Von Panama nach Hawai’i – Tag 47

Die Schmerztabletten helfen und ich kann fast Beschwerdefrei wieder stündlich ans Steuer gehen.

Am Nachmittag wollen wir bei weniger Wind etwas mehr Segel setzen und müssen feststellen, geht nicht. Da hat sich beim Seldén Patentreff wohl was verklemmt. Somit müssten wir den Rest der Strecke im 2. Reff zurück legen.

Wir könnten die Reffleinen am Segel entfernen, dann könnten wir wieder das volle Segel setzen. Wollen das aber erst bei Bedarf umsetzen, den der Wind hat sich wieder leicht erholt.

Zudem ist uns nach dem aktuellen Wetterbericht eh nicht nach ausreffen zu Mute. Es erwartet uns in zwei bis drei Tagen stürmischer Wind mit 32 bis 35 kn (Windstärke 8). Die nächste Herausforderung auf diesem bisher unsäglichen Törn.

Jetzt geht es aber erst mal bei ständigem Regen dem Abend (Tütensuppe und Obstkonserve als Nachtisch) entgegen.

Der jeweils nicht am Ruder stehende sucht derweil nach Lösungen, wie wir bequemer von innen steuern können. Problem ist, das man unbequem sitzt und bei stärkeren Schiffsbewegungen keinen vernünftigen Halt hat.

Für das erste helfen ein Rest Isomatte und Kissen. Das mit dem Halt wird schon schwieriger. Zudem ist das Ruder kleiner, was mehr Kraftaufwand zum Drehen desselben verursacht.

Hätte mir nie träumen lassen, dass wir mal über 30 Tage und Nächte am Ruder stehen müssen. In Zukunft wollen wir nicht mehr ohne Ersatz für die Hydraulikpumpe unterwegs sein. Aber dann geht vermutlich etwas anderes kaputt.

3.344 sm geschafft, 18 Tage und 1.213 sm to go. ETA 16.03.2020.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 46

Weiterhin die gute Nachricht: Wind reicht für 70 sm am Tag. Laut Vorhersage soll er aber jetzt abschwächen und deutlich drehen, so dass er zwischendurch sogar von der anderen Seite auf die Luna Mare trifft. Nicht schlimm, lediglich häufigeres anpassen der Segel erforderlich.

Wetter und Stimmung passen sich an, weiterhin triste. Wenig Schlaf und ständiges Ruder gehen bei nur relativ langsamen Vorankommen tragen dazu bei.

So geht es über den Abend (gebratener Reis mit Chorizowurst und grünen Bohnen) in die Nacht hinein. Um Mitternacht drehen wir wieder für 4 Stunden Schlaf bei.

Meiner endet jäh nach drei Stunden. Die Koje am Innensteuerstand wird aus einem abgesenkten Tisch zusammen mit den Flächen der Sitzbänke gebildet. Die Sitz- und Rückenkissen dienen als Matratze.

Ein heftiger Ruck, vermutlich verursacht von einer Welle, die kräftig gegen dem Rumpf knallt, fliegt alles, was sich auf der Liegefläche befindet zu Boden. Ich mittendrin.

Bei einer Flughöhe von 1 m ist der Aufprall mit dem Rücken auf dem harten Boden heftig und ordentliche Rückenschmerzen sind die Folge.

Wir bleiben deshalb eine Stunde länger beigedreht und machen uns dann wieder auf den Weg. Mit Schmerztabletten die Rückenschmerzen etwas eingedämmt geht es im Moment noch nicht länger als für eine halbe Stunde am Ruder zu stehen.

So geht es anfangs im halbstündlichen, dann wieder stündlichen Ruderwechsel schmerzhaft dem Ende des 46. Tages entgegen.

3.188 sm geschafft, 19 Tage und 1.269 sm to go. ETA 16.03.2020.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 45

Der Wind bleibt uns weiterhin gewogen. Da nehmen wir auch gerne in Kauf, dass das Wetter durchwachsen (regnerisch, fast kühl, seit Wochen überwiegend bewölkt, seit drei Tagen zu 100%) und die See konfus ist.

Der Speiseplan reduziert sich mangels frischer Sachen zunehmend auf Nudeln/Reis und ein paar verbliebene Kartoffeln, dazu Saucen, ergänzt um Dosenfutter wie z.B. Tintenfisch. So gibt es heute Nudeln mit Tintenfisch in Tomatensauce. Suppendosen sind ebenfalls noch reichlich vorhanden.

Fürs Frühstück und den kleinen Hunger zwischendurch haben wir noch ausreichend diese haltbaren Scheiben dunkles Vollkornbrot, Butter, Marmelade, Käse und etliche Dosen hessische Hausmacherwurst.

Für die voraussichtlich noch verbleibende Reisedauer haben wir damit mehr als ausreichend zu essen und Dank Wassermacher genügend Trinkwasser. Ein kulinarisches Highlight ist die Dose Obst alle ein bis zwei Tage.

Der Wind während der Nacht erlaubt es uns tatsächlich noch einmal, die Luna Mare mit kleinstem Vorsegel sich weitestgehend selbst zu überlassen. Das gibt für uns nochmals fast 8 Stunden Schlaf am Stück.

Da wir die Uhr nicht schon wieder eine Stunde zurück stellen können, geht es um 6 Uhr, ergänzt um das Großsegel, weiter. Der Wind lässt etwas nach, so dass wir das Vorsegel gegen das etwas größere tauschen können.

So können wir auch den 45. Tag mit einem 70er Etmal beenden.

3.112 sm geschafft, 20 Tage und 1.345 sm to go. ETA 16.03.2020.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 44

Geht ziemlich unverändert mit rund 20 kn Wind durch den Nachmittag und dem Abend (Kartoffelsuppe) entgegen.

Als sich später am Abend der Wind bei rund 22 kn einpendelt, kommt uns die Variante nur mit kleinstem Segel wieder in den Sinn. Sollte die Luna Mare dabei wieder mit wenig eingreifen unsererseits den Kurs halbwegs halten können, hätten wir eine geruhsame Nacht vor uns.

Wir sind dann zwar langsamer unterwegs (mit 3 kn, sofern der Wind bei über 20 kn bleibt, statt rund 4 kn, die wir mit zusätzlichem Großsegel machen würden) bräuchten aber nicht zwecks Nachtruhe 4 Stunden beidrehen.

Und eine einfache Rechnung zeigt: am Ende wären wir sogar schneller. 10 Stunden mit 3 kn sind 30 sm. Mit Beidrehen wären es 6 Stunden mit 4 kn, also 24 sm.

Also um 21 Uhr Großsegel eingeholt, Ruder so gestellt, dass der Kurs möglichst passt und ab in die Kojen. Einige Male musste ich während der Nacht eingreifen, aber es blieb reichlich Schlafenszeit übrig.

Um 7 Uhr wollen wir das Großsegel wieder hinzu nehmen. Der Wind weht nun mit rund 28 kn und es sieht da draußen ziemlich ungemütlich aus.

Also stellen wir die Uhr um eine Stunde zurück (was ohnehin laut GPS der Ortszeit entspricht) und setzen das Großsegel sobald es zum zweiten Mal sieben wird.

Jetzt wieder am Steuer sitzend geht es dem Ende des 42. Tages entgegen, der uns ein gutes Etmal von über 80 sm einbringt.

Bis morgen soll es noch ständig mehr als 20 kn Wind geben. Sofern das eintrifft, könnten wir noch eine weitere Nacht die Luna Mare selbst steuernd segeln lassen.

3.037 sm geschafft, 21 Tage und 1.420 sm to go. ETA 16.03.2020.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 43

Der Wind steigert sich tatsächlich wie vorhergesagt und geht im Laufe des Tages auf über 25 kn. Mit unserer aktuell kleinen Besegelung kommen wir damit ganz gut klar.

Leider ist es immer wieder stark böig, was es am Ruder erschwert, den Kurs zu halten. Wir machen aber heute den 3. Tag in Folge unsere 70 sm.

Nach 43 Tagen möchte man meinen, 22 verbleibende wären nicht mehr viel. Aber es zieht sich wie Kaugummi. Das werden noch zähe 3 Wochen.

Der Himmel ist seit vorgestern komplett wolkenverhangen, es ist kühl im Cockpit am Ruder und gelegentlich regnet es ein wenig. Laut Wetterbericht für die nächsten 5 Tage ist kein Sonnentag in Sicht. Möglicherweise aber zumindest für ein paar Stunden täglich.

Eigentlich haben wir ja auch einen Innensteuerstand. Zum Bedienen der Geräte und Steuerung per Autopilot perfekt, zum manuellen Steuern aber deutlich unbequemer als das Ruder im Cockpit.

Dafür nehmen wir es in Kauf, dass es draußen halt kühler und gelegentlich regnerisch ist. Im Grunde genommen hat man da am Steuer ein viel intensiveres, schönes Segelgefühl. Ist hält anstrengend. Und jeder von uns beiden hat noch 220 Stunden von dem "Spaß" vor sich.

3.050 sm geschafft, 22 Tage und 1.507 sm to go. ETA 16.03.2020.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 42

Der aktuelle Wetterbericht ist im wesentlichen unverändert. Bis morgen soll der Wind im Bereich 20 bis 25 kn liegen, danach für drei Tage bei 25 bis 30 kn, hin und wieder leicht darüber.

Mal sehen, was uns dann tatsächlich erwartet. Laut Windmesser haben wir seit heute vormittag 15 bis 20 kn. Werden wir dann ab morgen weiterhin um 5 kn hinter dem Wetterbericht liegen, oder passt er dann plötzlich? Etwas mulmig ist uns schon beim Gedanken, für drei volle Tage konstant 25 bis 30 kn Wind zu haben.

Wir werden es sehen. Jetzt geht es jedenfalls mit gut 4 kn Fahrt für unsere Verhältnisse relativ flott dem Abend (Gemüsecouscous) entgegen.

Mit dem Abend kommt auch mehr Wind auf. Es geht so bis knapp über 20 kn. Wobei er ständig im Bereich von 15 bis 22 kn hin und her hüpft. Die Windgeschwindigkeitsanzeige am Plotter wechselt ständig, als würde diese auf einem Zufallsgenerator basieren.

Konstanz, wie sie mein ganzes Leben auszeichnet ;-), fehlt dem Wind gänzlich. So tun wir uns schwer, die richtige Besegelung zu finden. Letztendlich geht es lediglich mit dem kleinsten Vorsegel bekleidet durch die Nacht.

Hat den Vorteil, dass die Luna Mare wieder den Kurs hält, nicht ganz unserer, aber egal. Schnell sind wir so nicht, aber da Luna Mare von alleine segelt, entfällt das beidrehen. Das gleicht das wieder etwas aus.

Und wir liegen ermattet in den Kojen und genießen den etwas längeren Schlaf, bis wir uns kurz vor Sonnenaufgang dazu entschließen, wieder etwas aktiver zu segeln.

Zum kleinen Vorsegel gesellt sich jetzt noch das Großsegel im zweiten Reff. Das fühlt sich bei mittlerweile 20 bis 25 kn weiterhin flatterhaftem Wind ganz ok an.

Gegen Ende des 42. Tages warten wir gespannt, wie viel des vorhergesagten zusätzlichen Windes heute Nachmittag tatsächlich hier eintrifft. Wirklich brauchen täten wir ihn nicht.

2.974 sm geschafft, 23 Tage und 1.583 sm to go. ETA 16.03.2020.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 41

Auch zu Beginn des 41. Tages bleibt der Wind bei um die 10 kn. Das ändert sich aber endlich am Abend (Bandnudeln mit Paprika-Tomatensauce), wo er auf 13 bis 18 kn anzieht. Stets etwas böig.

Das hält er durch, bis wir um Mitternacht für unsere 4-stündige Nachtruhe beidrehen. Der etwas stärkere Wind mit entsprechend mehr Welle lässt die Luna Mare etwas schräg und unruhig liegen; bei unserer Müdigkeit schlafen wir trotzdem ganz gut.

Um 4 Uhr geht es dann wieder weiter. Der Wind zieht im Laufe des Morgens und während des Vormittags noch etwas an und kommt in Böen, die es weiterhin hat, schon mal auf über 20 kn.

Nach 50 und 63 sm die letzten beiden Tage beschert uns der Wind endlich wieder die erhofften 70 sm in 24 Stunden.

So könnte es bleiben. Laut Vorhersage soll er aber auf bis über 30 kn anziehen und sich für mindestens zwei Tage im Bereich von 25 bis 30 kn bewegen.

Da wollen wir uns erstmal nicht beklagen, zumindest so lange es keine Probleme damit gibt. Wir können ja unsere Segelfläche noch verkleinern und die 70 sm Marke sollte damit dann ja wohl weiterhin machbar sein.

2.898 sm geschafft, 24 Tage und 1.659 sm to go. ETA 16.03.2020.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 40

Bescheiden, was die Geschwindigkeit anbelangt, kommen wir voran. Laut Wetterbericht 19 bis 22 kn Wind, laut Windmesser 9 bis 12 kn.

Das Segeln selbst ist bei diesen Konditionen durchaus angenehm. Etwas mehr Sonne würde mehr Energie für die Batterie und uns bringen. Die See ist moderat, so bewegen wir uns leicht schaukelnd, Meile um Meile voran.

Damit sind wir trotz der ganzen Unannehmlichkeiten, insbesondere was die 10 Stunden am Ruder für jeden mit sich bringen, momentan ganz zufrieden.

Unsere schlechte Laune, die wir immer dann haben, wenn es den Anschein hat, unsere tägliche Strecke tendiert gegen schlappe 50 sm, vertreibt wohl auch die Vögel, Delfine und vereinzelten Wale um uns herum.

Lediglich fliegende Fische sehen wir immer mal wieder, am liebsten bei einem Formationsflug entlang der Wellen. Wusste gar nicht, dass das solche Flugkünstler sind.

Der eine oder andere kommt uns auch an Deck zu Besuch, was für diesen jedoch keine sonderlich gute Idee ist. Nur extrem selten können wir einem solchen ungebetenen Gast noch rechtzeitig zurück in sein nasses Element helfen.

2.827 sm geschafft, 25 Tage und 1.732 sm to go. ETA 16.03.2020.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 39

Nach schönen 80 sm gestern heute nur magere 50 sm.

Segeln zum abgewöhnen.

2.762 sm geschafft, 26 Tage und 1.795 sm to go. ETA 16.03.2020.

Am 18.02.20, 13:07 schrieb wetterdaten@7jahre7meere.de:

Mit wenig Sonne und mit dem richtigen Wind (nicht zu viel und nicht zu wenig und das aus der passenden Richtung) geht es in den 38. Tag.

Diese ganzen Malheurs schlagen einem im ersten Moment schon sehr auf die Stimmung. Sieht man dann, das es zumindest im Moment noch nicht wirklich unsere Reise gefährdet, relativert sich das schnell ein wenig.

Gegen Abend (Spaghetti mit Thunfisch) frischt es noch etwas auf, so dass wir für unsere Verhältnisse relativ flott in die Nacht hinein segeln.

Wir sind mittlerweile rund 900 km nördlicher angelangt. Das merkt man auch etwas an den Temperaturen hier draußen auf der offenen See. Tagsüber nicht zu heiß, aber weiterhin sehr angenehmes T-Shirt Wetter, besonders wenn sich die Sonne mal sehen lässt.

Zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang kann man hinterm Ruder im Cockpit jedoch eine lange Hose und dünne Jacke ganz gut vertragen.

Heute morgen lässt der Wind dann leider wieder etwas nach und kommt achterlicher. Mit etwas Glück können wir aber hoffentlich auch die nächsten Tage unsere 70 sm Marke schaffen. Die letzten 24 Stunden waren es immerhin 80 sm. Abgesehen von der Geschwindigkeit ist es jetzt aber ein Segeln der angenehmeren Art.

2.712 sm geschafft, 27 Tage und 1.845 sm to go. ETA 16.03.2020.

Von Panama nach Hawai’i – Tag 38

Mit wenig Sonne und mit dem richtigen Wind (nicht zu viel und nicht zu wenig und das aus der passenden Richtung) geht es in den 38. Tag.

Diese ganzen Malheurs schlagen einem im ersten Moment schon sehr auf die Stimmung. Sieht man dann, das es zumindest im Moment noch nicht wirklich unsere Reise gefährdet, relativert sich das schnell ein wenig.

Gegen Abend (Spaghetti mit Thunfisch) frischt es noch etwas auf, so dass wir für unsere Verhältnisse relativ flott in die Nacht hinein segeln.

Wir sind mittlerweile rund 900 km nördlicher angelangt. Das merkt man auch etwas an den Temperaturen hier draußen auf der offenen See. Tagsüber nicht zu heiß, aber weiterhin sehr angenehmes T-Shirt Wetter, besonders wenn sich die Sonne mal sehen lässt.

Zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang kann man hinterm Ruder im Cockpit jedoch eine lange Hose und dünne Jacke ganz gut vertragen.

Heute morgen lässt der Wind dann leider wieder etwas nach und kommt achterlicher. Mit etwas Glück können wir aber hoffentlich auch die nächsten Tage unsere 70 sm Marke schaffen. Die letzten 24 Stunden waren es immerhin 80 sm. Abgesehen von der Geschwindigkeit ist es jetzt aber ein Segeln der angenehmeren Art.

2.712 sm geschafft, 27 Tage und 1.845 sm to go. ETA 16.03.2020.

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