Der Wetterbericht für den 7. Tag bringt nichts wirklich Neues. Noch 50 sm bis zum richtigen Wind. Reicht der Diesel dann noch für die Reststrecke? Die Schwachwindzone ist so was von stationär, dass wir den Gedanken, einfach auf Wind zu warten, schnell wieder verwerfen. Laut Wettervorhersage ist hier für die nächsten 5 Tage keine relevante Änderung zu erwarten. Und vermutlich auch danach nicht so schnell.

Also Augen zu und durch und ab Erreichen des Windes mit dem restlichen Diesel streng Haushalten. Wird schon irgendwie klappen!?!

Zum Abendessen gibt es übrigens Rippchen mit (selbst angesetzten) Sauerkraut. Und dank Elisabeth von der SV Bengt haben wir wieder etwas Kümmel, den ich im Sauerkraut (aber auch im Krautsalat) so sehr liebe. Die Skipperin hasst Kümmel. Also doch nicht nur Gemeinsamkeiten, die wir teilen. Aber damit können wir leben.

Was mich interessieren würde: hatte hier auf dem Pazifik zwischen Panama und Hawai’i schon mal jemand vor uns Rippchen mit Kraut auf dem Speiseplan?

Zurück zum Wind. Der Übergang ist auf einer Strecke von rund 30 sm fließend. Ab 21 Uhr soll der Wind leicht zunehmen auf > 5 kn um dann am 9 Stunden später bei > 15 kn zu sein. Während ihrer Wache von 21 Uhr bis Mitternacht startet die Skipperin schon mal einen Versuch und setzt Segel. Muss diesen aber Mangels Wind kurz darauf wieder abbrechen.

Da habe ich um kurz nach Mitternacht mehr Glück. Der Wind schafft es, jetzt kontinuierlich bei 6 bis 8 kn zu bleiben. Das reicht für fast 3 kn Fahrt. Das ist doch schon mal was.

Im 3 Uhr heißt es für mich "ab in die Koje" und kurz vor 6 Uhr wecken mich kräftigere Schiffsbewegungen. Wir haben jetzt bis 15 kn Wind, gelegentlich sogar darüber. Die Fahrt geht jetzt schon mal in den Bereich von mehr als 5 kn. Wundervoll, nach dem elendig langen Motoren statt Motorlärm die Geräusche von Wind und Wasser im Ohr zu haben.

So geht es dem Ende des 7. Tages entgegen. Sind also jetzt seit genau einer Woche unterwegs, 5 weitere werden es wohl noch werden.

618 sm geschafft, 3.939 sm to go.