Auch wenn nicht alles toll ist auf unserer Reise, Alaska ist es bisher. Elfin Cove, ein ganz besonderer Ort. Keine Straßen, nur Holzstege die entlang der paar Häuser und der Urlaubsressorts führen. Neben Touristen finden sich auch zahlreiche Fischer während der Sommermonate hier ein. Während der Wintermonate sind noch rund ein Dutzend Leute hier. Angeblich mit Alkoholkonsum von morgens bis abends beschäftigt. Ein Wahlspruch von Elfin Cove lautet angeblich: „A drinking town with a fishing problem“.

Momentan dürfen die Fischer nicht ihrem Beruf nachgehen. Die Behörden wollen den Fischbestand in Ruhe zählen, wofür sie eine Woche die Berufsfischerei eingestellt haben. Die Fischer nehmen das gelassen, den im Grunde sind sie froh, dass auf Nachhaltigkeit geachtet wird. Schließlich wollen insbesondere die jüngeren unter ihnen auch in 10 Jahren noch von ihrem Beruf leben können.

Ab jetzt geht es in der „Inside Passage“ weiter. Das schöne daran, die Strecken sind im allgemeinen durch Berge vom Wind geschützt und der Seegang ist deutlich geringer als draußen auf der offenen See. Nachteil, man muss mangels Wind fast ausschließlich motoren und man sollte die teils starke Strömung beachten, da das Vorwärtskommen bei 5 kn Gegenströmung bei Null liegt.

Es gibt ausreichend Buchten mit Ankerplätzen, oder kleinere Ort mit Stegen, so dass wir in Tagesetappen reisen können. Orte hier in Südostalaska haben im allgemeinen keine Straßenanbindung, sind also nur per Flugzeug, oder Schiff erreichbar. Darunter auch die Hauptstadt Juneau. Die Ecke ist eine ebenfalls bei Kreuzfahrtschiffen sehr beliebte, durch COVID-19 sind aber aktuell keine unterwegs. Und auch ansonsten ist es ausgesprochen ruhig hier. Kaum mal ein anderes Boot in einer Ankerbucht, höchstens mal das eine oder andere Fischerboot, nachdem die Fischerei wieder freigegeben ist.

Und Walen begegnen wir immer mal wieder.

Nach 4 Tagesetappen erreichen wir die „Baranof Warm Springs“, bekannt wie der Name schon sagt, für seine heißen Quellen. Ein kurzer Weg den Berg zum Wasserfall hoch und schon ist man an einem der natürlichen Becken. Müsste eigentlich „Hot Springs“ heißen, so heiß ist das Wasser. Es wird empfohlen, mit einem langen Holzstock „umzurühren“, das würde zu angenehmeren Temperaturen führen.

Wir entschließen uns aber, das örtliche „Badehaus“ zu nutzen. Drei kleine Räume mit jeweils einer Badewanne, mit großem Fenster zur Vorderseite, so dass man einen tollen Ausblick hat. Hier gibt es auch kaltes Wasser zum dazu mischen, so dass man seine Wohlfühlwassertemperatur einstellen kann. Herrlich.

4 Tage später erreichen wir dann Petersburg. Petersburg liegt am Eingang der „Wrangell Narrows“. Eine relativ enge Durchfahrt zwischen Mikof Island und Kupreanof Island. Der eher direkte Weg via Dry Strait ist wegen seiner Untiefen nicht für uns nutzbar. Das besondere an den Narrows ist, dass die Gezeit von beiden Seiten rein, bzw. rausläuft. Deshalb muss man das so planen, dass man mit der Flut reingeht, bei Hochwasser den „Green Point“ erreicht, wo sich die Gezeit trifft, um dann mit ablaufendem Wasser auf der anderen Seite rauszugehen.

Hat hervorragend geklappt, weshalb wir uns jetzt in Wrangell befinden. Wrangell liegt auf der gleichnamigen Wrangell Island und ist wie eben viele Orte hier nur per Flugzeug und Schiff zu erreichen. Angeflogen wird der Ort täglich von einer 737, die ab Seattle bis Anchorage die Orte „abklappert“. Starten, nach kurzem Flug am nächsten Ort landen, aus- und einsteigen, weiter geht’s.

Anchorage, die größte und wohl auch bekannteste Stadt Alaskas, haben wir bisher nicht in der Reiseplanung. Jetzt aber doch. Um eine Visumsverlängerung zu erhalten, muss man für die biometrischen Daten eben dorthin. So können wir morgen (Montag 31.08.) mal sehen, wie das mit dem Starten und Landen der 737 so geht. Wir bleiben für 3 Tage dort. Etwas den Ort und die Umgebung ansehen und unseren Segelfreund Richard wieder treffen. Der ist gebürtiger Alaskaner, wohnt dort und hat uns freundlicherweise gleich für Montag zum Abendessen eingeladen.

Und danach wissen wir hoffentlich, ob unser Visum wie gewünscht verlängert wird.

Bei Verlängerung geht es weiter durch Kanada (Transit ist unter Beachtung einiger Dinge erlaubt, Einreise ja leider nicht) nach Washington. Momentan schauen wir uns nach einer passenden Marina für die Überwinterung um. Nähe von Seattle wäre aktuell mein Favorit, aber mal sehen. Und sofern wir unseren Plan nicht mal wieder ändern, geht Luna Mare dann Ende April/Anfang Mai 2021 auf dem Landweg an die Ostküste und wir segeln dann im Mai 2021 über die Azoren zu den Kanaren.

Falls es keine Verlängerung gibt, müssen wir Luna Mare hier in Südostalaska zurück lassen und Mitte September nach Hause fliegen. Wäre natürlich toll, endlich Familie wieder zu sehen. Würden momentan aber nicht wissen, wann wir wegen der COVID-19 Reisebeschränkungen wieder hierher zurück könnten. Und für den Landtransport müssten wir dann im März/April den Weg durch Kanada nach Washington antreten. Müsste dann noch raus finden, ob das eine dafür passende Reisezeit ist.