Tatort, oder Ort der Tat

Dieses Wochenende, genauer gesagt gestern, haben wir uns den potentiellen Refit-Platz für unserer B.OLD angesehen, den Yachtservice Emden. Ein paar Informationen über dieses Unternehmen gibt es hier: http://www.emder-yachtservice.de/.

Die Anreise mit knapp 500 km ist nicht ohne, aber näher zu hier gibt es an Meer max. noch die NL-Küste mit etwas mehr als 400 km Entfernung. Da kommt wieder die Idee mit Wiesbaden – Schiersteiner Hafen. Abgesehen davon, dass ich nicht weiß, ob der Bereich tief genug ist, dürfte die Anreise den Rhein bergauf etwas schwierig werden. Und dann sind halt in Emden eher die Betriebe, die auf die Bootsausstattung spezialisiert sind.

So planen wir momentan das Ganze so, dass wir Samstag früh um 5 Uhr hier aufstehen um dann so zwischen 9 und 10 Uhr vor Ort zu sein. Alternativ bereits am Freitag Abend anzureisen dürfte etwas stressig sein und die Fahrzeit wohl deutlich länger. Und Sonntags so gegen 16 Uhr zurück, rechtzeitig zum Tatort  Zwinkernd.

Zum Yachtservice: Es sind Liegeplätze im Wasser und an Land vorhanden, zahlreiche Betriebe wie Schweißer, Schreiner, Metallbearbeiter, Rigger und was man so braucht in nächster Nähe. Einkäufe müssen allerdings „von langer Hand“ geplant sein, da die meisten Betriebe Freitag ab 13 Uhr anfangen, ins Wochenende zu gehen.

Ansonsten hat man dort Strom- und Wasseranschluss und einen einfachen Sanitärcontainer. Man kann dort beliebig Arbeiten selbst erledigen und sofern Not am Mann ist kann man auch mal das eine oder andere Gerät ausleihen. Die Liegekosten sind vergleichsweise ok und man ist unter zahlreichen „Artgenossen“. Einige wohnen woll dort, es stand auch ein Wohnwagen auf dem Platz. Wäre vielleicht eine Möglichkeit, sofern das Boot während des Umbaus mal zu unwohnlich wird.

Sieht also so aus, als hätten wir für das Refit den richtigen Platz gefunden. Jetzt müssen wir die B.OLD nur noch von Sines dahin verholen. Na ja, werd scho wern.

Defektes Vorstag

Der Frühling ist da, noch ein paar Tage bis Ostern und was krieg ich: Schnupfen.

Allerdings mache ich mir über den bevorstehenden fast 2000 sm Törn von Sines nach Emden in den 3 Wochen im Sommer mehr Gedanken. Aktuell beschäftigt mich das Vorstag, bei dem sich 2 Kardeelen gelöst haben. Die Reparatur vor Ort ist uns im Februar ja nicht gelungen, und ob Plan B (zweites Vorstag mit kleiner Fock) die Ultima ratio ist? Außerdem widerspricht es natürlicher aller Seemannschaft, mit einem bekannten Defekt in See zu stechen. Es werden sich ja schließlich unterwegs genügend bis dato unbekannte auftun.

Also doch noch jemanden organisieren, der das in Ordnung bringt? Über einige Ecken habe ich nun jemanden gefunden, der das direkt vor Ort erledigen könnte. Das ist insofern von Bedeutung, als dass alle Handwerker weit weg von Sines sind. So war in dem einen Angebot, das uns vorliegt, allein die Reisekosten mit € 800 veranschlagt. Da wäre vor Ort schon besser. Soll der dann dort alleine vor sich hin arbeiten, oder macht es Sinn, dabei selbst vor Ort zu sein. Kostet dann allerdings auch schnell mal € 300 bis € 400. Da ich aber frühestens Ende Mai vor Ort sein kann, kann ich ja noch etwas darüber nachdenken.

Reparaturwoche in Sines

Kombinierte Arbeits-/Urlaubswoche vorbei. Und ja, der Motor läuft wieder. Damit ist die wichtigste Voraussetzung geschaffen, um im Juni den nächsten Törn zu starten, der uns dann von Sines/Portugal bis möglichst nach Emden bringen soll.

Welche Maßnahme letztendlich dazu geführt hat, dass der Motor jetzt wieder läuft, weiß ich nicht. Ausgangspunkt war ja der zu 50% aus Wasser bestehende Diesel, der den Motor zum erliegen brachte.

Nachdem wir einen Tagestank eingebaut, alle Filter gereinigt und die Leitungen entlüftet hatten, habe ich noch auf Basis Tipp eines Experten die Dieselrückleitung statt zum Haupttank zum Tagestank geführt. Das brachte eine merkliche Veränderung der Startgeräusche, der Motor lief sogar mal für ein paar Sekunden.

Finale Lösung war dann das eher zufällige Auffinden eines losen Kabels. Zugegebenermaßen weiß ich nicht, welches Teil mit welcher Funktion damit mit Strom versorgt wird. Vermute den Mechanismus, der durch entsprechende Drehung des Zündschlüssels nach links zum Stoppen des Motors führt.

Anyway, der Motor läuft wieder!!!!

Dann noch den Kühlschrank „repariert“. Der lief beim letzten Mal noch, jetzt aber nicht mehr. Hier ist der Schalter defekt, den wir dann einfach überbrückt haben. Keine geniale Lösung, aber zumindest kühlt er wieder.

Das Thema mit dem Vorstag und Vorsegel konnten wir nicht lösen. Da die Schiene in dem das Vorsegel geführt wird aus nunmehr drei Teilen besteht, lässt sich die Genua nicht einfach runter nehmen. Das Abmachen des Vorstags geht auch nicht ohne weiteres, da die Verstellschrauben, die eine Verlängerung und Herausnahme der Spannung ermöglichen würden, so abgedeckt sind, dass ich nicht durch einfache Bordmittel drankomme. Insgesamt schien mir das Ganze zu aufwändig und wenig sinnvoll im Vergleich zu Plan B: Zweites (vorhandenes) Vorstag dran und mit halt etwas kleiner Fock die nächste Etappe angehen.

Des weiteren führte die Solarpaneele auf dem Geräteträger den Batterien keine Energie zu. Hatte da wenig Hoffnung, da die Verkabelung im Gestänge des Geräteträgers verschwindet und dann innerhalb des Bootes zum Laderegler geführt wird. Aber bei der Berührung des sichtbaren Teils der Verkabelung kam mir direkt ein Kabel „entgegen“, bei dem sich die Quetschverbindung gelöst hat. Diese durch eine Klemme erstetzt und jetzt wird wieder Strom von dieser Paneele eingespeist. Nur ein paar Ampere pro Tag, Sonnenschein vorausgesetzt, aber jedes Ampere zählt.

Ansonsten noch ein wenig aufgeräumt, Rostflecken entfernt, Rettungswesten vorbereitet und dabei festgestellt, dass von vieren nur bei zweien die Auslösevorrichtung in Ordnung war. Würde bei zwei Mann Besatzung ja reichen, aber: Nachdem ich bei einer der beiden an einer lose rumhängenden Leine zog, war nur noch eine übrig, da es sich bei dieser Leine um die Auslöseleine handelte, die Rettungsweste sich also aufpumpte. Ganz schön doof der Skipper. Also ein paar Ersatzkits bestellen. Und realisieren, dass so ein unbedachter Zug an einer unbekannten Leine gleich mal € 20 kosten kann Stirnrunzelnd.

Aber jetzt kein Lamentieren mehr, die Vorbereitungen für den Sommertörn laufen. Als erstes schon mal den „Shell Channel Pilot“ von Tom Cunliffe bestellt. Mal sehen, was der für Erkenntnisse bringen wird. Ich vermute eine Menge.

Kombinierte Arbeits-/Urlaubswoche? Ja, es blieb auch noch ein Tag für einen Ausflug nach Lissabon. Es war übrigens der einzige Tag der Woche, an dem es geregnet hat, teilweise richtig heftig. Na ja, muss ja nicht alles klappen in so einer kombinierten Arbeits-/Urlaubswoche Zwinkernd.

40-jähriges?!?

Habe gelesen, der Wilfried Erdmann blickt auf 50 Jahre Seglerleben zurück. Wenn ich da so zurückblicke, komme ich „brutto“ auch schon auf 40 Jahre. Angefangen hat das ja vor rund 40 Jahren mit eben jenem Wilfried Erdmann, näheres hier: https://www.7jahre7meere.de/wilfried_erdmann.html. Und bereits ein paar Jahre später habe ich mich auch schon etwas näher an das Thema Segeln und Seefahrt im weitesten Sinne herangewagt:https://www.7jahre7meere.de/marine.html. Gut Ding will Weile haben dachte ich mir wohl so, aber immerhin, in fast jedem Jahrzehnt seit den 70’ern des letzten Jahrhunderts habe ich mich vorangearbeitet ;-):https://www.7jahre7meere.de/bis_hierher.html. Ingesamt komme ich „netto“ aber wohl auf nicht mal 40 Wochen aktives Seglerleben. Ok, was das Seglerleben betrifft hat mir der Erdmann doch einiges voraus!

Schon fesche Jungs da bei der Marine (ich bin übrigens der erste von links in der vorderen (sitzenden) Reihe:

Vor rund einem Jahr: Auf zum Bootskauf

Tja, schon wieder ein Jahr her, dass wir dem Besitz einer eigenen Segelyacht näher kommen wollten. Und es sind „nur noch“ 3,5 Jahre, bis es losgehen wird. Näheres zu unseren Bootsbesichtigungen hier:

Von Madeira nach Sines

Von Madeira nach Sines/Portugal

Zusammengefasst:

zurückgelegte Strecke: 675 sm
Reisedauer: 7 Tage
davon Skipperin seekrank Cry: 4 Tage
Wind: überwiegend 25 – 30 kn
Seegang: stets reichlich, letzte Nacht heftigere Kreuzseen.
Motor: nur 2×2 h für Stromgewinnung.
Steuerung: fast 100% unsere geniale Aries-Windsteuerung.

besondere Vorkommnisse:
Wind: kam ausreichend und vor allem überwiegend aus guter Richtung (NNW bis NW).
Segel: Haben gehalten
Motor: Ging kaputt, deshalb
Segelmanöver: erstes Ankermanöver im Marinabecken unter Segel. Beim 3. Anlauf hat es geklappt!

Einen etwas ausführlicheren Bericht findest Du hier:

 

Auf geht’s

Morgen geht es los, wir wollen von Madeira nach Sines/Portugal segeln (grüne Linie), aber was heißt wollen? Bei dem dort vorherrschenden Wind wird es wohl eher die orange Linie . Schaun mer mal.

Flug gebucht?

Kleiner Schreck am Wochenende. Wollte nochmal schauen, wann wir am kommenden Samstag genau nach Madeira abfliegen und finde in meinen e-mails keine Buchungsbestätigung. War mir aber sicher einen Flug gebucht zu haben. Die weitere Recherche ergab dann sehr schnell: Flug nur auf „merken“ gesetzt aber nicht gebucht. Waren noch Plätze frei, hätten jetzt aber € 1.100 für zwei statt € 400 gekostet. Zu teuer. Also aufs Neue gesucht und glücklicherweise was gefunden, € 310 für zwei ab Düsseldorf mit Air Berlin. Das Gute daran, wir werden bereits um 9:30 Uhr Ortszeit in Funchal sein. Das schlechte, kann man sich denken, startet bereits um 6 Uhr.

Also hier unser Zeitplan:
Freitag 30.08 um 17 Uhr Mietwagen in Wiesbaden abholen.
Anschließend packen und Auto beladen.
Noch etwas schlafen?
Abfahrt Samstag, 31.08. um 02:00 Uhr nachts von Wiesbaden nach Düsseldorf
Mietwagen abgeben, einchecken, fliegen, hoffentlich gut ankommen.

Funchal Samstag 31.08. um ca. 9:30 Uhr Mietwagen übernehmen, Proviant für 2 Wochen einkaufen, auf der B.OLD bunkern, Mietwagen zurückbringen, B.OLD Reisefertig machen.

Und…. am Sonntag, 01.09. soll es in der Früh los gehen; sobald wir wach werden.

Heißer Sommer 2013

Das war in heißer Sommer in vielerlei Hinsicht. Bereits bevor wir die eine Woche im Juli unsere B.OLD für die Überfahrt nach Sines vorbereitet hatten, war der Notartermin zum Verkauf unseres Hauses Mitte Juni.

Anschließend auf Wohnungssuche in Wiesbaden, wo wir nach rund einem Dutzend Besichtigungen relativ schnell fündig wurden und am Ende den Mietvertrag für unser „Traumobjekt“ mitten in Wiesbaden noch vor dem Madeira-Trip unterschreiben konnten.

Mitte Juli nach unserer Madeira-Woche bereits die Übergabe der neuen Wohnung, anschließend bei IKEA eine neue Küche zum selber zusammenbauen gekauft. Danach in rund 4 Wochen:

– neue Wohnung renoviert,
– Umzugskisten gepackt und peu à peu in die neue Wohnung transportiert,
– etliche Dinge entsorgt, da zukünftig weniger Platz, insbesondere für Stauräume (Keller/Dachboden),
– Küche zusammengebaut,
– Möbel von Umzugsfirma transportieren lassen,
– bisherige Bleibe übergabefertig gemacht,
– alles in der neuen Wohnung wieder eingerichtet.

Volles Programm also, Restarbeiten (Bilder aufhängen, für alles einen guten Platz finden) sind noch zu erledigen, aber es ist schon ziemlich wohnlich geworden.

Was hat das alles jetzt eigentlich mit Segeln und 7 Jahre 7 Meere zu tun? Na ja, indirekt ist das ein Teil unseres „5 Jahresplanes“, um in nunmehr noch knapp 4 Jahren ablegen zu können. Mit dem Umzug sind verschiedene Dinge verbunden (in Klammern das Maß der tatsächlichen „Zielerreichung“ in %):

– In Summe zu Gunsten der zukünftigen Bordkasse günstiger leben, Wohnkosten, Fahrtkosten (vermutlich leider nur ca. 10 % „Zielerreichung“),
– Erste Stufe der Reduzierung des Hausstandes, soll es in 4 Jahren leichter machen, den restlichen „Ballast“ abzuwerfen (50%),
– Die letzten 4 Jahre nochmal so richtig mit allem drum und dran, was eine Stadt zu bieten hat, genießen (80%),
– Tochter kann von hier aus zur Uni, zumindest für die nächsten 2 Jahre (100%).

So, aber in 11 Tagen bestimmt Segeln zumindest für 2 Wochen zu 100% unsere Tage, wenn es losgeht, von Quinta do Lorde / Madeira nach Sines / Portugal. Die Aufregung steigt stündlich.

NACHTRAG zu Madeira

Freitag früh kam der Experte mit der Lichtmaschine wieder, um genau zu sein mit zweien. Unserer alten, um uns zu zeigen, wie irreparbel diese ist und einer neuen, verbunden mit dem Angebot, diese gleich einzubauen. Nicht ganz billig, aber so eine Lichtmaschine braucht man halt. Also einbauen lassen.

Dann hatten wir anschließend tatsächlich noch Zeit für einen kurzen Probeschlag. Segeltechnisch war soweit alles ok bis auf einen kleinen Riss im Hauptsegel, aber so am Rand, dass er die Segeleigenschaften nicht beinträchtigt. Die Skipperin, von Beruf Krankenschwester, meint, das wäre kein Problem, da machen wir vor der Überfahrt zum Festland ein Tape drauf, da kenne sie sehr gutes. Na, mal sehen.

So ganz ohne Schrecken ging es dann doch nicht. Als ich mir zum Segelsetzen die Segelhandschuhe holen wollte, wurde ich von üblem Rauchgeruch empfangen. Motorraum geöffnet, Menge Rauch kam raus. Glücklicherweise traf die Redensart „Wo Rauch ist, ist auch Feuer“ nicht zu. War nur ein Gummischlauch, der es sich am heißen Auspuffkrümmer gemütlich gemacht hat. Haben wir dann mittels Bändsel auf Abstand gehalten.

Somit sehen wir der Überfahrt von Madeira nach Sines Anfang September gedämpft optimistisch entgegen. Wird mit rund 600 sm das längste Stück in unserer bisherigen Seglerlaufbahn.

Schaun mer mal. Cool

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