur dieses eine Wochenende für die Überfahrt zur Verfügung hatten. Nach gerade mal einer gute halben Stunde meinte die Skipperin: schau mal, das sieht aus wie Nebel! Und in der Tat, es war Nebel. Kurze Zeit später waren wir mitten drin, kaum noch Sicht. Schon ein sehr unheimliches Gefühl ab sofort nicht mehr auf Sicht, sondern „auf Technik“ zu steuern. Dank AIS konnten wir zumindest die so ausgestatteten Boote erkennen, zum Ausweichen für kleinere ohne hätte die Sicht m.E. gereicht. Aber gewöhnungsbedürftig, wie man mit so einem „AIS-Boot“, welches laut Plotter genau auf der geplanten Strecke liegt, umgehen soll.

Auf Basis Plotter Kurs knapp daneben gehalten und plötzlich taucht in vielleicht gefühlt 10 m Entfernung ein dicker Pott im Nebel auf. Schon gespenstisch.

Auf Grund gelaufen: Nebel hin oder her, wir nähern uns Travemünde. Nein, nicht weil wir es sehen, der Plotter behauptet das. Eine Tonne gesichtet, diesmal ohne sie platt zu fahren. Leider sind die hier trotz Nebel unbeleuchtet, auch sonst kein beleuchtetes Seezeichen erkennbar. Also Konzentration auf den Plotter und auf das wenige, was man so sehen kann. Plötzlich eine Mauer mit einem halt unbeleuchtetem Seezeichen, wir müssten laut Karte kurz vor der Einfahrt sein. Blick auf den Plotter, am Besten mitten im Fahrwasser, damit wir nirgends anecken. Plötzlich das untrügliche Geräusch und das abstoppen: wir sind auf dem sandigen Grund hängen geblieben. Bei gerade mal kleiner 1,5 m Wassertiefe hat man zumindest gute Sicht auf den Grund.

Zwischen Versuchen, durch Rückwartsfahrt (schließlich sind wir ja bei Vorwärtsfahrt hängen geblieben) und Überlegungen wie wir hierfür am Besten und funktechnisch korrekt (PanPan?) Hilfe holen, kommt rechts von uns aus dem Nebel ein Fährschiff in der Größe eines Kreuzfahrschiffes. Ein gespenstischer Anblick.

Nachdem wir uns ein paar Meter rückwärts bewegen konnten, dann die Idee, es mit Vorausfahrt zu versuchen um in die Fahrrinne zu kommen. Wie eben so Bewegung ins Boot kommt, noch ein Blick nach hinten: Klar war das Wasser hier nicht tief, aber mit einem hätte ich auf unserem Hochseeboot nicht gerechnet, dass da einer steht und uns den Weg weißt.

„Da lang müsst Ihr“ ließ der in seiner Montur im Wasser stehende Fischer verlauten und zeigte in die Richtung, in die wir uns auf den Weg gemacht haben. Sachen gibt’s.

Anlanden: Also fast geschafft, vorsichtig in die Travemündung hinein und uns an einigen Pollern orientiert. Dann doch mal den Blick nach links, und das nächste Ungetüm an Fährschiff nähert sich, auf Kollisionskurs. Ich, Kurs Steuerbord und Gas gegeben. Die Skipperin: Bist du verrückt, mach langsam. Ich: Schau mal nach links. Oha!

Nach dieser unheimlichen Begegnung der Fährschiffart haben wir den Steg der Marina erreicht. Angelegt, orientiert und festgestellt, das ist die falsche Marina. War aber nicht so tragisch, da „unsere“ Marina direkt anschloss und wir nun direkt unsere Box ansteuern konnten.

Ende gut, alles gut: Nun liegen wir in unserem neuen Heimathafen. Noch klar Schiff gemacht und dabei gleich wundervolle Segelkameraden kennen gelernt, Marina und Uwe von der SY Alaya, ebenfalls in Langfahrtvorbereitung. Nachdem die „erfahrene“ Crew der Luna Mare noch nie ein Vorsegel geborgen hatte, war deren Hilfe aufs herzlichste Willkommen. Insbesondere die ausgereifte Technik, auf kleinsten Raum Haupt- und Vorsegel fachmännisch so zusammen zu legen, dass sie in die vorhandenen Segelsäcke passen. Vielen Dank dafür. Vielleicht sehen wir uns ja an Silvester!

 

 

 

Antifouling

Antifouling

Antifouling ist ja, wie so vieles beim Segeln, ein vieldiskutiertes Thema. Wir haben uns hier an ein neues Verfahren herangetraut, Silic One von Hempel. So wird das beschrieben:

Was ist das SILIC ONE-Fouling-Release-System?

• Ist eine biozidfreie Beschichtung zur Verhinderung von Bewuchs
• Besitzt eine Antihaft-Oberfläche
• Ist frei von Bioziden und Kupfer
• Kann für alle Bootsbauuntergründe außer Holz verwendet werden.
Dieses fantastische, biozidfreie Produkt auf Silikon- und Hydrogelbasis verleiht der Beschichtungsoberfläche wasserähnliche Eigenschaften. Damit können sich bewuchsbildende Organismen nicht mehr so leicht am Rumpf ansiedeln und fallen schneller ab, wenn das Boot in Bewegung ist. Zu den weiteren bestechenden Vorteilen gehört auch, dass sich der Bewuchs leicht entfernen und die Beschichtung problemlos erneut auftragen lässt, was zu einer langfristigen Kostenreduzierung führt.

Nach einer Saison schwierig zu beurteilen, ob es langfristig die richtige Lösung ist. Was ja auch aus der Beschreibung hervorgeht, ist Bewegung wichtig. Nachdem die Luna Mare in diesem Sommer zwar im Wasser lag, aber wegen der Ausbauarbeiten nur zwei Wochen bewegt wurde, hatte sich doch einiges angehaftet, mehr als ich eigentlich erwartet hatte:

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Das scheint aber bei diesem Antifouling durchaus nach längerem Liegen ok zu sein. Und das dann doch positive war, dass sich das alles ziemlich leicht entfernen lies und unser Boot nach rund 2 stündigem Säubern zu zweit, wieder so aussah:

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Sofern das Boot dauernd im Wasser ist, reicht ein Neuanstrich (hierzu ist nur eine gründliche Reinigung, aber kein Schleifen erforderlich) alle 2 Jahre aus, sofern das Winterlager außerhalb des Wasser stattfindet, ist vor dem Krantermin eine neue Schicht anzubringen.

Da der Bewuchs, sofern er sich mangels ausreichender Bewegung, doch bildet, kann man ihn vermutlich auch im Wasser relativ leicht „wegbürsten“. Da wird aber sicherlich, z.B. ein freediver, sehr hilfreich sein.

Nachdem die Reparatur (siehe letzter Blog „Salzwasser in der Bilge“) erledigt ist, geht es jetzt wieder ins Wasser und am Wochenende soll es dann von Heiligenhafen nach Travemünde gehen. Dort bleibt die Luna Mare dann im Wasser und vor dem Start in die neue Saison so Ende April/Anfang Mai kommt sie nochmal an Land.

Dann werden wir wohl noch eine Lage Silic One aufbringen und ein paar Stellen, die wir möglicherweise durch zu heftiges Entfernen des Bewuchses mit der Spachtel beschädigt haben, erneuern. Hier müssen wir noch die richtige Abwägung zwischen ausreichend starkem Material zur Bewuchsentfernung und Schutz des Anstrichs finden.

Salzwasser in der Bilge

Salzwasser in der Bilge

Irgendwie scheine ich Wasser anzuziehen. Jedenfalls hatten wir seitdem das Boot im Wasser ist immer wieder welches im Boot an Stellen, wo es nicht hingehört. Wie unter „Waterworld“ schon beschrieben, waren Trinkwasserleitungen an den Spülen undicht.

Super-Gau ist aber der Eintritt von Salzwasser direkt aus der Ostsee. Wir hatten geplant an dem Wochenende die Luna Mare ins Wasserwinterlager (WWL) zu verholen. Auf Grund meiner „Aquaphobie“ gleich mal nach der Ankunft der Blick unter die Bodenbretter und siehe da, mehr Wasser und wie sich später herausstellte Meer Wasser als bisher, fast bis zu den Bodenbrettern.

Eine erste Überprüfung zeigte Nässe unter dem vorderen flexiblen Wassertank. Insofern schien die Ursache gefunden und als nicht so schlimm abgehakt. Irgendwie gab ich mich damit aber nicht zufrieden, da der Wassertank nicht leer war. Dann halt doch mal den Geschmackstest gemacht und festgestellt: salzig.

Wie aber soll hier Ostseewasser ins Boot geraten, wir haben kaum Borddurchlässe und an keiner dieser Stellen ist Wassereintritt erkennbar. Da das Wasser offensichtlich von der Bugrichtung her kommt, dort alles weggeräumt und freigemacht. Und da war die Stelle. Aus dem für das Bugstrahlruder vorgesehenen Rohr tropfte es in kleinen stetigen Tropfen. Wir hatten das ja mit Bauschaum und GFK dicht gemacht, so meinten wir jedenfalls (Siehe auch Blog „HI and LO“ vom 20.03.2016).

War es aber nicht. Gar nicht auszudenken wenn wir länger weg gewesen wären, oder der Wassereintritt stärker gewesen wäre. Dummerweise war die Bilgepumpe nämlich nicht an und so hätte das Boot rein theoretisch sinken können. Ist es aber glücklicherweise nicht.

Jetzt haben wir die quasi ultimative Maßnahme in Auftrage gegeben: Die Öffnungen werden zugeschweißt. So wie es jetzt aussieht, können wir dann Ende November die Überfahrt von Heiligenhafen nach Travemünde angehen. So können wir schon mal testen wie es ist bei niedrigen Temperaturen unterwegs zu sein.

Sah doch gar nicht so schlecht aus. Das Finish hatten wir von der Werft machen lassen. Möglicherweise hatten wir den falschen Bauschaum verwendet, oder bei der Verarbeitung Fehler gemacht. Anyway: jetzt wird zugeschweißt und dann geht es weiter. Ist ja nicht mehr so lange, bis es losgehen soll.

Jungfernfahrt beendet

Jungfernfahrt beendet.

Von Avernakø aus ging es weiter nach Lyø Hafen. Eigentlich nur ein paar Meilen westlich, aber auch Wind aus West. Und da wir den ganzen Tag dafür Zeit hatten, haben wir die Insel umrundet, sind also an der Ostküste entlang erst nach Süden, dann im Süden der Insel nach Westen und abschließend im Bogen nach Norden. Schönes Kreuzen. Macht mit der Luna Mare einfach Spaß. Dauert halt, bis man ans Ziel kommt. Aber heute war der Weg das Ziel.

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Als nächstes eine Ankernacht in der Åkrog Bugt. Einfach wundervoll, so ganz allein an der Küste liegend. Der tagsüber etwas frische Wind hat komplett nachgelassen, wir lagen vom Land abgedeckt in während der Nacht ruhigem Gewässer. Und da das Log nichts angezeigt hat, nutzte ich den Buchtaufenthalt zu einem Tauchgang. Apnoe-Tauchen nennt man das, wenn man keine Ausrüstung dabei hat, allerdings lag ich mit Tauchzeit kleiner 1 min. außerhalb des Definitionsbereiches.

Log zeigt wieder Fahrt durchs Wasser an und den Rumpf habe ich im Bereich des Wasserpasses etwas gereinigt. Bei 20° Wassertemperatur für einen Warmduscher wie mich ein erfrischendes Erlebnis.

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Nachdem sich zum schon ausführlich beschriebenen Problem mit der Waterworld noch ein Dieselproblem dazu gesellte (Ein undichter Dieselanschluss bescherte uns immer so ein bis zwei Tassen voll Diesel in der Bilge im Motorraum) haben wir uns von hier auf den Rückweg gemacht, um bereits Donnerstag Abend wieder im Heimathafen zu sein. Dann haben wir Freitag und Samstag noch für Reparaturen aller Art.

Mit fachmännischer „Mullbinde“ habe ich versucht den Diesel quasi an der Quelle abzufangen.

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So ging es dann über Søby auf Ærø auf den Rückweg. Nächstes Ziel wieder Langeland, wo wir etwas nördlich von unserer ersten Station Bagenkop nochmal eine Ankernacht eingelegt hatten, bevor wir am Donnerstag dann Kurs Heiligenhafen gesetzt haben. Nachdem wir Anfangs auf einen leichten Kreuzkurs gegangen sind, hat sich der Wind freundlicherweise so gedreht, dass wir ohne Kreuzen in Heiligenhafen gelandet sind.

 

Feuertaufe bestanden?

Feuertaufe bestanden?

Seit 5 Tagen sind wir nunmehr unterwegs. Das was die Profis in der Werft eingebaut hatten (Rigg und Motor), hat alles bisher sehr gut funktioniert. Am Rest arbeiten wir noch.

Segeln

Von Bagenkop aus sind wir Richtung Kegnæs/Als gestartet, wollten die dortige Ankerbucht für die erste Nacht vor Anker nutzen. Im Laufe des Nachmittags hat uns jedoch der Wind wieder verlassen, die ganze Strecke motoren wollten wir nicht, so haben wir die Insel Ærø als Ziel des Tages gewählt und auf der Westseite in Höhe Søby geankert. Wir hatten eine wundervolle, ruhige, sternenklare Ankernacht. Wundervoll.

Am nächsten Tag dann Richtung Ærøskøbing auf der Insel Ærø gestartet (laut Wikipedia: Ærøskøbing gilt als die malerischste Stadt der Insel – häufiger Beiname: Märchenstadt – und darüber hinaus als eine der schönsten Kleinstädte Dänemarks. Es befindet sich in der Mitte der Nordostküste Ærøs und ist ca. 750 Jahre alt. Die Stadt steht unter Denkmalschutz und erhielt 2002 den Europa-Nostra-Preis).

Nach der Rundung der Nordostspitze der Insel hatten wir Wind auf die Nase, also dahin gekreuzt. Bei 15 bis 10 kn Wind ging es gut voran und die Luna Mare konnte Ihre Neigung für Amwindkurse zeigen. Ohne Autopilot mussten wir von Wende zu Wende (so einmal pro Stunde) kein Ruder bedienen.

Außerdem hatten wir die Situation genutzt und das Reff getestet. Es ist ein Seldén Spezialreff, das aus dem Cockpit bedient werden kann. Und so easy hatten wir noch nie gerefft. Einfach Reffleine dichtholen, gleichzeitig Großfall etwas öffnen und ruckzuck ist man im ersten Reff.

Von Ærøskøbing aus haben wir uns auf den Weg nach Avernakø (bekannt für seine Maibäume) gemacht. Dieses mal Wind von hinten, so dass wir „Schmetterlingssegeln“ testen konnten. Die Segel standen gut, man muss aber ständig das Ruder bedienen um keine Patenthalse zu riskieren, oder das Vorsegel rüberkommen zu lassen. Da läuft die Luna Mare nicht so kurstreu wie am Wind. Ist ihr wohl zu langweilig. Und hier liegen wir heute abend.

5 Tage vorbei und nur Segelberichte von 3 Tagen?

Freizeitbeschäftigung

Hatte ja schon unter dem Thema „Waterworld“ davon berichtet, dass wir Probleme mit dem internen Wassernetzwerk haben. So hatten wir zwei Hafentage, die wir schon auch für Spaziergänge etc. genutzt haben, ansonsten waren wir aber weiterhin mit der „Waterworld“ beschäftigt.

Im wesentlichen zwei Dinge: Die Wasseranschlüsse an die Spülbecken. Die sind einfach nicht kompatibel und lecken deshalb. Mit üblichen Schlauchklemmen nicht dicht zu kriegen.

Und der Abfluss. Mein erster Reparaturversuch hat das Problem nur vergrößert. Es floß zwar nichts mehr durch das auf dem Bild im vorletzten Blog gezeigten Loch, doch darunter hatte ich die Abdeckung zerquetscht. Am Ende mehr Wasserdurchlass als davor.

Da kam die Skipperin auf die Idee: Sika Flex. Glaube nach WD40 dass zweitwichtigste Utensil auf Langfahrtyachten. Da haben wir dann künstlerisch wertvoll die Schlauchübergänge und den Abfluss mit ausgekleidet (nö, Bild davon gibt es keines, sieht zu peinlich aus). Im Bad scheinen die Abflüsse dicht zu sein, auch Kaltwasser im Pantry Spülbecken. Sorgenkinder sind noch der Abfluss an einem der beiden Becken und Warmwasser. Werden wir morgen nochmal testen.

Und jetzt noch Strecke für morgen planen und dann Gute Nacht!

 

 

 

Jungfernfahrt

Jungfernfahrt

Heute Vormittag, am 05.09.2016 um 10 Uhr hieß es „Leinen los“ zur Jungfernfahrt mit unserer Luna Mare. Wir hatten auf Grund der vorhergesagten Windrichtung Bagenkop auf Langeland/DK als ersten Zielhafen ausgewählt.

In der Marina auflandigen Wind, so dass wir mal „Eindampfen in die Vorspring“ testen konnten. Dann rückwärts raus. Ging gut, obwohl die Manövrierfähigkeit bei Rückwärtsfahrt etwas träge ist. Müssen wir noch testen, um herauszufinden, zu welchen Manövern unsere Luna Mare in der Lage ist.

Bei Anfangs rund 15 kn Wind konnten wir mit einem Am Wind Kurs knapp 4 kn Fahrt machen. Wetter toll, Sonnenschein und angenehme Fahrt. So fängt das gut an.

Ungefähr auf halber Strecke (die Gesamtstrecke belief sich auf knapp 30 sm) dann stetig weniger Wind bis quasi zur Windstille. Also den Rest des Weges unter Motor. Schnurrt zwar nicht wie ein Kätzchen, eher Brumbärart, aber wir kamen gut voran und um 19:30 in Bagenkop an.

Nachdem das Anlegemanöver gut geklappt hat (ok, Flaute und keine Strömung kamen mir schon sehr entgegen) unser erster Anlegerdrink.

Hier ein paar Bilder des Tages: