Von Panama nach Hawai’i – Tag 36

Der Start in den 36. Tag lässt sich gut an. Nur mit Vorsegel unterwegs lässt sich Luna Mare gut steuern und segeln.

Im Laufe des Nachmittags frischt es auf, wir sind jetzt im Bereich von 20 bis 25 kn bei zunehmend unruhiger See.

Die Skipperin schlägt vor, auf unser kleinstes Vorsegel (Sturmfock) zu wechseln. Ich, immer zögerlich wenn es um die Verkleinerung der Segelfläche geht, habe gelernt, auf die Skipperin zu hören. Was wieder mal eine gute Idee ist. Den es ergeben sich zwei positive Punkte daraus.

Zum einen: während die Skipperin die Sturmfock am Kutterstag setzt, rauscht das andere Segel am Vorstag noch etwas aus. Nachdem wir es wieder aufgerollt haben, bemerkt die Skipperin, wie ruhig es plötzlich ist.

Da konnte sich Luna Mare unseren Affentanz bei dem Geschaukele in den Wellen wohl nicht mehr mit anschauen und dreht einfach bei. Dachte immer, zum beiliegen benötigt man auch die Unterstützung durch das Großsegel, geht aber anscheinend auch nur mit Vorsegel. Lediglich die notwendige Wende muss man halt dabei unter Motor machen. Mussten wir mit den kleineren Vorsegeln aber vorher schon.

Zum anderen: ich begebe mich wieder hinter das Ruder und korrigiere schon aus Gewohnheit laufend den Kurs ein wenig, um möglichst exakt auf Zielkurs zu sein. Bis ich bemerke, dass Luna Mare dies auch ohne mein zutun hin bekommt.

Ein wesentlicher Grund ist, dass der Wind gedreht hat und wir jetzt bei seitlichem Wind auf Kurs sind. Nur noch einige wenige Male pro Stunde ist eine manuelle Korrektur erforderlich.

So können wir die Won Ton Suppe gemütlich auf der Hundekoje genießen und dem Treiben um uns zusehen.

Der Wind erreicht mittlerweile 28 kn, wir segeln aber unter Sturmfock und mit kaum Ruderaufwand ganz ok dahin. Es wird zwar zunehmend schaukliger, im Eck sitzend, oder auf der Koje liegend, lässt sich das gut aushalten.

Wir beschließen wieder in den 3 Stunden Rhythmus zu gehen, um unter den bestehenden Bedingungen so lange wie möglich weiter zu segeln. Um Mitternacht knackt der Wind die 30 kn Marke (ein Danke an dieser Stelle nach Würzburg, ein paar Knötchen weniger hätten aber auch schon gereicht).

Leider klappt der Wachrhytmus nur wenig zufrieden stellend. Im Vorschiff liegt man ob der Schiffsbewegungen wie auf einer Achterbahn. Kein Schlaf möglich. Und die Hundekoje (Koje für den Wachhabenden) ist zu klein, dass ein zweiter darauf vernünftig schlafen könnte.

So drehen wir um 3 Uhr bei und gönnen uns drei Stunden Schlaf, bevor es wieder weiter geht. Leider hat der Wind zurück gedreht und trifft die Luna Mare wieder von schräg hinten, was bedeutet, dass wir wieder im stündlichen Wechsel ans Ruder gehen.

Der Wind ist auf 20 bis 25 kn zurück gegangen und geht mit Ende des 36. Tages auf unter 20 kn; die See um uns allerdings noch ziemlich unruhig. Aber wir kommen wieder relativ angenehm voran.

Wir sind jetzt 9 Stunden hinter Deutschland. Da sich mindestens 70 sm pro Tag nunmehr ständig ein zu stellen scheinen, ab sofort eine Prognose, wie viele Tage wir voraussichtlich noch benötigen werden und das sich daraus ergebende Ankunftsdatum (ETA).

2.565 sm geschafft, 29 Tage und 1.992 sm to go. ETA 16.03.2020.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 35

Der 35. Tag beginnt was den Wind betrifft etwas ruhiger. Für die angestrebten 70 sm pro Tag wird es aber trotz der "Nachtruhe" hoffentlich reichen.

Ab morgen (15.02.) Mittag soll der Wind deutlich zulegen. Für rund 36 Stunden soll er sich dann im Bereich ab 25 kn bis in Böen über 30 kn bewegen. Etwas mehr als für unsere 70 sm notwendig und vermutlich mehr bzw. intensivere Arbeit am Ruder, aber ansonsten hoffentlich unproblematisch. Danach soll er wieder bis auf unter 20 kn zurück gehen.

Ein Schaden ist auch wieder aufgetreten. Das Reffband an unserer Vorsegelrollanlage; damit wird das Vorsegel gerefft bzw. eingeholt, also aufgewickelt. Glücklicherweise aber außerhalb der Rolle, so dass wir das Vorsegel bei Bedarf weiterhin aufrollen können.

Allerdings geht das jetzt nicht mehr vom Cockpit aus, sondern nur noch direkt vorne im Vorschiffsbereich, also dort, wo man den Seegang am deutlichsten spürt.

Eigentlich finde ich, dass das Facnor System ein gutes ist. Am Reffband hat man aber anscheinend etwas gespart. Jedenfalls haben wir von Pincoyas Crew gehört, dass deren Reffband auch schon einige Male gerissen ist. Hoffentlich hält das verbleibende Band bis Hawai’i.

Über den Abend (Dosensuppe, verfeinert mit Champignons und etwas gewürfelter Chorizowurst) geht es mit angenehmem Segeln der Nachtruhe entgegen. Mit Beidrehen frischt es leider etwas auf, so dass die etwas stärkere Schräglage diese ein klein wenig unangenehmer macht. Die ausreichend angereicherte Müdigkeit sorgt aber für guten Schlaf, bis es um 4 Uhr dann wieder weiter geht.

Da der Wind nunmehr mit rund 20 kn von schräg hinten kommt, nehmen wir das Großsegel weg und segeln nur mit Vorsegel. Trotz der weiterhin konfusen See ergibt sich zur Begrüßung des neuen Tages ein angenehmes Segeln.

Ich wäre nun nicht ich, wenn ich nicht trotzdem etwas zu meckern hätte: die Sonne könnte sich gelegentlich mal wieder blicken lassen.

2.490 sm geschafft, 2.067 sm to go.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 34

Der Nachmittag bleibt so gut, wie es der Vormittag schon war. Bei Wind rund 15 kn, überwiegend sonnig, machen wir gut 4 kn Fahrt. Da stören die etwas ungleichmäßigen Wellen nicht so sehr. Fühlt sich schon wie Passatwindsegeln an. Mal sehen, für wie lange.

Und es bleibt weiterhin unverändert und damit ganz ok. Wir wechseln uns weiterhin mit einer Ausnahme stündlich ab. Die Ausnahme ist je einmal zwei Stunden vor bzw. nach dem Beidrehen, um wie erwähnt auf halbwegs 6 Stunden Schlaf am Stück (mit einer 15 Minuten Unterbrechung) zu kommen.

Jetzt sind wir den 3. Tag ohne Autopilot. Auf Grund der Anstrengung etwas müde, scheint aber zu schaffen zu sein. Jeden von uns beiden erwarten allerdings noch über 300 Stunden Ruder gehen bis Hawai’i. Gut das wir uns beim letzten Deutschlandurlaub etwas Winterspeck zugelegt haben.

Wir haben jetzt auch die 3. Nacht hinter uns, in der wir 4 Stunden (einmal 8 Stunden) beigedreht verbracht haben. Ich schaue immer bange auf die Segel, die doch immer so um die 20kn Wind aushalten müssen. Scheint aber zu passen, hoffentlich.

Der Wind schiebt uns dabei immer einige sm nach Südsüdwest. Wir machen dabei zwar keinen Weg Richtung Ziel gut, verlieren ihn aber auch nicht. Ohne beidrehen würden wir momentan locker die ursprünglich geplanten 100 sm pro Tag schaffen, ohne Schlaf geht es halt aber nicht.

Unser neues Ziel seit einer Woche sind 70 sm am Tag, was aktuell leicht machbar erscheint. Aber die Bedingungen ändern sich hier manchmal rasend schnell, deshalb Vorsicht mit Prognosen.

2.415 sm geschafft, 2.142 sm to go.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 33

Der 33. Tag lässt sich gut an und nach 3 Stunden, um 15 Uhr, haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht: Bergfest. Wir haben jetzt die Hälfte der Strecke hinter uns und ab jetzt ist die "geschafft Zahl" stets größer als die "to go Zahl".

Darauf ein Stamperl panamesischen Rum (Marke abuelo = Großvater). Wohlgemerkt eins, aufgeteilt zwischen den zuständigen Göttern (die den, wie sich noch herausstellen sollte, nicht vertragen haben), der wundervollsten Skipperin der Welt und mir.

Wir segeln weiterhin angenehm mit rund 4 kn Fahrt dem Abend (Reisnudeln mit Gemüse und unserer vielfältigen Chorizowurst) entgegen.

Dann, nach Sonnenuntergang, machen sich die wohl betrunkenen Götter bemerkbar, mit allem, was man für grottenschlechtes Segeln benötigt:

1. Für die richtige Dramaturgie ist Dunkelheit erforderlich, gepaart mit einer der Stunde des Tages adäquat ermüdeten und unkonzentrierten Crew.

2. Seegang mit Wellen von 2 bis 3 m Höhe, aus möglichst unterschiedlichen Richtungen.

3. Böiger Wind, der in wechselnden Intervallen schnell mal von 14 auf 22 kn hoch und zurück geht.

4. Prasselnder Regen bildet sodann quasi das Sahnehäubchen.

Das Rudern wird dabei zu einer echten Herausforderung. Man dreht wortwörtlich am Rad. Bekommt man das ganze einigermaßen stabilisiert, schleicht sich unvermittelt, auf Grund von Müdigkeit und mangelnder Konzentration, ein Steuerfehler ein, den es hastig zu korrigieren gilt.

Der Spaß geht so über einige Stunden. Um 23 Uhr geben wir auf und entschließen uns, die Luna Mare bei- und uns hinzulegen.

Noch kurz geprüft, ob die Luna Mare stabil liegt und zeitgleich mit dem Hinlegen kommt der Schlaf.

Nach den ohnehin geplanten vier Stunden noch keine Lust auf zu stehen. Am Besten abwarten, bis es wieder hell wird, was es dann um 7 Uhr unter wolkenverhangenem Himmel auch wird. 8 Stunden Schlaf bringen uns Erholung, aber halt nicht weiter.

Dafür macht das Segeln jetzt aber wieder deutlich mehr Freude. Bei weniger böigem Wind machen wir bei angenehmerer Arbeit am Ruder wieder so um die 4 kn Fahrt. Der Himmel klart etwas auf und die Sonne kommt gelegentlich zum Vorschein.

Sehr zur angenehmen Atmosphäre trägt der ausgeschaltene Windgenerator bei. Der nennt sich "Silentwind", ist aber eigentlich ein akustischer Sturmsimulator. Unglaublich was der für Windgeräusche verursacht, lädt aber bei weniger als 20 kn Wind die Batterie nur mäßig.

Immerhin hat er es geschafft, die Batterie bis heute früh von 90 auf 100 % zu bringen. Mal sehen, wie viel heute die Sonne davon halten kann, sonst müssten wir ihn bald wieder in Betrieb nehmen. Der Ausfall des elektr. Autopiloten macht sich in der Energiebilanz dafür schon deutlich bemerkbar.

Nun warten wir seit 33 Tagen auf angenehmen Passatwind. Vermute, der wird im Pazifik anders definiert als im Atlantik, wo das Segeln in demselben quer über den Atlantik ein Genuss war.

2.330 sm geschafft, 2.227 sm to go.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 32

Laut aktuellsten Wetterbericht beginnt der 32. Tag mit 17 bis 19 kn, kontinuierlich zunehmend. Laut Windmesser an Bord haben wir momentan 7 bis 9 kn Wind.

So geht es gemächlich in den Nachmittag mit stündlich wechselndem Ruder gehen. Das lässt sich bisher ganz ok an. Ist aber schon etwas anstrengender als auf der faulen Haut zu liegen.

Die Stunde geht ganz gut rum. Längere Ruderzeiten erscheinen uns zu anstrengend. Ist zwar je nach Wind nicht sehr arbeitsintensiv, aber eine gewisse Konzentration ist aufrecht zu erhalten.

Da passt das "Parken auf hoher See" (beidrehen/beilegen) ganz gut; von Mitternacht bis vier Uhr ist es relativ ruhig an Bord und wir beide kommen zu etwas Schlaf.

Der letzte Rudergang der Skipperin davor und meiner danach ist für je zwei Stunden angesetzt, ergibt also für jeden 6 Stunden Schlaf, je einmal unterbrochen durch die Unterstützung beim beidrehen, bzw. klar machen zur Weiterfahrt.

Gegen Abend (Bratkartoffeln mit Chorizo-Wurst und Champignons) nimmt der Wind dann tatsächlich etwas zu und knappert schon das eine oder andere Mal an 20 kn. Hält durch bis zum mitternächtlichen beidrehen und lässt dann wieder etwas nach, bleibt aber überwiegend bei >10 kn, was uns ja bereits eine große Freude bereitet.

Jetzt, gegen Ende des 32. Tages, also kurz vor Mittag, sind 20 bis 25 kn Wind vorhergesagt, die die nächsten 36 Stunden anhalten sollen. Unser Windmesser zeigt immerhin 10 bis 14 kn an. Das ist ja ganz ok so.

Und es ist sonniger als vorhergesagt. Das freut die Batterien und schont unseren ohnehin knappen Dieselvorrat.

2.269 sm geschafft, 2.288 sm to go.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 30

Die Reinigung der Hydraulikpumpe lief wie erwartet. Einerseits war sie dringend notwendig (unverzügliche, dass mir das nicht schon in Panama eingefallen ist, aber so lange etwas funktioniert denke ich mich immer an so etwas) andererseits ging etwas defekt.

Die Befestigung für eine der beiden Schrauben ist wohl wegen Materialermüdung abgebrochen. Jetzt soll die verbleibende Schraube unterstützt um einen Kabelbinder die Pumpe zusammen halten.

Macht auch damit einen ziemlich stabilen Eindruck. Und der Test verläuft positiv.

Wir steuern aber zunächst weiter von Hand, um Energie zu sparen. Mangels Sonne und zu wenig Wind wird die Batterie nicht geladen.

Mit Einbruch der Dunkelheit, nach dem Abendessen (Schinkennudeln mit den restlichen beiden Eiern) um 19 Uhr über nimmt der Autopilot.

Um 21 zu meiner Freiwache ziehe ich mich in die Koje zurück, einigermaßen zufrieden, da der Autopilot uns wieder präzise steuert.

1,5 Stunden später ruft mich die Skipperin: der Autopilot hat sich abgeschaltet. Und das war es. Jetzt lässt er sich nur noch sporadisch anschalten und läuft dann für max. ein paar Minuten.

Der Alptraum ist eingetreten, wir steuern die nächsten geschätzt 40 Tage von Hand. Die Stimmung sinkt auf den Tiefpunkt. Aber da müssen wir durch.

Damit wir nicht komplett aus den Latschen kippen, planen wir, jeweils von 0:00 Uhr bis 4:00 beizudrehen (eine Art parken für ein Segelboot). Einer geht davor, der andere danach für zwei Stunden ans Ruder. So dass jeder 6 Stunden Schlaf hat. Die restliche Zeit wechseln wir uns stündlich ab.

Der Wind hat letzten Abend etwas aufgefrischt, kommt aber nicht aus Nordost, sondern aus Ostsüdost, also genau von achtern und hat mittlerweile wieder deutlich nachgelassen. Jetzt sind wir seit 31 Tagen und 2.200 sm unterwegs und immer noch kein stetiger und ausreichender Passatwind.

Werden versuchen müssen, mit der Situation klar zu kommen. Vernünftige Alternativen gibt es keine. Mexiko wäre nicht so weit weg, aber aus dieser Richtung kommt normalerweise der Wind. Ein kurzer Test um Mitternacht hat gezeigt, dass wir mit dem Ersatzsegel nicht hart am Wind kreuzen können. So würde uns der machbare Kurs dann eher zu den Aleuten, statt Mexiko oder USA bringen. Macht also keinen Sinn.

Also weiterhin Kurs Hawai’i, egal wie lange wir bis dahin noch benötigen werden.

2.202 sm geschafft, 2.355 sm to go.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 30

Überwiegend bewölkt (schlecht für Solarenergie), allerdings noch kein Regen. Der Wind bewegt sich so zwischen 10 und 15 kn, zwischendurch geht es auch mal hoch auf 20. Damit können wir den avisierten Schnitt von 3 kn wohl gut erreichen.

Die Aussichten auf zwei Tage durchgehend 20 bis 25 kn sind nicht so erbaulich, da die Beanspruchung des Riggs steigt (noch ein Segel darf nicht ausfallen) und es an Bord ungemütlich wird. Aber noch nichts wirklich Besorgnis erregendes.

Am Ruder wechseln wir uns tagsüber momentan stündlich ab. Der Wind allein erzeugt aber trotz dieser Energieeinsparung nicht ausreichend Energie, so dass wir mittels Motor bzw. Lichtmaschine nachhelfen müssen. Hoffentlich verziehen sich die für den gesamten Vorhersagezeitraum von 5 Tagen angekündigten Wolken dann wieder und Sonne kommt zum Laden der Batterie zum Vorschein.

An frischen Sachen haben wir noch einige Kartoffeln und Zwiebeln. Es geht nun an Fertiggerichte und Fertigsaucen. So gibt es heute Abend Nudeln mit Tomaten-Fertigsauce. Durchaus genießbar und einfach in der Zubereitung.

Die Nacht verläuft überwiegend ruhig, nur der Autopilot macht uns weiterhin Sorge. Schaltet sich sporadisch ab, weil er keine Ruderrückmeldung mehr erhält. Muss nach Tagesanbruch doch mal die zugehörige Hydraulikpumpe öffnen. Vielleicht hat sich nur zu viel Kohlestaub angesammelt, der entfernt werden muss. Habe mich bisher diesbezüglich zurück gehalten. Hätte das lieber vor Hawai’i gemacht, da ein von mir bei der Reparatur verursachter Totalausfall schon eine problematische Sache wäre. Aber wird schon klappen.

Die aufgehende Sonne steht mittlerweile hinter einer Wolkendecke am Horizont. Bereite mich gedanklich auf die "Operation Hydraulikpumpe" vor. Davor zur Stärkung aber noch Müsli und einen starken Kaffee.

2.142 sm geschafft, 2.415 sm to go.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 29

Meinem Blog von gestern bitte nicht falsch verstehen. Wir sind in keiner wirklich problematischen oder gar gefährlichen Situation. Selbst am Ruder zu stehen ist ja nichts so außergewöhnliches und manche haben gar keinen Kühlschrank an Bord.

Ein wenig Frust halt; durch das Malheur mit dem Vorsegel brauchen wir für die Reststrecke mehr als eine Woche länger und müssen uns nach 2.000 sm immer noch mit zu wenig Wind herum plagen. Mal sehen, wie lange es dauert, bis ich mich über zu viel Wind beklage ;-).

Heute Mittag, zu Beginn des 29. Tages hat beim Wetterdienst jemand aus dem Fenster geguckt und fest gestellt, dass etwas wenig Wind ist und dieser von genau achtern kommt.

Aber am Abend soll er etwas zur Seite drehen und auf die erhofften >10 kn zunehmen. also geht es weiter mit knapp 2 kn durch den Nachmittag.

Und tatsächlich, am Abend (Nudel/Reismischung mit Huhn Fertiggericht) dreht der Wind etwas zur Seite und müht sich langsam hoch auf 10 bis 12 kn. Mit kleinen Variationen, aber fast nie unter 10 kn bleibt es so während der ganzen Nacht und auch nach Sonnenaufgang.

Wir machen jetzt kontinuierlich >3 kn Fahrt und können von einer Ankunft in 37 Tagen träumen. Laut Vorhersage soll der Wind die nächsten Tage im Bereich 10 bis 15 kn bleiben (mit Böen leicht darüber), bis er dann noch auf 20 bis 25 kn ansteigt.

Gestern habe ich noch gemutmaßt, dass wir auch weiterhin kaum Regen haben werden. Jetzt wurde für die nächsten 3 Tage teils heftiger vorhergesagt. Bei 26°C Lufttemperatur kann man da ja mal eine Dusche nehmen.

Der eine oder andere Delfin versucht weiterhin gute Laune zu verbreiten, Seevögel versuchen an Bord zu kommen, gelingt denen aber selten, bzw. werden von mir wieder vertrieben, da die Luna Mare keine Sammelstelle für deren Hinterlassenschaften ist. Nur die Wale wollen sich das hier nicht mehr mit ansehen.

2.061 sm geschafft, 2.496 sm to go.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 28

Der tägliche Wetterbericht wird durch die Realität leider weiterhin nicht bestätigt. Mit dem jetzt kleineren Vorsegel benötigen wir mindestens den Wind, der für diese Gegend eigentlich vorgesehen ist. So sind in den Böen häufig über 20 kn, teils 30 kn vorhergesagt worden. Haben wir aber nicht.

Wir ändern unsere Prognose hinsichtlich unserer Reisegeschwindigkeit auf 3 kn. Das wären noch 36 Tage statt erhoffter 27. Grob überschlagen passt das hinsichtlich unserer Lebensmittelvorräte. Diesel ist halt etwas knapp.

Während wir dabei sind, uns mit der längeren Reisedauer "vertraut" zu machen, lässt der Wind weiter nach (4 bis 5, in den Böen gerade mal 8 kn) und wir schaffen kaum noch 2 kn Fahrt über Grund, also inkl. Strömung.

Der Unterschied hinsichtlich der verbleibenden Reisedauer ist beträchtlich:

4 kn = 27 Tage
3 kn = 36 Tage
2 kn = 54 Tage.

Da heißt es nun schon mal, sich mit den Vorräten/Reserven im Detail vertraut zu machen und den Bestand auf zu nehmen.

Lebensmittel: Nudeln und Reis reichen locker für 120 Tage. Mit Saucen, Suppen und sonstigem sind 50 Tage als momentaner worst case zu schaffen.

Diesel: Bei 50 Tagen dürfen wir in Bälde den restlichen Diesel nur zur Erzeugung der für den Wassermacher notwendigen Energie verwenden. Für den Rest müssen Sonne und Wind reichen. Momentan ist es noch größtenteils sonnig.

Das reicht aber noch nicht ganz. Kühlschrank steht jetzt auf Stufe 2 von 9. Sofern sich der Wind nicht deutlich verbessert, müssen wir ihn in spätestens zwei Wochen ausschalten.

Den Autopiloten entlasten wir durch Ruder gehen, momentan zumindest tagsüber. Ist auch für den Autopiloten selbst gut, da dessen Hydraulikpumpe sporadisch ausfällt, was an den sog. Kohlebürsten liegt. Bisher hat es gereicht, diese raus zu nehmen und wieder rein zu tun. Dann läuft er wieder für 2 bis 24 Stunden bis zum nächsten Ausfall.

Und die Kohlebürsten selbst sind ebenfalls ein Problem. Seit der Abfahrt vor 2.000 sm haben wir das zweite Paar eingesetzt, welches auch bereits fast verbraucht ist. Zwei Paar haben wir noch für die restlichen knapp 2.600 sm. Das erste Paar hielt, sofern ich mich recht erinnere, mindestens 7.000 sm. Da unsere Segeltrimmfertigkeiten seitdem nicht dramatisch abgenommen haben, kann es nicht (nur) am Trimm liegen. Da liegt vermutlich ein anderer Defekt an der Hydraulikpumpe vor.

Wasser: Mit dem vorhandenen Diesel haben wir genug Energie, um Wasser ausreichend für 100 Tage zu produzieren. Es darf nur am Wassermacher selbst kein Defekt auftreten, da die 200 l Notreserve bei 50 Tagen kaum reichen würden. Regen, um Regenwasser zu erhalten, gab es bisher nicht, abgesehen von ein paar verirrten Tropfen. Eher unwahrscheinlich, dass es mehr wird.

Alles in allem werden wir also weder verhungern noch verdursten und das Ziel früher oder eher später erreichen. Halt etwas ungemütlicher als gedacht. Und die Wahrscheinlichkeit, dass wir wenigstens 3 kn im Schnitt erreichen, dürfte auch bei vorsichtiger Einschätzung bei deutlich über 50% liegen.

Ergo kein Grund zur Sorge.

Was mir eben noch einfällt. Evtl. Kommentare von Euch (jederzeit herzlich willkommen) kann ich erst nach Zielankunft lesen, bzw., bei neuen Kommentatoren, dort überhaupt erst freischalten, damit sie angezeigt werden.

1,883 sm geschafft, 2.574 sm to go.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 27

Der Wetterbericht zu Beginn des 27. Tages weist für ebendiese weiterhin 25 bis 30 kn aus. Sind aber nur < 20 kn. Und es sollen tendenziell eher noch weniger werden.

Also setzen wir das etwas größere Ersatz-Vorsegel. Und tatsächlich erreichen wir wieder mehr als 4 kn Fahrt.

Die Freude währt aber nur ein paar Stunden. Mit Wind unter 15 kn geht die Fahrt auf rund 3 kn zurück und bei gelegentlichen < 10 kn Wind auf rund 2 kn.

Es bleibt aber zum Abend (von gestern übrig gebliebene Kartoffel-Chorizo-Suppe) bei Wind, ausreichend für rund 3 kn Fahrt. Dies hält auch di ganze Nacht hindurch an.

Erst gut eine Stunde vor Mittag, dem Ende des 27. Tages geht es Richtung 15 kn. Die könnten wir gut gebrauchen.

Mit nach 27 Tagen immer noch gut 2.600 sm vor uns (nach ursprünglicher Planung sollten es jetzt nicht mehr viel mehr als 1.800 sein), kreisen unsere Gedanken in erster Linie um den Wind. Mit dem jetzt kleineren Vorsegel ist es aktuell noch schwierig einzuschätzen, ob wir am Ende noch 4 oder 5 Wochen, oder gar länger benötigen.

Hinsichtlich der Lebensmittelvorräte kein Problem, aber die Geduld hat. Was natürlich Unfug ist, da ja das Segeln ohnehin nicht dafür geeignet ist, um schnell von A nach B zu kommen. Schon gar nicht mit einer 38 Fuß Stahlyacht mit mehr als 13 Tonnen. Aber das kriegen wir schon noch/wieder hin, das mit der Geduld.

1,824 sm geschafft, 2.633 sm to go.

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