Die Reinigung der Hydraulikpumpe lief wie erwartet. Einerseits war sie dringend notwendig (unverzügliche, dass mir das nicht schon in Panama eingefallen ist, aber so lange etwas funktioniert denke ich mich immer an so etwas) andererseits ging etwas defekt.

Die Befestigung für eine der beiden Schrauben ist wohl wegen Materialermüdung abgebrochen. Jetzt soll die verbleibende Schraube unterstützt um einen Kabelbinder die Pumpe zusammen halten.

Macht auch damit einen ziemlich stabilen Eindruck. Und der Test verläuft positiv.

Wir steuern aber zunächst weiter von Hand, um Energie zu sparen. Mangels Sonne und zu wenig Wind wird die Batterie nicht geladen.

Mit Einbruch der Dunkelheit, nach dem Abendessen (Schinkennudeln mit den restlichen beiden Eiern) um 19 Uhr über nimmt der Autopilot.

Um 21 zu meiner Freiwache ziehe ich mich in die Koje zurück, einigermaßen zufrieden, da der Autopilot uns wieder präzise steuert.

1,5 Stunden später ruft mich die Skipperin: der Autopilot hat sich abgeschaltet. Und das war es. Jetzt lässt er sich nur noch sporadisch anschalten und läuft dann für max. ein paar Minuten.

Der Alptraum ist eingetreten, wir steuern die nächsten geschätzt 40 Tage von Hand. Die Stimmung sinkt auf den Tiefpunkt. Aber da müssen wir durch.

Damit wir nicht komplett aus den Latschen kippen, planen wir, jeweils von 0:00 Uhr bis 4:00 beizudrehen (eine Art parken für ein Segelboot). Einer geht davor, der andere danach für zwei Stunden ans Ruder. So dass jeder 6 Stunden Schlaf hat. Die restliche Zeit wechseln wir uns stündlich ab.

Der Wind hat letzten Abend etwas aufgefrischt, kommt aber nicht aus Nordost, sondern aus Ostsüdost, also genau von achtern und hat mittlerweile wieder deutlich nachgelassen. Jetzt sind wir seit 31 Tagen und 2.200 sm unterwegs und immer noch kein stetiger und ausreichender Passatwind.

Werden versuchen müssen, mit der Situation klar zu kommen. Vernünftige Alternativen gibt es keine. Mexiko wäre nicht so weit weg, aber aus dieser Richtung kommt normalerweise der Wind. Ein kurzer Test um Mitternacht hat gezeigt, dass wir mit dem Ersatzsegel nicht hart am Wind kreuzen können. So würde uns der machbare Kurs dann eher zu den Aleuten, statt Mexiko oder USA bringen. Macht also keinen Sinn.

Also weiterhin Kurs Hawai’i, egal wie lange wir bis dahin noch benötigen werden.

2.202 sm geschafft, 2.355 sm to go.