Von Panama nach Hawai’i – Tag 8

Die zweite Woche beginnt deutlich anders, als die erste geendet hat. Uns hat der Nordostpassat voll im Griff. Dieser soll bis Hawai’i anhalten und stetigen Nordostwind mit Windstärke 4 bis 5 bringen. Ausnahmen gibt es nur im begrenzten Umfang. Geringfügige Veränderungen der Windrichtung oder der Windstärke, die auch mal Stärke 6 erreichen kann.

Der aktuelle Wetterbericht bestätigt das schon mal für die nächsten 10 Tage. Im Detail können sich dann noch Feinheiten wie Wellenhöhe, -richtung und -periode, sowie Strömungsstärke und -richtung auf das Vorankommen und den Komfort an Bord auswirken.

Aktuell rollen zwei Meter hohe Wellen Steuerbordseite heran. Bei der Wellenhöhe wird das schon beeindruckend. Aber glücklicherweise gehen die unter der Luna Mare durch und nicht oben drüber.

Das sorgt aber für erhebliche Bootsbewegungen, zumal die Wellen sehr ungleichmäßig heran rauschen. Damit wird jede Bewegung und insbesondere Tätigkeit an Bord zu einer Herausforderung. Dafür bewegen wir uns jetzt nicht mehr mit knapp vier, sondern mit knapp sechs Knoten voran.

Die Zubereitung des Abendessens (asiatische Gemüsepfanne mit Glasnudeln) nimmt leicht akrobatische Züge an, wir schaffen aber sowohl kochen und essen verletzungsfrei.

Zum Ende der Nacht hin werden wir noch etwas schneller, was daran liegt, dass wir nun Windstärke 6 haben, also > 20 kn Wind. Um 5 Uhr nehmen wir das Großsegel ins 2. Reff.

Auf Grund des Windes und der quirligen See wird jede Bewegung an Bord zum Kraftakt und was nicht fest verzurrt ist, oder sich bereits auf der Backbordseite befindet, landet dort früher oder später, nach einem kurzen Flug durchs Boot.

Rund 6 Stunden später beruhigt sich der Wind auf 10 bis 15 kn, was den Komfort an Bord erheblich steigert. Und so geht es dann relativ gemütlich dem Ende des 8. Tages entgegen.

759 sm geschafft, 3.798 sm to go.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 7

Der Wetterbericht für den 7. Tag bringt nichts wirklich Neues. Noch 50 sm bis zum richtigen Wind. Reicht der Diesel dann noch für die Reststrecke? Die Schwachwindzone ist so was von stationär, dass wir den Gedanken, einfach auf Wind zu warten, schnell wieder verwerfen. Laut Wettervorhersage ist hier für die nächsten 5 Tage keine relevante Änderung zu erwarten. Und vermutlich auch danach nicht so schnell.

Also Augen zu und durch und ab Erreichen des Windes mit dem restlichen Diesel streng Haushalten. Wird schon irgendwie klappen!?!

Zum Abendessen gibt es übrigens Rippchen mit (selbst angesetzten) Sauerkraut. Und dank Elisabeth von der SV Bengt haben wir wieder etwas Kümmel, den ich im Sauerkraut (aber auch im Krautsalat) so sehr liebe. Die Skipperin hasst Kümmel. Also doch nicht nur Gemeinsamkeiten, die wir teilen. Aber damit können wir leben.

Was mich interessieren würde: hatte hier auf dem Pazifik zwischen Panama und Hawai’i schon mal jemand vor uns Rippchen mit Kraut auf dem Speiseplan?

Zurück zum Wind. Der Übergang ist auf einer Strecke von rund 30 sm fließend. Ab 21 Uhr soll der Wind leicht zunehmen auf > 5 kn um dann am 9 Stunden später bei > 15 kn zu sein. Während ihrer Wache von 21 Uhr bis Mitternacht startet die Skipperin schon mal einen Versuch und setzt Segel. Muss diesen aber Mangels Wind kurz darauf wieder abbrechen.

Da habe ich um kurz nach Mitternacht mehr Glück. Der Wind schafft es, jetzt kontinuierlich bei 6 bis 8 kn zu bleiben. Das reicht für fast 3 kn Fahrt. Das ist doch schon mal was.

Im 3 Uhr heißt es für mich "ab in die Koje" und kurz vor 6 Uhr wecken mich kräftigere Schiffsbewegungen. Wir haben jetzt bis 15 kn Wind, gelegentlich sogar darüber. Die Fahrt geht jetzt schon mal in den Bereich von mehr als 5 kn. Wundervoll, nach dem elendig langen Motoren statt Motorlärm die Geräusche von Wind und Wasser im Ohr zu haben.

So geht es dem Ende des 7. Tages entgegen. Sind also jetzt seit genau einer Woche unterwegs, 5 weitere werden es wohl noch werden.

618 sm geschafft, 3.939 sm to go.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 6

Laut Wettervorhersage zu Beginn des 6. Tages liegt die Grenze der Schwachwindzone an unveränderter Stelle, also noch gut 100 sm von uns entfernt. Da sollten wir bei jetziger Geschwindigkeit morgen Nachmittag sein. An Segeln ist bis dahin nicht zu denken, da der Wind mit seinen mäßigen < 5kn auch noch aus ebendieser Richtung kommt.

Die Sonne hat alle Wolken vertrieben, so ist es auf der Luna Mare brütend heiß. Für mich sind daher die angenehmsten Stunden abends ab ca. 17 Uhr, bis ich mich dann um 21 Uhr zum ersten Mal schlafen lege. Die Wache von Mitternacht bis 3 Uhr ist hinsichtlich der Temperatur auch erträglich, aber da dominiert die Müdigkeit. Und bei Wachantritt dann um 6 Uhr Morgens sind es noch zwei Stunden, bis uns die Sonne wieder richtig einheizt.

Positiv ist, dass die See bei Abwesenheit von Wind sehr ruhig ist und damit die Schiffsbewegungen sich in Grenzen halten. Das Erleichtert das Kochen doch sehr.

Auch so etwas kann sich auf hoher See schnell andern. Kurz vor Sonnenuntergang, pünktlich zum Kochen (es gibt Bratkartoffeln mit Spiegelei), stellt sich eine Dünung ein, die uns gehörig in ein ne seitliche Schaukel Bewegung versetzt. Kommt aus nördlicher Richtung. Folgt ihr der Wind? Oder behält der Wetterbericht recht und wir müssen diesem noch bis Morgen Abend nähern? Momentan haben wir jedenfalls unverändert < 5kn Wind.

So ab 20 Uhr nähert sich der Wind mehr und mehr den 5 kn, um Mitternacht ist er gelegentlich schon mal leicht darüber. Als er sich bis zum Wachwechsel um 3 Uhr ziemlich beständig bei 6 bis 8 kn ein pendelt, setzen wir wieder die Segel.

Die folgenden 3 Stunden schaffen wir 6 sm, machen also einen Schnitt von 2 kn. Nicht berauschend, aber wir haben noch 4.000 sm vor uns und schon etwas mehr als die Hälfte unserer Dieselvorrats verbraucht. Da zählt jeder Liter und ob wir noch im Februar vor Hawai’i sein werden, oder erst Anfang März ist doch eigentlich egal, oder?

Mit deutlich weniger als 2 kn wird es aber eher Juni, also nach weiteren 2 Stunden, die uns um gerade mal 2 sm weiter gebracht haben, wieder Motor an. Geduld ist gefragt. Es dürften jetzt allerdings auch nur noch rund 40 sm sein, bis der Nordostpassat definitiv einsetzt. Definitiv?

Und so geht es auch dem Ende des 6. Tages unter Motor entgegen.

Das märchenhafte Motto des Tages: Und wenn sie nicht gestorben sind, so motoren sie noch heute.

529 sm geschafft, 4.028 sm to go.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 5

6 Stunden nachdem wir heute Mittag die Segel setzen konnten, müssen wir sie mangels Wind auch wieder bergen. Der Wind hat uns in den 6 Stunden rund 10 sm voran gebracht. Bei der Geschwindigkeit bräuchten wir noch 4 Tage für die 180 sm zum Passatwind.

Heute zeigen sich zum ersten Mal einige Wolken am Himmel. Es ist auch Regen vorhergesagt, der bleibt aber bisher aus. Die Temperaturen sind mit deutlich über 30° C der Kategorie "schweißtreibend‘ zu zu ordnen.

Hawai’i liegt mit knapp 20° Nord um 1.400 km nördlicher als Panama, wo wir bei 7° Nord den bisher südlichsten Punkt unserer Reise erreicht haben. Da wir davon aber erst gut 50 km geschafft haben, wird es noch etwas dauern, bis wir etwas niedrigere Temperaturen haben werden.

Kaum habe ich diese Zeilen geschrieben, es ist jetzt 20 Uhr, ändert sich die Situation schon wieder. Ein wenig mehr Wind gibt uns unter Segel eine Fahrt von 2 bis 3 Knoten. Für wie lange wohl?

Und die Wolken haben sich weitestgehend verzogen so dass ich nun einen wundervollen Sternenhimmel über mir habe. Der Mond geht erst in 2 Stunden auf.

15 Minuten ist übrigens die Antwort auf obige Frage, dann ist der Wind wieder weg und der Motor wieder an.

Während der Nacht setzt die/der wachhabende immer mal wieder die Segel, um sie kurze Zeit später wieder ein zu holen. Immer in der Hoffnung, der Wind könnte mal etwas länger durchhalten. Gut daran ist, dass der Motorlärm dann mal wegfällt, voran bringt es uns nicht wirklich. Aber wir haben ja Zeit.

Der Wind tut uns dann aber nicht mehr den Gefallen, zumindest mit langsamer Fahrt segelbar zu sein. So geht es unter Motor Mittag und damit dem Ende des 5. Tages entgegen.

441 sm geschafft, 4.116 sm to go.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 4

Zu Beginn eines jeden Tages, also auch dem vierten, steht eine kleine Mittagsroutine an. E-Mail mit Blogtext (wobei ich gar nicht weiß, wie längere Texte auf der Webseite dann aussehen, da ich Blog per E-Mail nur mit einem Einzeiler getestet habe) sowie eine mit den Positionsdaten fertig stellen.

Dann Verbindung zum Satelliten herstellen, die E-Mail mit der Wetterdatendatei herunterladen und die Beiden vorgenannten versenden. Die Wetterdatendatei auf den PC übertragen und ins Routenprogramm einbinden.

Womit wir beim Wetter wären. Die Schwachwindzone soll noch 250 sm anhalten, bevor es dann nahezu übergangslos auf Windstärke 6 geht. Bei Wind von schräg hinten sollte sich dann tolles Passatwindsegeln einstellen.

Also 250 sm unter Motor und dann Segel setzen? Unsere 500l Diesel würden dafür reichen. Allerdings ob der Rest dann für die verbleibenden 4.000 sm reicht, ist fraglich.

Jetzt wir hoffen, dass wir wenigstens ein paar Seemeilen unter Segel hin bekommen. Von den hinter uns liegenden 290 waren es immerhin 160. Allerdings fast alle zu Beginn, also vor Erreichen der Schwachwindzone.

Den Versuch vor rund einer Stunde mussten wir wieder abbrechen, da wir nach anfänglichen 2kn Fahrt nur noch herumgedümpelt sind. Allerdings soll es laut Wettervorhersage in 25 sm Entfernung zumindest so bis 10 kn Wind geben. Da wären wir dann so um 18 Uhr.

Kurz vor 18 Uhr zeigt der Windmesser so 6 bis 7 kn an. Könnte gerade so reichen, um fat boy in leichte Bewegung zu versetzen. So schaffen wir tatsächlich rund 2 kn Fahrt Richtung Ziel. Leider schafft der Wind nicht die prophezeiten 10 kn. Dreht dann noch ein wenig, so dass wir jetzt, um 20 Uhr, Kurs NNW statt WNW haben. Egal. Hauptsache wir bewegen uns zumindest ein wenig Richtung Passatwind und der Motor ist aus.

Vor einer Stunde, so um 19 Uhr nach Einbruch der Dunkelheit, bemerke ich, dass unsere Schleppangel noch draußen ist. Beim Einholen zeigt sich leichter Widerstand und etwas zappeln. Und tatsächlich: da hängt ein Thunfisch am Haken. Genau die richtige Größe für das morgigen Abendessen.

Um 21Uhr, also 3 Stunden nach Segelsetzen, haben wir uns dem Ziel um 5 sm genähert. Nicht viel, aber immerhin. Ich verabschiede mich für 3 Stunden in die Koje. Während ich schlafe machen wir noch 2 sm gut. Das ist zu wenig, da brauchen wir für die gut 200 sm aus der Schwachwindzone heraus rund 2 Wochen. Also wieder Motor an.

Unter Motor bleiben wir, als die Skipperin die Wache um 3 Uhr über nimmt und auch nachdem ich um 6 Uhr meine nächste Wache antrete. Der Wind weigert sich beharrlich auf zumindest 5 kn an zu steigen.

Es bleibt dann auch so, bis tatsächlich um 11:45, also 15 vor Ende des 4. Berichtstages, eine leichte Brise einsetzt und uns bei 7 kn Wind mit 2 bis knapp 3 kn Richtung Passatwind bringt. Der ist aber noch rund 190 sm von uns entfernt. Mal sehen wie lange dieses Wunder anhält.

Motto des Tages: Es weiß ein jedes Kind, kein Segeln ohne Wind.

364 sm geschafft, 4.193 sm to go.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 3

Kurz nach Mittag, also nach Beginn des 3. Tages, ist das traumhafte Segeln mangels Wind zu Ende. Segel bergen, Motor an und darauf hoffen, dass es bald wieder wenigstens knapp 10 kn an Wind gibt.

Später nimmt der Wind wieder etwas zu. Allerdings kommt er fast genau aus der Richtung in die wir wollen. Dann kreuzen wir halt ein wenig. Hauptsache segeln. Wir nähern uns den Inseln Jicarita und Coiba.
Das letzte Mal Land in Sichtweite, bis wir in rund 6 Wochen Hawai’i erreichen werden. Sofern alles nach Plan läuft.

Ein Motorboot nähert sich uns mit hoher Geschwindigkeit. Kurzer Schreck, schnell nochmal überlegt, wie man am Funkgerät Piratenalarm absetzen kann. Dann sehen wir: Aeronaval, also Militär. Fahren eine Runde um uns um dann wieder zwischen den Inseln Jicarita und Coiba zu verschwinden.

Zwischendurch nutzen bis zu 5 Möwen unser Vordeck noch als Mitfahrgelegenheit. Bei jeder Wende werden sie aufgescheucht, kommen aber gleich wieder zurück.

Dann verbünden sich Wind und Strömung gegen uns. Wir können jetzt nur mehr auf einer Linie hin und her segeln. Macht keinen Sinn. Also doch wieder Motor an und ab geht es in die 3. Nacht, begleitet von dem unsanften Brummen unseres Dieselmotors. Das finden die Möwen dann auch ungemütlich und verschwinden in den Abendhimmel.

In den letzten 3 Stunden haben wir uns Hawai’i um gerade mal 5 Seemeilen genähert.

Die Nacht verläuft (glücklicherweise) wenig spektakulär. Je nach Stärke der Strömung "düsen“ wir nun mit 3 bis 4 kn Richtung offenes Meer.

Um 6 Uhr übernehme ich nach weiteren 3 Stunden Schlaf wieder die Wache. Wir haben uns so verabredet, dass die Skipperin jetzt am Vormittag so lange schlafen kann, wie sie möchte.

Für mich beginnt nun so eine Art Morgenroutine. Logbucheintrag, dann Sonnenaufgang (aktuell so gegen 6:45) abwarten. Mit dem ersten Licht Müsli mit Milch zum Frühstück. Danach Kaffee. Beides zusammen ist zu riskant, den irgendwas fällt bei dem Geschaukel bestimmt um. Auch wenn es momentan auf Grund der Flaute eher ruhig zugeht auf der Luna Mare. Um 9 Uhr dann der nächste Logbucheintrag.

So geht es dann mit spielen oder lesen auf dem Tablet dem Mittag und damit dem Ende des 3. Tages entgegen.

203 sm geschafft, 4.354 sm to go.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 2

Die ersten Stunden des 2. Tages sind noch von angenehmem Segeln geprägt. Seitlicher Wind und seitliche Welle bringen die Luna Mare durchaus noch in Bewegung, aber weit weniger unangenehm als letzte Nacht.

Nur hat heute im Gegensatz zu gestern kein Fisch unseren Haken gefunden. So gibt es Nudeln mit Tomatensauce und Hackfleischbällchen. Auch sehr lecker.

Kurz darauf hat sich leider der Wind verabschiedet. Nicht nur kurz zum Bier holen, sonder wohl fürs erste dauerhaft. Die Zone ohne ausreichend Wind, durch die wir müssen, bevor wir den Nordostpassat erreichen, sollten wir laut letzter Wettervorhersage erst morgen erreichen. Schade.

Also Segel bergen und Motor an. Es steht nun wohl längeres motoren an, den die Zone kann schon ein paar 100 sm breit sein. Hoffentlich nicht zu breit, sonst kommen wir gleich zu Beginn in einen Dieselengpass.

So geht es mit dem Brummen des Diesels durch die Nacht. Von 21 bis 24 Uhr darf ich mich in die Koje zurück ziehen. Der mangelhafte Schlaf von letzter Nacht sorgt für deutlich besseren diese.

Meine Wache dann von Mitternacht bis drei Uhr verläuft sehr ruhig. Mangels Wind hat der Seegang spürbar nachgelassen. Nur das Brummen des Diesels stört etwas die Idylle.

Nach abermals drei Stunden Schlaf meint um 6 Uhr die Skipperin, der Wind hätte etwas zugenommen. Ist jetzt tatsächlich so bei 10 kn. Anfangs skeptisch, ob das für unseren fat boy reicht, dann doch Segel gesetzt. Und wir machen unter vollen Segeln bei 10 bis 12 kn Wind über 4 kn Fahrt, in Böen geht es gar auf über 5 kn. Das bei nur geringfügiger Strömung. Ob sich da die mühevolle Reinigung des Rumpfes bemerkbar macht?

Anyway. Einfach traumhaft bei diesen Bedingungen unterwegs zu sein. Eine Tasse Kaffee, die Sonne steigt langsam am Horizont hoch, eine leichte Brise umweht Skippers Nase, die Luna Mare zieht graziös durchs Wasser und erzeugt dabei ein wohltuendes Plätschern. Diese Bedingungen wünsche ich mir für die nächsten 6 Wochen, bis nach Hawai’i.

Gegen Mittag hin lässt der Wind etwas nach, dank ruhiger See fangen die Segel glücklicherweise nicht zu schlagen an. Somit können wir bei 7 kn Wind noch knapp 3 kn Fahrt machen. Nicht schnell, aber jede noch so langsame Meile unter Segel ist mir 1000 mal lieber als unter Motor.

Die Sonne hält mittels Solarpanellen die Batterie voll. So kann ich den Wassermacher eine halbe Stunde laufen lassen und rund 50l feinstes Trinkwasser produzieren, was den mittlerweile halbleeren Wassertank wieder füllt. Und bei aktuell 100 % Sonnenschein sollte die Batterie bis heute Abend wieder voll sein.

Es ist nun Mittag Ortszeit (6 Stunden hinter Deutschland), womit der zweite Tag zu Ende geht.

203 sm geschafft, 4.354 sm to go.

Tag 0

Um 10 Uhr Ortszeit, also vor 5 Stunden, hieß es "Anker lichten". Nach 2 Stunden und 10 sm Zwischenstopp vor Taboga, den Rumpf nochmals reinigen. Nach nur einer Woche vor Anker war bereits einiges an Bewuchs dran.

Anker wieder hoch und ab Richtung Punta Mala. Soll ein unangenehmes Kap sein, was Wind, Welle und Strömung anbelangt. Noch 90 sm, dann wissen wir mehr. Und momentan geht es tatsächlich unter Segel voran. Bei 10 kn Wind mit nur rund 3 kn, aber immerhin.

12 sm geschafft, 4545 sm to go.

Hawai’i wir kommen …

… Ende Februar. Ist noch ein bisschen hin, aber bei einer Distanz von 4.500 sm (rund 8.300 km) und einer Reisedauer von ca. 6 Wochen bedeutet das: es geht bald los. Ablegen ist geplant für morgen, Samstag, 11.01. 2020.

Nachdem wir das finale Paket mit der neuen Glühkerze für unseren Diesel-Herd erhalten haben,

Dieselkerzen alt/neu

können wir los zum Las Perlas Archipel. Den wollten wir ohnehin ausgiebiger besuchen, außerdem ist es notwendig, den Unterwasserbereich von Bewuchs zu befreien. Und ja, das ist mehr als notwendig. Der oberflächliche Eindruck, den ich beim Schnorcheln ums Boot gewonnen hatte, war trügerisch.

Vor den Las Perlas Inseln ist zwar nicht das allerklarste Wasser, aber fürs Tauchen ist es deutlich angenehmer als der Ankerbereich „Las Brisas“ vor Panama City.

Hatte ja schon davon berichtet, dass wir unser aktuelles Antifouling nicht mehr nutzen können, dass Hempel nicht in der Lage ist, Farbe nach Übersee zu versenden und als Provinzunternehmen außerhalb Europas halt nicht vertreten ist.

Abgesehen davon haben sich im Bugbereich (der sicherlich am stärksten durch Seegang belastet ist) größere Flächen des Antifouling einfach abgelöst, so dass dort die Grundierung zum Vorschein kommt. Ergo werden wir auf Hawai’i das Antifouling komplett erneuern müssen. Die Vorfreude darauf hält sich dann doch sehr in Grenzen.

Aber abgesehen davon, dass die Reinigung des Rumpfes schon sehr anstrengend ist, sind die Las Perlas Inseln halt schon sehr sehenswert.

Nach knapp zwei Wochen geht es zurück nach Las Brisas an den Ankerplatz. Auf dem Weg dorthin noch Diesel bunkern und vor Anker dann die abschließenden Vorbereitungen für den langen Törn nach Hawai’i.

Vorbereitungen

Einige Relingstützen neu abdichten, Motor und Rigg prüfen, am Autopiloten schon mal die Kohlebürsten tauschen, den der wird sicherlich heiß laufen, die faltbaren Wassertanks (wir haben zwei Falttanks, die wir nur als Reserve benutzen, neben einem festen Kunststofftank für den täglichen Gebrauch, jeder so ca. 100l) ausbauen, reinigen und wieder einbauen. Ausklarierungsinformationen für Panama und Einklarierungsinformationen für Hawai’i googeln.

Das separate Smartphone für die Satellitenverbindungen (fiel mir Tölpel auf den Boden, hat jetzt ein zersprungenes Display, wird aber hoffentlich bis Hawai’i halten), mit dem wir die Wetterdaten einholen, vorbereiten. Habe jetzt eine App gefunden, die nur den Datenverkehr erlaubt, den ich zulasse, das kann sonst via Satellit teuer werden, wenn das Ding im Hintergrund Daten lädt; wie wir schon schmerzlich erfahren mussten.

Und für reichlich Proviant sorgen. Skipperin hat sich im Einkochen von Gulasch und Chili con carne versucht, ich mit Sauerkraut ansetzen (man bekommt hier Weißkraut, aber kein Sauerkraut) und Käse (der aber nicht für unterwegs, da nicht so lange haltbar und nicht aus haltbarer Milch herstellbar).

Damit sollte es also morgen losgehen können. Wir rechnen mit 45 Tagen, wobei der Start wohl am schwierigsten ist, bis wir nach rund 500 sm die Passatwindzone erreichen. Der Proviant sollte aber auch für die doppelte Zeit reichen und Wasser können wir ja laufend produzieren. Der Wassermacher muss dabei aber so zuverlässig weiter arbeiten, wie er es die letzten drei Jahre getan hat. Sonst wären wir auf rund 200 l Wassernotreserve angewiesen. Und Regen.

So wie es aussieht kann ich von unterwegs immer mal wieder einen Statusbericht in Kurzform hier posten und auf der Seite https://7jahre7meere.de/wo-wir-aktuell-sind/ unsere tägliche Position absetzen. Mal sehen, ob das alles so klappt.

Social Share Buttons and Icons powered by Ultimatelysocial