Von Hawai’i nach Alaska – Tag 17

Die Sonne bleibt uns erhalten, allerdings auch der Nebel, den sie zu durchdringen versucht.

Der Wetterbericht sagt jetzt "nur" noch drei statt vier Tage Wind von weniger als 10 kn voraus. Mal sehen. Für die nãchsten 36 Stunden sollte es ohnehin noch passen.

Mit 5 kn Fahrt "rasen" wir dem Abend mit Nudeln, Spinat und Shrimps in Sahnesauce entgegen.

Die Nacht verläuft ruhig, nur der Wind hält sich nicht an die Spielregeln und ändert seine Richtung immer mal wieder, so dass auch wir immer mal wieder den direkten Kurs nicht halten können.

Den Kurs passen wir ohnehin etwas an. Nicht direkt nach Kodiak Harbor, sondern Old Harbor, etwas südlicher. Soll recht schön sein dort. Wollen dort zwei Nächte verbringen und die ersten Eindrücke von Alaska einsammeln, bevor es dann zum Kodiak Harbor geht.

Um 6 Uhr früh beträgt die Temperatur im Boot nur noch 14°C. Aber weit and breit kein Nebel mehr. Wolkendecke mit ein paar Lücken. Hoffentlich findet die Sonne diese.

Keine zwei Stunden späten steigt die Temperatur auf 20°C. Das lässt sich aushalten.

Die Sonne schafft es tatsächlich, die Wolken weitestgehend zu vertreiben. Ein sonniger Tag erwartet uns?

Denkste. Der Nebel hat das sogleich bemerkt und alles wieder zugedeckt. Bleibt noch der milchige Schimmer der Sonne hinter dem Nebel. Reicht aber für eine angenehme Temperatur im Boot.

1.722 sm geschafft, 531 sm to go. Wassertemperatur 16.6°C.

Von Hawai’i nach Alaska – Tag 16

Der 16. Tag beginnt nicht ganz so gut die der 15. es tat.

Laut Wetterbericht haben wir jetzt nur noch für zwei Tage ausreichend Wind, dann geht es für satte vier Tage auf unter 10 kn bis hin zur Flaute. Nicht schön.

Und der Reparaturversuch am NMEA2000 Netzwerk misslingt. Das Netzwerk besteht neben den Einzelkomponenten wie Log/Lot, AIS, Radar etc. nur aus Kabeln und Verbindungsteilen.

Sobald ich den Cockpit Plotter anschließe bricht das Netz zusammen und keine der Einzelkomponenten ist mehr mit einem der Plotter verbunden.

Sobald ich den Cockpit Plotter von Netz nehme, erhält der Plotter am Innensteuerstand sofort wieder Informationen von allen Einzelkomponenten.

Kann so ein Netzwerkkabel defekt sein? Ich unterlasse bis zur Ankunft weiter Reparaturversuche, damit zumindest der Plotter im Innensteuerstand weiter funktioniert.

Falls jemand Ideen hat, bitte als Kommentar einfügen. Kann ich dann in Kodiak lesen und zur allgemeinen Sichtbarkeit freigeben, sofern es noch keinen freigegebenen Kommentar von Dir auf diesen Seiten gibt.

Ansonsten bringt uns der momentan noch vorhandene Wind gut in den Abend mit Currywurst und Brot.

Der Wind dreht auf Backbord, so dass wir um 21 Uhr die Segel wieder auf die andere Seite bringen müssen. Mit Bullenstander etwas aufwändiger, aber für uns als mittlerweile eingespieltes Team relativ leicht von der Hand gehend.

Der Rest der Nacht verläuft ruhig und der folgende Morgen begrüßt uns in den bekannten Grautönen. Die morgendliche Temperatur im Boot sinkt von 16 auf 15°C. Erhöht sich aber im Laufe des Tages auf über 20°C.

Zum Anschluss des 16. Tages dringen noch ein paar Sonnenstrahlen durch den Hochnebel und bringen uns im Wintergarten (unser rundum und nach oben verglaster Innensteuerstand) 25°C.

1.610 sm geschafft, 686 sm to go. Wassertemperatur 16.7°C.

Von Hawai’i nach Alaska – Tag 15

Tag 15 beginnt sehr positiv.

Der Wetterbericht verheißt, abgesehen von einer 12-stündigen Flaute ab ca. heute Mitternacht, guten Wind bis zum Ziel. Klar, ab mehr als 3 Tage wird der Wetterbericht unsicher, wäre aber toll, wenn es so einträfe.

Und die Dieselpumpe, mit der wir Diesel vom im Kiel befindlichen Haupttank in den höher gelegenen Tagestank befördern, funktioniert wieder.

Mit der Handpumpe hat as auch geklappt. Vom Haupttank in einen Kanister und diesen in den Tagestank geleert. Aber eine umständliche und nicht ganz saubere Angelegenheit.

Die Dieselpumpe hatte ich eigentlich schon aufgegeben, nachdem beim Einschalten leichte Rauchentwicklung auftrat.

Trotzdem zerlegt. Zwei ineinander greifende Zahnräder aus Metall treiben den Diesel nach oben. Die waren durch Schmutzpartikel blockiert.

Gesäubert, wieder zusammengesetzt und dabei bemerkt, dass ein kleines Metallteil fehlt, welches eines der Zahnräder hält. Ein Stück von einer dünnen Schraube als Ersatz abgezwickt, zusammengebaut und installiert.

Und die Pumpe pumpt wieder. Super.

Und am Nachmittag gibt uns tatsächlich die Sonne für zwei Stunden die Ehre. Wen auch teilweise nur milchig durch den Hochnebel.

So kann der Abend kommen, der uns Lauchsuppe mit Hühnchen beschert.

Kurz vor Mitternacht die angekündigte Flaute. Segel bergen, Motor an. Während der Nacht sorgt dessen Brummen für nicht sonderlich angenehmen Lärm.

Der Morgen begrüßt uns ganz nach lokalem Brauch kalt, regnerisch und grau in grau. Bordtemperatur 16°C.

Was ein Spektakel. 100erte Delfine tümmlern sich auf beiden Seiten der Luna Mare so richtig aus. Delfine, so weit das Auge reicht.

Über eine Stunde geht das so. Bestimmt alle hier, um mir zum Geburtstag zu gratulieren 😅 Gänsehautmomente.

Und gut eine Stunde vor Ende des 15. Tages kommt langsam Wind auf. Nach ziemlich genau 12 Stunden Motor aus und Segel setzen.

Hoffentlich hat der Wetterbericht Recht und segelbarer Wind bleibt uns die nächsten 8 Tage erhalten.

1.489sm geschafft, 807 sm to go. Wassertemperatur 16.6°C.

Von Hawai’i nach Alaska – Tag 14

Wir sind weiterhin mit 6 kn Fahrt unterwegs. Am Abend soll sich der Wind dann zur Seite drehen. Tut er dann auch.

Der Schmetterling wird aufgelöst zu Gunsten der klassischen Segelstelling, beide Segel auf einer Seite, aktuell Steuerbord.

Leider lässt der Wind anders als vorhergesagt deutlich nach. Machen noch 3 kn, wird aber im Laufe des Abends immer besser und wir erreichen wieder gut 4 kn Fahrt.

Zum Abendessen gibt es chilli con carne mit Salzkartoffeln. Kann man schön vermanschen. Lecker.

Auf Grund des nachlassenden Windes beruhigt sich auch die See langsam und der Schlaf wird wieder erholsamer.

Je weiter wir nach Norden kommen, um so länger werden zu dieser Jahreszeit die Tage. Führt aber nur dazu, dass man das triste grau in grau Wetter länger sehen kann.

1.393 sm geschafft, 903 sm to go. Wassertemperatur 16.6°C.

Von Hawai’i nach Alaska – Tag 13

Kurz nach Beginn des 13. Tages kommt etwas Wind auf. Ziemlich direkt von achtern. Motor aus, Segel setzen. Mal wieder Schmetterling.

Der Wind nimmt nun kontinuierlich zu und damit nimmt auch Luna Mare zunehmend Fahrt auf. Am Abend sind wir dann bei mehr als 4 kn Fahrt.

Zum Abendessen: Pulpo mit Tomatensauce aus der Dose mit Reis, dazu … Krautsalat ist leider alle. Schade.

Durch böigen achterlichen Wind pendelt Luna Mare jetzt von einer Seite auf die andere. Stetes hin und zurück. Je stärker die Böe um so intensiver und ruckartiger.

So schaukeln wir durch die Nacht and versuchen in den Freiwachen so gut es geht Schlaf zu finden. Wobei dieser bei weitem nicht so tief ist, wie während der etwas ruhigeren Nächte davor.

Im Laufe was Vormittags erreicht der Wind mit Stãrke 6 sein vorläufiges Limt. Das bringt uns jetzt durchschnittlich etwas mehr als 6 kn Fahrt.

Draussen ist es nasskalt and nebelverhangen. Alles grau in grau. Etwas ungemütlich, aber wir kommen voran.

Laut Wetterbericht bleibt das weitestgehend noch so für mehr als 12 Stunden, bis Mitternacht. Dann soll der Wind etwas nachlassen und zur Seite drehen.

1.289 sm geschafft, 1.007 sm to go. Wassertemperatur 17,7*C.

Von Hawai’i nach Alaska – Tag 12

Motorsegeln ist jetzt angesagt. Die Veränderung des Windes ähnelt einer Tidenkurve. Mit einem "Tidenhub" von rund 20 kn.

So starten wir kurz nach Beginn des 12. Tages den Motor und bewegen uns mit gut 4 kn über eine immer glatter werdende See dem Abend entgegen.

Zum Abendessen gibt es leckeres Gulasch, was Marion vor der Abfahrt eingekocht hat, mit Nudeln, dazu … Krautsalat, "weil wir in mögen".

Danach noch Diesel vom Haupttank in den Tagestank pumpen. Als plötzlich die Dieselpumpe den Geist aufgibt. Schöner Mist.

Der Motor holt sich den Diesel vom Tagestank, wie auch Kocher und Heizung. Wie jetzt den Diesel vom Haupttank in den Tagestank hoch bekommen?

Keine Ahnung. Alternativ können wir versuchen, das so um zu bauen, dass der Motor aus dem Haupttank versorgt wird. Nicht so einfach, aber das könnte eine Lösung sein.

So motoren wir in die Nacht hinein. Als ich um Mitternacht meine Wache antrete, sehe ich, dass sich am Windmesser Bewegung abzeichnet.

Sofort Segel setzen and Motor aus. Herrlich, diese Ruhe und das Gleiten durchs Wasser.

Drei Stunden später übernimmt Marion die Wache und ich lege mich wieder hin. Der Wind macht das 20 Minuten später auch. Segel bergen, Motor an.

So motoren wir dem Ende des 12. Tages entgegen.

Und hinsichtlich Diesel vom Haupt- in den Tagestank hoch zu befõrdern gibt es vielleicht doch eine Lösung. Der Skipperin fällt ein, dass wir eine Handpumpe für solche Zwecke haben müssten. Und sie weiß auch, wo sie gelagert sein müsste.

Und tatsächlich, die Pumpe ist da. Sobald wir hoffentlich wieder segeln können und der Motor etwas abgekühlt ist, werden wir das einem Praxistest unterziehen.

Apropos: Bergfest. Nach 12 Tagen haben wir die Hälfte der Strecke geschafft.

1.173 sm geschafft, 1.123 sm to go. Wassertemperatur 19,8*C.

Von Hawai’i nach Alaska – Tag 11

2 Jahre Sommer gehen zu Ende. Den goldenen Oktober überspringen wir und landen direkt im nasskalten November.

Der Wind verändert sich schnell mal von 5 bis 10 kn auf 20 bis 25 kn. Das zwingt uns dazu, hin und wieder mal aktiv zu werden. Segel von steuer- nach backbord and zurück, Schmetterling und Reff rein und raus.

Wenn auch nicht mit Geschwindigkeitsrekorden, so kommen die doch stetig voran. Und jeden Tag, den wir später in Alaska ankommen, kann es dort schon etwas wãrmer sein.

Zum Abendessen gibt es übrigens gebratene Kãselaibchen mit Zwiebelgemüse, dazu … Krautsalat, "weil wir ihn mögen".

Wellenkunde:

Stärkerer Wind schickt schon mal eine Welle voraus. Da kann der erfahrene Skipper dann irgendwie erkennen, dass da was auf ihn zukommt. Es sei denn, der Wind überlegt es sich anders and dreht ab.

Der Wind, da wo du gerade bist, erzeugt auch eine Welle. Wie immer, je stärker der Wind, desto höher die Welle.

Und ist der Wind bereits weitergezogen, dann lässt er zur Erinnerung noch etwas "nachlaufende" Welle zurück.

Und wenn diese drei aus unterschiedlichen Richtungen kommen, haste Spaß. Den dürfen wir momentan in vollen Zügen genießen.

Bewegungen an Bord nehmen akrobatische Züge an und überall kracht und scheppert es. Und wenn du alles gesichert und mit Tüchern schallisoliert hast, kommt Lärm von draußen, vom Rigg. Das sogenannte Riggkonzert.

Dieses behandeln wir aber in einer anderen Folge der "Lach- und Sachgeschichten von der Luna Mare".

1076 sm geschafft, 1.220 sm to go. Wassertemperatur 21,5*C.

Von Hawai’i nach Alaska – Tag 10

Der 10. Tag beginnt sehr trübe. Kein Sonnenstrahl durchbricht das graue Himmelszelt und nur ein Hauch von Wind begleitet uns. Zu wenig um Luna Mare voran zu bringen.

So dümpeln wir etwas genervt dem Abend entgegen. Dieser bringt uns eine Kartoffel-/Speck-/Bohnenpfanne, dazu … Krautsalat, "weil wir in mögen".

Was Wetter bleibt die ganz Nacht konstant wie zu Beginn des Tages. Also seglerisch ungünstig.

Morgens so just nach 6 schlägt Marion vor, den Motor zu Hilfe zu nehmen. Mag ich ja gar nicht gerne. Die brauchen allerdings ohnedies Wasser und Strom. Also Motor an und mit 5 kn Fahrt voraus.

Duschen im Cockpit ist mit den leicht gesunkenen Temperaturen schon etwas erfrischender als bisher. Aber noch sehr erträglich und angenehm.

Knapp 3 Stunden später erreicht der Wind satte 10 kn und wir setzen wieder Segel. Das bringt uns mit 3,x kn Fahrt dem Ende des 10. Tages entgegen, Himmel weiterhin in feinstes Grau gehüllt.

976 sm geschafft, 1.320 sm to go. Wassertemperatur 23,0*C.

Von Hawai’i nach Alaska – Tag 9

Die generelle Wetterlage fängt an sich zu verändern. Es wird etwas kühler und ein Dunstschleier, den der Wind nicht vertreiben kann, da er selbst vertrieben wurde, verdeckt die Sonne.

Laut Vorhersage soll sich das bischen verbliebener Wind nach Norden drehen, wodurch wir da nicht mehr hin können, sondern Kurs NNO bis NO einschlagen müssen.

Nach ebendieser Vorhersage soll er sich aber innerhalb von rund 20 Stunden wieder zurück drehen und uns den Weg nach Norden wieder frei geben.

So genießen wir die noch vereinzelten letzten Sonnenstrahlen des Nachmittags, sowie eine Eier-/Speck-/Gemüsepfanne mit … Krautsalat, "well wir ihn mögen".

Die Nacht verläuft ruhig, nur den Großbaum müssen wir wieder "knebeln", damit er ob des schwachen Windes nicht um sich schlagen kann.

Da wir momentum eben nicht mehr den direkten Kurs halten können und der Wind auf bis 5 kn zurück geht, nähern wir uns dem Ziel nur noch mit 2 Seemeilen pro Stunde.

Im Laufe was Tages soll der Wind wieder zunehemen. Übernächste Nacht dann glücklicherweise nicht auf die ursprünglich vorhergesagten 30 bis 40 kn, sondern "nur" auf 20 bis 30 kn. Damit sollten wir klar kommen.

902 sm geschafft, 1.394 sm to go. Wassertemperatur 24,6*C.

Von Hawai’i nach Alaska – Tag 8

Weiterhin schön sonnig warmes Wetter. Es heißt, auf diesem Weg nach Norden wird der Pazifik jeden Tag ein Grad kühler. Das scheint nicht kontinuierlich zu erfolgen. Irgendwann im Laufe der nächsten Tage dann wohl ein Temperatursturz. Hoffentlich haben wir dann nicht plötzlich Schnee auf dem Deck 😅.

Der Wind bleibt mit 5 bis 10 kn schwach. Reicht aber für ein Etmal von rund 80 sm. Auf dem Weg von Panama nach Hawai’i waren es auf Grund von vielen Schwachwindphasen and einigen technischen Problemen in Schnitt 70 sm.

Nachdem kein Fisch den Weg in unsere Bratpfanne findet, gibt es sum Abendessen Bandnudeln mit Paprika/Tomatensauce.

Gefolgt von einer wiederum ruhigen Nacht, die nur durch das Schlagen der Segel gestört wird, immer dann, wenn der Wind zu stark nachlässt.

Am Morgen fast wolkenloser Himmel und Sonne pur.. So geht mit einem kräftigen Frühstück und viel Sonne der nunmehr 8. Tag seinem Ende entgegen.

Und ganz wichtig: Liebe Jill-Stena, alles liebe and gute zum Geburtstag.

834 sm geschafft, 1.462 sm to go. Wassertemperatur 25,9*C.

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