Dakar/Senegal – Afrika für Fortgeschrittene

Anreise

Vier Tage haben wir für die rund 360 sm von Sal nach Dakar benötigt. Ich muss vermutlich nicht erwähnen, dass wir im Dunkeln angekommen wären. Also um 21 Uhr beigedreht und dann so gegen 2 Uhr morgens wieder weiter Richtung Dakar. Dort sind wir dann so gegen 10 Uhr angekommen.

Die Überfahrt war anstrengender alsdie letzten. Wir hatten Wind ziemlich von vorne, allerdings ohnekreuzen zu müssen. Das bedeutet entsprechend Schräglage bei 20 bis25 kn Wind, auch mit gerefftem Großsegel. Anfangs hatten wir nochrelativ wenig Wind, so dass wir schon befürchteten 5 Tage zubenötigen. Dann so 20 bis 25 kn, so dass wir im Schnitt auf fast 6kn Fahrt kamen. Sah also kurzfristig so aus, als dass wir am 3. Tag kurz vor Sonnenuntergang ankommen könnten.

Bereits bei dem Gedanken hat der Wind nachgelassen und wie erwähnt wäre es Nachts geworden. Wollten wir auch diesmal nicht und war sicherlich auch gut so. Die Anfahrt ist nicht sehr schwierig, aber zum Ankerplatz hin wird es ziemlich flach. Wir meinen einen Wellenbrecher mit Einfahrt zu sehen (siehe Markierung in dem einen Bild), der Plotter rät uns aber mit Verweis auf eine Wassertiefe kleiner 1 m davon ab.

Also um die Mauer herum hin zu der Stelle wo schon einige Boote liegen. Laut Plotter liegen die alle im Bereich einer Wassertiefe von kleiner 2 m bei Niedrigwasser. Wir haben uns an den Rand verlegt, wo wir je nach Tidenstand so 2 bis 3 m Tiefe haben.

Ansonsten war die Überfahrt nicht ganz ereignislos. Die Vorschot (die Leine, mit der das Vorsegel bedient wird) ist plötzlich gerissen, dass Vorsegel schlägt im reichlichen Wind. Vorsegel schnell eingeholt und im Tanz der Wellen die Vorschot neu angebracht.

Dann gab es noch ein merkwürdiges Geräusch, hörte sich so an als hätte sich die Ankerwinsch in Betrieb gesetzt, war aber nicht direkt lokalisierbar. Als der Wind etwas nachgelassen hat, habe ich einen Blick in den Ankerkasten geworfen und die Ankerwinsch überprüft. Funktioniert nicht mehr.

Also Ankern ohne Unterstützung der Ankerwinsch. Da ich von Andrea (SY Akka) gelernt habe, dass man an der Ankerwinsch die Nuss lösen und feststellen kann, geht das dann aber ohne nennenswerte Probleme von statten. Eine Weiterfahrt ohne Ankerwinsch ist allerdings nicht denkbar. Mittlerweile weiß ich, dass der Schalter mit Sicherung durchgebrannt ist und ersetzt werden muss.

Lohnt sich die Fahrt hierher?

Hinsichtlich Marokko und Kapverden hatte ich die Frage zu 100% mit Ja beantwortet (übrigens, die Marina Tanger ist mittlerweile geöffnet und wird allseits sehr gelobt). Hier ist es schon etwas diffiziler. Für uns ja, es hat sich gelohnt, schon wegen des Motors für unser Beiboot (mehr dazu in der Technik-Ecke). Abgesehen davon muss man das dann schon mögen.

Club de Voile de Dakar / Ankerplatz

Im Segelclub ist die Zeit seit wohl so30 bis 40 Jahre stehen geblieben. Der Verfall jedoch nicht. Hat einen gewissen Museumscharakter. Es wird wohl nichts erneuert. Toilette wie man sie aus Frankreich der 70er Jahre kennt, also in der Hocke ähnlich dem Abfahrtstraining für den Skiwinter. Die Clubbar und alle sonstigen Gebäude nicht schön, positiverweise muss man aber sagen, das hat eine gewisse französische Atmosphäre aus vergangenen Tagen. Der Anteil der Franzosen unter den Ausländern hier dürfte bei > 90% liegen.

Der Strand ist verdreckt, über der Ankerbucht liegt ständig ein Hauch von Schweinestallaroma und man liegt in einer richtigen Kloake.

Sofern man das ertragen kann (und es ist nicht so unerträglich wie sich das vielleicht so aufs erste anhört) befindet man sich hier natürlich an einem spannenden Ort. Die Leute in der Marina und eigentlich überall sehr freundlich. Hier gibt es einen Shuttle-Service. Sadio fährt nach Fahrplan die Boote ab und nimmt einen mit an Land bzw. wieder zurück zum Boot. Kostenlos, wobei er sich über ein „petit cadeau“ freut. Habe ihm immer so 1.500 Franc (€ 1,50) gegeben.

Über meine rudimentäres Französisch sind wir sehr froh, hilft einem bei vielen Gelegenheiten weiter. Nicht nur beim Bier in der Clubbar. Man ist auch hilfsbereit, sofern es Bedarf für das Boot gibt (Diesel, Wasser, Gas etc.). Direkt vor dem Clubgelände befindet sich ein mittelgroßer Marineausrüster.

Dakar

Laut, schmutzig, stressig. So die kurze Zusammenfassung. Andererseits ist es aber spannend, in dieser für uns Europäer schon sehr speziellen Stadt unterwegs zu sein. Als Fortbewegungsmittel dient das Taxi. Je nach Entfernung kostet die Fahrt so zwischen 3 und 7 Euro. Die Fahrt von hier in die Stadt 3.000 Franc (€ 4,50), sofern einer mehr wollte, haben wir schon mal verhandelt, bzw. das nächste Taxi genommen. Aber nur selten, meistens waren die Angebote direkt fair und ok.

Dakar ist eine sehr geschäftige Stadt mit einem immensen Straßenverkehr. Mich hat Dakar ein bisschen an Marokko vor rund 20 Jahren erinnert. Autos, die durch Klebestreifen zusammengehalten werden (gibt aber auch reichlich Autos neuerer Bauart), sehr intuitive Fahrweise, geschäftiges Treiben an all den Verkaufsständen, die es reichlich gibt. Man fühlt sich aber stets sicher, nur wenige aufdringliche Verkäufer und nur vereinzelt Bettler, die aber fast nur im Zentrum um den „Place de l’Indépendance“.

Die Fahrt mit dem Taxi ist ein Erlebnis für sich. Diese sind meist älterer Bauart und mehr oder weniger stark verbeult. Es gibt glaube ich kein Auto älter als 6 Monate, welches noch keine Schrammen hat. Mit einer Ausnahme sind wir aber immer unfallfrei überall hin gekommen. Nur einmal ist ein SUV beim Parkversuch am hohen Randstein hängen geblieben. Rückwärtsgang rein, Blick nach hinten ist was für Anfänger und prompt unser Taxi gerammt.

Dachte schon, dass wird jetzt dauern. Beide haben einen Blick auf den Schaden geworfen, beide fühlten sich keiner Schuld bewusst. Ein paar herumstehende Experten prüften den Schaden ebenfalls. Ein paar Diskussionen, nie hitzig und nach ein paar Minuten fuhr der „Unfallgegner“ seinen SUV etwas vor und der Taxifahrer stieg ein und setzte die Fahrt fort. Hier kommt wohl jeder selbst für den erlittenen Schaden auf. Und eine Beule mehr oder weniger….

Ich könnte über das was wir hier in 3 Tagen insbesondere an Eindrücken erlebt haben wohl noch ein paar Seiten mehr schreiben. Aber zusammenfassend kann man sagen, dass eine Fahrt hierher für denjenigen, der mal Afrika hautnah erleben möchte, Sinn macht. Wir sind einiges zu Fuß gelaufen, haben einheimische Märkte besucht und auch abgelegenere Gegenden. Nirgends hatten wir ein ungutes Gefühl was unsere Sicherheit betrifft. Und so ein wenig Schweinestallaroma kann man für ein paar Tage schon mal ab.

Technik-Ecke

Außenbordmotor

Trotz richtig guter Tipps meines Cousins (Danke nochmal Hartl) habe ich es nicht geschafft, den Außenborder wieder zum Laufen zu bekommen. Im Gegenteil, meine Reparaturversuche haben zu einer Undichtigkeit geführt, die den Benzin auslaufen lässt.

Die SY “Margna” lag hier in 2012 für drei Monate. Die haben in ihrem Törnbericht Moussa Coulibali erwähnt, der „repariert und vor allem reaktiviert .. äußerst geschickt und erfolgreich alle Außenbordmotoren“, sofern er nicht Sadio beim Shuttle-Serive ablöst.

Mit toller Hilfe von Sadio den Motor in die Werkstatt von Moussa gebracht. Am nächsten Tag hat er mit der Arbeit begonnen. Zwischendurch konnten wir unseren weitestgehend in Einzelteile zerlegten Motor besichtigen. Er hat alle Teile gereinigt und wieder zusammengebaut, Ölwechsel gemacht und den Benzintank gefüllt.

Am Abend hat Sadio den Motor zur Luna Mare zurück gebracht, Test wäre erfolgreich gewesen. Bezahlen kann ich morgen. Ich konnte ihn nicht zum Laufen bekommen. Noch nicht wissend, dass Moussa den Bezintank wieder gefüllt hat dachte ich, der wäre leer.

Am nächsten Morgen dann Benzin an der naheliegenden Tankstelle besorgt und beim Nachfüllversuch gemerkt, da ist ja schon welcher drin. Nachdem ich dann die Entlüftungsschraube und Benzinzufuhr ordentlich geöffnet habe und noch den Sicherheitsring ordentlich befestigt hatte ist der Motor tatsächlich gestartet.

Die erste Testfahrt zum Feierabendbier in der Clubbar hat er hin und zurück ordentlich zurück gelegt. Sieht wohl tatsächlich so aus, als hätten wir wieder einen funktionierenden Außenbordmotor. Moussa wollte für seinen ganzen Aufwand von etlichen Stunden Arbeit, plus Öl und Benzin, am Ende 30.000 Franc (€ 45). Da wäre ich andernorts wohl nicht weit mit gekommen.

Ankerwinsch

Zu guter Letzt der Schalter für die Ankerwinsch. Hier hat Momo seine Hilfe angeboten. Der spricht auch etwas Englisch, was es dann doch etwas leichter macht. Leider bisher noch erfolglos. Werden morgen gemeinsam losfahren, er hat ein paar Leute aufgetrieben, die zumindest so was ähnliches haben.

Was ich benötige ist ja ein Schalter mit einer 80A Sicherung. Mal sehen, ob wir sowas finden. Ansonsten habe ich mir überlegt, ich lasse den Schalter weg (die Winsch hat ja noch separat die Knöpfe für auf und ab) und baue nur eine Sicherung ein. Einen Sicherungshalter mit gewisser Wasserdichtigkeit hätte ich sogar an Bord, da ist aber eine 100A Sicherung drin. Mit der traue ich mich nicht ran. So werden ich morgen, falls wir keinen Schalter finden, schauen, ob ich eine passende 80 A Sicherung auftreiben kann.

Wäre toll, da wir am Samstag dann Richtung Gambia starten wollen und das Einholen von 25 kg Anker mit reichlich Kette von Hand mich vermutlich etwas überfordern würde. Schaun mer mal.

Sal – Kapverden

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Nach wundervollen Tagen auf São Vicente und Santo Antão haben wir uns auf den Weg nach Osten gemacht, zur Insel Sal. Direkter Weg 120 sm, durch kreuzen sind es 160 sm. Mit Wind und Welle gegen an sind wir auch relativ langsam. So sind wir nicht nur eine, sondern zwei Nächte draußen. Und da wir wieder mitten in der Nacht ankommen, parken (beidrehen) wir drei Stunden, um gemütlich im Laufe des Vormittags in Palmeira/Sal anzukommen.

Begrüßt werden wir von Jay, der mit seinem Boot Denis im Ankerfeld unterwegs ist, teils als Hafenmeister, überwiegend um seine Dienste anzubieten. Wasservorräte ergänzen, Diesel, Wäsche waschen, alles was ein Fahrtensegler benötigt. Und Taxi. Ein „Rückfahrticket“ kostet drei Euro. Das erspart mir das Paddeln und gibt das gute Gefühl, die wirklich sympathischen und engagierten Leute hier, wenn auch nur geringfügig, zu unterstützen.

Nachdem wir uns ja noch innerhalb der Kapverden befinden müssen wir heute nur zur Policia Maritima. Ein paar Formulare, Bootspapier hinterlegen, fertig. Jay machte mit uns noch einen kurzen Stadtrundgang und erzählte uns einiges über Palmeira und seine große Familie, die hier lebt. Anscheinend gehört fast jedes zweite Haus in der Hafenumgebung irgendwie zu seiner Familie. Er hat vier Kinder (mehr möchte er auch nicht, wie er sagt) und 12 Geschwister/Halbgeschwister. Sein Vater hat wohl 13 Kinder mit 4 Frauen. Da kommt schon was an Familie zusammen.

Auf dem Rückweg Jay noch zu einem Bier als Danke für die Stadtführung in einem der zahlreichen Bars eingeladen, am Hafen noch einen Fisch (Garoupa/Rotbarsch) fürs Abendessen. Nach den zwei Nächten auf See kommt sehr schnell Müdigkeit auf und um 21 Uhr ist der Tag zu Ende.

Dienstag gegen Mittag kommt glücklicherweise nochmal Jay vorbei, ich hatte glatt vergessen, dass wir bis 13 Uhr ausklarieren müssen, da wir morgen weiter nach Dakar wollen. Da die Skipperin für die Fahrt dahin am Brot backen ist, mache ich mich allein auf den Weg. Jay setzt mich wieder am Hafen ab, so dass ich bei der Policia Maritima und der Immagration „Auf Wiedersehen“ sagen kann. Immigration will wieder 500 Escudos, ansonsten keine weiteren Kosten.

Zurück am Boot noch die Streckenplanung für die nächsten Etappen am Plotter eingeben, ein paar Kleinigkeiten hier und da und nachmittags geht es wieder an Land. Wir wollen noch in die Inselhauptstadt Espargos, frische Lebensmittel für die 3 bis 4 Tage, die wir bis Dakar benötigen werden. Mit dem Aluguer geht es flott in die Stadt, die nur rund 10 Autominuten entfernt ist. Einkäufe sind schnell erledigt, dann geht es wieder zurück.

Noch ein Bier in der Bar, in der der hießige TO-Stützpunktleiter Carlos häufiger anzutreffen wäre, ist aber heute nicht da. Danach bringt uns Jay wieder zurück zur Luna Mare.

Morgen bringt uns Jay noch frisch gewaschene Wäsche vorbei und nach dem Frühstück wollen wir Richtung Dakar ablegen. Nachdem wir rund 1 ½ Jahre, mit Ausnahme von Marokko, in Europa „rumgetrödelt“ sind, steuern wir nun doch Ziele an, die für uns, wie soll ich sagen, neu/fremd/exotisch?, auf alle Fälle interessant sind.

Und sofern es aus meinem Bericht nicht schon hervorging, Kapverden sind ein ganz tolles Ziel und wer von den Kanaren in die Karibik will, sollte auf alle Fälle den Weg über São Vicente planen und natürlich auf Santo Antão die für Leute ohne Kondition, wie wir, etwas beschwerliche, aber für alle großartige Wanderung vom Vulkankrater ins Ribeira do Paul machen. Und wer etwas mehr Zeit hat, eben noch mehr Inseln erkunden. Und ob ein Abstecher nach Senegal etc. Sinnmacht werden wir versuchen herauszufinden.

Schiffsbegegnung
Wir sind nicht alleine
Aluguer nach Espargos
Jay auf Geschäftsreise
Abendstimmung am Ankerplatz

Herrliches Kapverden

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São Vicente

Im Vorfeld hatten wir schon immer mal Warnungen gehört. Ist es nicht gefährlich dort. Vielleicht sogar Piraten. Aber überwiegend von Leuten, die noch nicht dort waren. Auch der Marco Polo verweist auf Kriminalität im Bereich Mindelo.

Bisher haben wir von den negativen Seiten (noch?) nicht viel mitbekommen. Es gibt einige Erwachsene und Kinder die betteln, aber sehr zurückhaltend und wenig aufdringlich. Anscheinend verfluchen die einen nur innerlich, sofern man ohne etwas zu geben an ihnen vorbeigeht.

Im Bereich des Hafenzugangs sind einige unterwegs, die ihre Dienste anbieten. So wie Biquda, dem wir unsere Wäsche anvertraut hatten, welche wir am selben Abend gewaschen, getrocknet und gebügelt zurück erhalten haben. Erstklassiger Service. Aber auch hier alle sehr unaufdringlich.

Wie eigentlich die Menschen hier überall sind. Zurückhaltend, aber nicht distanziert. Freundlich, aber ohne Überschwang. Alles in allem so, dass man sich stets wohl fühlt. Zudem gibt es in nahezu jedem Supermarkt, jeder Bank etc. mindestens einen von einem Sicherheitsdienst.

Mindelo selbst ist ein, wie ich finde, nettes kleines Städtchen. Gibt viele schöne Häuser, alles sehr sauber, Autoverkehr ohne Hektik, Zebrastreifen kann man gefahrlos benutzen. Gibt auch ein paar unfertige Häuser, einige die eher ungepflegt aussehen. Die prägen aber nicht das Stadtbild.

Die „Sehenswürdigkeiten“ sind überschaubar. Der Reiz liegt aber eher im „eintauchen“ in die Stadt und deren Atmosphäre. Supermärkte gibt es reichlich, einen schönen Gemüsemarkt und auch einen Fischmarkt. Fleisch haben wir bisher nicht gekauft, da wird hinsichtlich der nicht immer durchgängigen Kühlkette auch öfter mal vor gewarnt.

Der Fisch ist jedoch ganz ok, obwohl Kühlung auf dem Fischmarkt nicht vorhanden ist. Die liegen da offen rum, teilweise nur von einem Schwarm Fliegen, der sich darauf niederlässt, „geschützt“. Es gibt allerdings ein reichhaltiges Angebot und das zu guten Preisen.

Dazu gibt es viele kleine Restaurants, aber auch eher europäisch geprägte. Pizza sowieso, ansonsten natürlich Fischgerichte, Fleischgerichte und natürlich das Nationalgericht: Cachupa. Verhungern muss man nicht.

Santo Antão

Etliche Empfehlungen haben wir über den Besuch der Nachbarinsel Santo Antão erhalten. Die werden sich alle als richtig herausstellen.

Um 6 Uhr geht der Wecker, um 7 Uhr die Fähre von Mindelo nach Porto Novo. Zwischen den beiden Inseln weht eine heftige Düse, die die Müdigkeit schnell vertreibt. Bei Ankunft um kurz nach 8 erwartet uns eine Menge Leute freudig in Porto Novo, Taxifahrer und Fahrer der Sammeltaxis, Aluguer.

Ein „eigenes“ Taxi kostet so € 40 bis € 50. Das erste Angebot für ein Aluguer lautet auf € 20. Der nächste fordert € 15 und ist am Ende mit € 10 einverstanden. Mit den Aluguers muss man allerdings Geduld mitbringen. Die fahren erst wirklich los, sobald noch einige Passagiere hinzukommen. Und wir sind bisher die einzigen.

So geht es erst mal gemütlich durch den Ort, bevor wir pünktlich zur 9 Uhr Fähre wieder am Hafen sind. Mit dem Hinweis „Mais Passageiros“, also mehr Passagiere, verabschiedet sich der Fahrer um nochmal am Hafenausgang Touristen abzufangen. Kommt allerdings nach 10 Minuten erfolglos zurück. Dann nochmal eine Spazierfahrt durch den Ort, da steigen tatsächlich noch 3 Leute zu. Dann geht es los.

Eine tolle, wenn auch dank des Kopfsteinpflasters holprige Strecke führt hoch zum Krater. Dort steigen wir so kurz nach 10 Uhr aus, nehmen zuerst den falschen Weg, merken das glücklicherweise schnell und finden den richtigen ins Ribeira do Paul. Im Bereich des Kraters soll es etwas kühler sein, also waren wir darauf vorbereitet.

Allerdings geht es die erste Stunde hoch zum Kraterrand, was schon mal erwärmend bis schweißtreibend ist. Laut Marco Polo ist die Wanderung eine leichte, die uns über knapp 13 km in 4 h ins Tal direkt ans Meer führen soll. Leicht ist relativ. Nach dem Anstieg dachten wir, jetzt gemütlich nach unten. Der Eselspfad war aber steinig und relativ steil. So versuchten wir vorsichtigen Schrittes voranzukommen. Sagenhaft die Aussicht, sofern diese nicht durch Nebel beeinträchtigt ist.

Sehr schön zu sehen, wie hier die Passatwolken von den Bergen abgefangen werden und für reichlich Feuchtigkeit in der Gegend sorgen. Dadurch ist alles in einem satten Grün und sorgt für einen dichten Pflanzenwuchs. Zahlreiche Brotfruchtbäume, Bananenstauden, gewaltige Mangobäume und Kokospalmen gedeihen hier. Der Süden von Santo Antão ist übrigens genau das Gegenteil, sehr trocken und damit sehr bizarr.

Man glaubt gar nicht, wie anstrengend es den Berg hinab sein kann, sofern steil genug und der steinige Untergrund einen unsicheren Halt gibt. Jedenfalls anstrengend genug, so dass wir keine Jacke oder lange Hose benötigen. Nach knapp 5 km erreichen wir „Chez Sandro“, ein kleines nettes Restaurant mit Kunsthandwerk im Verkauf. Zwei Stunden haben wir bis hierher benötigt.

Hier ruhen wir uns kurz aus, aber trinken nur etwas, da laut Marco Polo einen Kilometer weiter ein empfehlenswertes Restaurant wäre. Das erreichen wir auch kurz später. Ein Ehepaar aus Österreich, unterstützt von zwei einheimischen Familien betreibt hier ein sehr uriges Restaurant mit eigenem Gemüseanbau, selbst gebackenem Brot und einer Destillerie für den hiesigen Zuckerrohrschnaps, Grogue genannt.

Hier gönnen wir uns eine Jause und nehmen so gut gestärkt (der Zuckerrohrschnaps ist übrigens sehr lecker) die 7 km bis zum Ziel in Angriff. Statt der im Marco Polo angegebenen 4 h haben wir inkl. Pause 6 h benötigt. Im Tal erwartet uns die über booking.com gebuchte Pension „Misurino“. Michele, ein Italiener, der seit 7 Jahren hier lebt, betreibt diese. Kleines Zimmer mit zwei Betten, Dusche, die sich zwei Zimmer teilen (das andere war aber unbewohnt) und ein gutes italienisches Frühstück. Das Ganze für € 22. Da kann man nicht meckern.

Abends noch in die Atelier-Bar, das Tagesgericht, gegrillter Thunfisch, ist sehr lecker. Und bei dem einen oder anderen Bier kann man den Tag nochmal Revue passieren lassen.

Und wie gesagt, leichte Wanderung ist relativ. Auch zwei Tage danach erinnert uns ein ordentlicher Muskelkater in den Beinen an den aber wirklich wunderschönen Ausflug. Die Bilder hier können die Schönheit der Natur leider nur eingeschränkt wieder geben.

Nach dem Frühstück im Misurino nehmen wir für € 2 einen Aluguer nach Ribeira Grande. Ein bisschen flanieren, aber wegen des Muskelkaters wirklich nur ein bisschen. Nach einem erfrischenden Getränk in einem kleinen Restaurant geht es mit dem Aluguer für € 8 wieder zurück zum Hafen (bei diesen, wie wir finden fairen Preisen, haben wir gar nicht versucht diese mittels Verhandeln weiter zu drücken), wo wir mit der Fähre um 16 Uhr wieder nach Mindelo übersetzen. Die Fähre kostet pro Person und Strecke € 8.

Afrika für Anfänger

Angekommen in Mindelo/CV

Am 11.10.2018 legen wir in Gran Tarajal ab, um nach rund 1000 sm und 10 Tagen/Nächten Mindelo zu erreichen. Luftlinie sind es eigentlich „nur“ 920 sm, da der Wind aber überwiegend direkt von hinten kommt, haben wir etwas vor dem Wind gekreuzt. Wollen ja nicht wieder Probleme mit dem Großbaum oder anderem bekommen.

Die 10 Tage sind im wesentlichen ereignislos und das ist gut so. Herrliche sternenklare Nächte mit einem Sternenhimmel, den man sich am Festland gar nicht vorstellen kann. Nur selten ist das Schaukeln des Bootes zu intensiv, klar, nie ganz ruhig, aber erträglich. Die Tage verlaufen gemütlich. Zum ersten Mal stellt sich bei einer mehrtägigen Fahrt eine Bordroutine ein, wie man es von Fahrtenseglern immer mal liest.

Die ersten zwei Tage kommen wir nur langsam voran, mit Wind unter 10 kn lässt es Luna Mare halt mal langsam angehen. Es steigert sich langsam. Etmal (= Strecke, die wir in 24h zurücklegen) 63 sm, dann 84 sm und am dritten Tag schon 94 sm. Dann 4 Tage mit etwas mehr als 100 sm, danach wieder knapp 100 sm. Das Etmal bezieht sich nicht auf die tatsächlich gesegelte Strecke, sondern auf den direkten Weg zum Ziel. Tatsächliches Etmal ist geringfügig höher, da wir vor dem Wind kreuzen.

Wir wechseln uns bezüglich der Wache alle 3 Stunden ab. Ich habe die Abendwache von 18 bis 21 Uhr, die von Mitternacht bis 3 Uhr und dann wieder von 6 bis 9 Uhr. Bei letzterer dann Frühstück im Cockpit, vorzugsweise bei Sonnenaufgang, der sich, je weiter wir nach Westen kommen, von ca. 7 Uhr auf nach 8 Uhr verschiebt.

Die Skipperin wird zum ersten Mal nicht Seekrank, die ganzen 10 Tage über!! Das sorgt natürlich dafür, dass der Appetit vorhanden ist. Also ist kochen angesagt. Etwas Akrobatik ist erforderlich, aber es geht ohne nennenswerte Probleme von statten. Selten, dass Essen oder Besteck durchs Boot fliegt, wobei so ein herumfliegendes scharfes Messer schon etwas Besorgnis erregend ist.

Die vor 1 1/2 Jahren noch in D gebunkerten Dosen werden langsam rostig, so gibt es nicht ganz so typisch lokale Gerichte: Hirschgulasch mit Nudeln, Rehgulasch mit Reis, Hirschgulasch mit Salzkartoffeln und andere Leckereien aus unserem Dosenvorrat. Verfeinert z.B. mit Sahne, Kreuzkümmel, Chilipfeffer, Paprikawürfel, Pepperoni, was halt noch so da ist. Salat und Gemüse halten sich ganz gut, einen Gurken/Lauchsalat können wir noch am 9. Tag zubereiten.

Auch Schlafen in den Freiwachen ist mittlerweile besser, also intensiver und erholsamer geworden. Liegt sicherlich auch daran, dass wir kein schweres Wetter haben und nicht hart am Wind segeln müssen. So genießen wir die Tage und Nächte . Gelegentlich begleiten uns Delfine, oder fliegende Fische unterhalten uns mit ihrer Flugshow.

Wir fangen auch rund ein Dutzend Fische! Einen an der Angel, alle anderen sind freiwillig an Deck gekommen. Alle tot. Die an Deck sind fliegende Fische mit falscher Flugbahn, der am Haken schwamm wohl schön länger Bauch oben. Jedenfalls ist der Haken nicht im Maul, sondern hat sich außen verhakt. Gut, ist schon mal eine Steigerung gegen unsere bisherigen Fangergebnisse, aber Lebendfang würden wir schon vorziehen.

Gefühlt kommt man in 110 von 100 Fällen während der Nacht am Ziel an. So auch hier. Um 23 Uhr sind wir 15 sm vor Mindelo. Also beidrehen, sind noch nicht so weit, nachts in unbekannte Marinas einzulaufen. Nach 4 Stunden sind es 19 sm, wir wurden also 4 sm zurück versetzt. Dann um 3 Uhr wieder Kurs Mindelo aufnehmen, wo wir Sonntag früh um kurz nach Sonnenaufgang ankommen. Unsere Uhr, die spanische 10 Uhr anzeigt, können wir um zwei Stunden zurückstellen (sind also jetzt bis Sommerzeitumstellung 3 h hinter D, ab dann 2 h).

Am Sonntag noch im Hafenbüro bezahlen. Immigration und Policia Maritima können erst am Montag aufgesucht werden. Stadt schon etwas erkundet. Gut das es Sonntag ist, da ist es hier noch sehr ruhig zum eingewöhnen.

Montag dann Einklarieren, geht völlig problemlos. 10 Minuten Fußweg von der Marina entfernt das Immigration Office (wollen nur Reisepass, Crewliste und 500 Escudos, also knapp € 5) und Policia Maritima (Reisepass und Schiffsdokument).

Vor der Marina freundliche Helfer. Biquda haben wir unsere Wäsche anvertraut. Seine Mutter übernimmt den Job. Biquda betreibt auch einen kleinen Straßenladen, wo man gefüllte Dieselkanister oder Angelsachen erwerben kann.

Heute am Montag ist es schon deutlich lebhafter in Mindelo. Haben schon mal auf den Märkten Fisch und reichlich Gemüse für das Abendessen besorgt. Man liest öfter mal, dass die Kapverden „Afrika für Anfänger“ sind. Gefühlsmäßig passt das wohl ganz gut.

Wir wollen bis Samstag bleiben, zwischendurch die Nachbarinsel Sao Antao mit der Fähre besuchen. Dort gibt es einen wohl herrlichen Wanderweg, vom Vulkankrater „Cova do Paul“ entlang dem ebenfalls nach mir benannten Weg „Ribeira do Paul“ runter zum Meer. Mehr dazu und über Mindelo die nächsten Tage.

Schiffsschaukel und Delfine.

Anker da – Wir weg?

Anker da – Wir weg?

Gestern konnte ich den Anker in Arrecife abholen. Und montieren. Vielen Dank nochmal an die Unterstützer. Und wer uns noch dabei helfen will, guten Halt zu haben: Guckst du hier.

Sieht fast etwas überdimensioniert aus. Wird uns aber sicherlich gute Dienste leisten:

Basierend auf dem aktuellen Wetterbericht steht einem Start Morgen eigentlich nichts mehr im Wege für die 900 sm (gut 1.600 km) nach Mindelo. Werden dafür rund 9 Tage benötigen. Anfangs etwas wenig Wind, nach rund 2 Tagen dann so Windstärke 4, in Böen 5 bis 6. Immer von hinten, konstant bis zum Ziel. Sollte also gut passen. Zumindest sofern die Wellen uns nicht zu sehr durchschaukeln.

Das hier gefällt mir allerdings nicht so gut. Die schwarze Linie ist unser geplanter Kurs:

Allerdings ist Hurricane Leslie aktuell noch 1500 sm (rund 2.750 km) von uns entfernt und bis Sonntag/Montag sollten wir die Hälfte der Strecke hinter uns haben. Drückt uns die Daumen, dass er nicht unseren Kurs kreuzt.

Ankeralarm

Ankeralarm

Der neue Anker ist bereits auf dem Weg, liegt aber seit drei Tagen in Madrid fest. Laut UPS ist eine Zollabfertigungsnummer erforderlich. „Wir kümmern uns darum“ steht im Bereich der Sendungsverfolgung. Schaun mer mal.

Wir haben die Marina bis Montag gebucht. Hoffentlich wissen wir bald, für wie lange wir noch verlängern müssen.

Ist aber nicht weiter schlimm. Uns geht die Zeit zwar von den Kapverden und Afrika ab, es ist hier aber zu 100% schönes Sommerwetter, der Ort ist ok und ein netter Strand ist ebenfalls vorhanden.

Außenbordmotor.

Habe ihn quasi in alle Einzelteile zerlegt. Zündkürze erneuert, Benzin aus Vergaser etc. abgelassen. Benzintank gereinigt und mit sauberem Benzin gefüllt. Aber er funktioniert leider (noch) nicht. Bleibe dran.

Auf nach Mexiko.

Morgen wird es hier wohl etwas lauter werden. Mexikanische Folkloremusik ist angesagt. Seit Dienstag laufen die Vorbereitungen. Mit einigen Soundchecks (allerdings mit Musik von Queen, Pink Floyd etc.) wurden wir bereits versorgt. Bin schon neugierig, wie die Party morgen wird.

Es gibt zwei neue Bereiche auf unserer Homepage: Kochen und Crowdfunding.

Geschichten aus der Pantry

Kochen auf der Luna Mare gefällt mir zunehmend besser. So fange ich an zu versuchen, mit lokalen Erzeugnissen, guten Ratschlägen der Skipperin und einigen Infos aus dem Netz Gerichte zu kreieren. Die ersten Ergebnisse gibt es hier. Sofern ich am Thema dran bleibe, ergibt das am Ende dann eine kulinarische Weltreise. Guten Appetit.

Crowdfunding

Diesen Anker gilt es zu ersetzen.

Auf meinen diesbezüglichen Blog hin meinte ein früherer Arbeitskollege: „ wenn ihr für den neuen Anker ⚓️ ein Crowdfunding gründen wollt; ich bin dabei! .

Habe ich gegründet und er ist dabei. Da will ich natürlich nicht unfair sein, und auch anderen die Möglichkeit geben, sich daran zu beteiligen, dass wir wieder einen guten Halt haben werden. Guckst Du hier.

Dem scheint es hier ebenfalls gut zu gefallen:

Der gebogene Anker

Der gebogene Anker

So sieht er aus, unser verbogener Anker. Sorry Martin, dass ich mit Deinem Geschenk nicht wirklich gut umgegangen bin ;-).

Morgen werde ich versuchen herauszufinden, wie wir schnellstmöglich einen guten Ersatz bekommen. Schön, dass ein Ex-Kollege bereits angeboten hat, eine eventuelle Crowdfunding-Kampagne zu unterstützen. Da muss ich mal darüber nachdenken 😉

Und weil so ein Schaden nie alleine bleibt, ist heute der Gurt gerissen, mittels dessen Hilfe das Vorsegel eingerollt wird. Das Band hatte sich irgendwie verfangen und abgewetzt. Gemerkt hatte ich das, als ich kurz vorm Ziel das Vorsegel einrollen wollte. Ich vermute aber, dass wir das mit Bordmitteln reparieren können.

Der dritte Patient, unser Außenborder mit Salzwasserbad, ist nicht so kritisch, ich kann ja paddeln. Aber der Ehrgeiz ist vorhanden: Kriegt der Buchhalter das Ding wieder zum Laufen. Schaun mer mal.

Adios Lanzarote

Adios Lanzarote

Am 28. Mai, also vor ziemlich genau 4 Monaten, hatten wir Arrecife erreicht. Wir haben dort eine wundervolle Zeit verbracht, mit neuen Bekanntschaften, sehr sehr viel Erholung, etwas Sightseeing und Arbeiten am Boot.

Aber vor allem wundervollen Besuch. Nach unseren Enkeln kamen noch zwei wundervolle junge Damen, unsere Tochter mit einer Freundin. War eine tolle Zeit mit Euch.

Die Arbeiten am Boot sind soweit erledigt, der Tagestank ausgetauscht, noch einige undichten Stellen am Deck abgedichtet und etliches mehr. Jetzt steht der Weiterfahrt kaum noch was im Wege. Außer der Anker. Der hat sich gestern/vorgestern vor Lobos verbogen. Und das bei moderaten Verhältnissen. Keine Ahnung wie sowas passieren kann und was das für etwas widrigere Verhältnisse zu bedeuten hat.

Anyway. Ein neuer Anker muss her. Erst mal schlau machen, was sich da empfiehlt. Außerdem weiß ich nicht, was das optimale Gewicht für diesen wäre (der verbogene hatte 16 kg) und ob das nur von der Bootslänge, oder auch vom Bootsgewicht abhängig ist. Ich hoffe wir können hier (wir liegen vor Rosario, der Hauptstadt von Fuerteventura vor Anker) morgen einen vor Ort bekommen. Sonst könnte sich die Weiterfahrt noch um einige Tage verzögern.

Abgesehen von Arrecife hatten wir mit den Mädels zwei Tage vor Anker vor La Graciosa verbracht. Ganz toll dort. Als Skipper fühlte ich mich für die Show-Einlage zuständig. Ich sitze im Beiboot und wollte den Motor noch am Boot „sicherheitshalber“ befestigen und bat die Skipperin mir ein kurzes Tau zu holen.

Sie „ok wenn ich jetzt aussteige“. Ich: „Ja klar“. Denkste, wenn du die dadurch eintretende Gewichtsverlagerung außer Acht lässt. Bin sofort gekentert und der Motor hat das Beiboot in die Tiefe gezogen. War glücklicherweise noch mit der Luna Mare verbunden. So konnten wir das Ganze mit Hilfe eines Falls bergen und an Deck bringen.

Mal sehen, wie weit ich es mit einem neuen Anker im Beiboot schaffen werde, sofern wir hier einen neuen bekommen.

Jetzt funktioniert aber halt der Beibootmotor nicht mehr. Mal sehen, ob das Ganze noch reparabel ist. Ansonsten schadet mir Bewegungsmuffel das Paddeln ohnehin nicht.

Momentan planen wir noch einen Stopp in Gran Tarajal ein (Süden von Fuerteventura) bevor wir dann Richtung Kapverden ablegen (900 sm, ca. 9 Tage). Sofern möglich sende ich täglich einen Positionsreport. Wer mag kann dann hier sehen, wo wir uns auf dem Weg dahin jeweils befinden: https://7jahre7meere.de/wo-wir-aktuell-sind/ (untere Karte, die obere von vesselfinder scheint sich nicht immer ordentlich zu aktualisieren).

Und ganz wichtig: Emma, unsere Windfahnensteuerung hat ihren Dienst wieder angetreten. Seit Ende August letzten Jahres ist sie am Heck montiert. Versuche diese über die Notpinne zu nutzen scheiterten. Über das Hauptruder hieß es allerortens, dass dies bei einer Hydrauliksteuerung eher nicht funktioniert.

Außerdem fehlten uns die für die Befestigung notwendigen U-Haken. Die Anbringung am Steuerrad ist aber unsere letzte Hoffnung. Haben uns also auf die Suche nach U-Haken gemacht und tatsächlich Anfang der Woche passende gefunden. Erster Test auf dem Weg von Arrecife nach Lobos misslang. Die Taue hatte ich verkehrt herum aufgewickelt. Wollte Emma nach rechts, steuerte Luna Mare nach links.

In Lobos geändert und heute auf dem Weg nach Rosario getestet. Wir sind so happy, dass Emma uns wieder am Ruder zur Hand gehen kann. Trotz Hydraulik und Wind von hinten (beides angeblich keine guten Voraussetzungen für die Windsteuerung) hat Emma den Kurs wundervoll gehalten. Jetzt noch einen neuen Anker und keine neuen Schäden. Dann steht einem entspannten Segeln nichts mehr im Wege.

 

Vorbereitungen für die nächsten 4.000 sm (7.400 km)

Vorbereitungen für die nächsten 4.000 sm (7.400 km)

Anfang September kommt nochmal wundervoller Besuch, dann soll es Mitte September weiter gehen. Vor uns liegen dann 3 Monate und rund 4.000 sm, bis wir dann Ende Dezember/Anfang Januar hoffentlich die Karibik erreicht haben werden. Ziemlich genau so viel, wie die Luna Mare seit der Erstwässerung vor 24 Monaten zurück gelegt hat.

Nach den vielen „Kinderkrankheiten“ die wir durch eigene Fehler angereichert haben, sind wir nun zuversichtlich, dass die Luna Mare dies ohne nennenswerte Probleme meistern wird. Einziges Risiko für die Luna Mare sind wahrscheinlich weiterhin wir selbst.

Nachdem Luna Mare seit Montag dieser Woche an Land stand, sind wir seit heute morgen zurück im Wasser. Der Unterwasseranstrich war notwendig und die Arbeiten haben gut geklappt. Toller Service der Marine hier: Gestern Abend wurde die Luna Mare bereits in den Kran genommen, so dass wir die durch die Stützen verdeckten Stellen noch streichen und diese dann über Nacht trocknen konnten.

Bisher sieht es so aus, als ob wir instinktiv die richtige Marina mit Marina Lanzarote (Arrecife) gewählt haben. Sehr freundliches und hilfsbereites Personal in der Marina und eine Werft direkt dabei mit gutem, zuverlässigem Personal.

Neben dem Unterwasseranstrich war die Leckage in der Wellenanlage zu ergründen. Hinterm Propeller hatte sich eine Sika-Flex-Abdichtung gelöst und ein kleines Leck entstehen lassen (auf dem Bild hatte ich diese dann bereits komplett entfernt). War das die Ursache und die Wellendichtung ist noch ok und könnte noch länger genutzt werden?

Stefan hatte aber mit seinem Ratschlag recht: Jetzt seit ihr an Land, es wäre dumm, diese jetzt nicht zu tauschen. Beim Entfernen der alten zeigte sich in der Tat, dass der Austausch fällig ist. Wäre schon dumm gewesen, erst wieder im Wasser zu sein um dann festzustellen, dass wir gleich wieder raus müssen.

Nachdem wir auch die Relingstützen „großzügig“ abgedichtet haben, sollte Wasser nur noch in homöopathischen Mengen ins Boot gelangen können. Schaun mer mal.

Der neue Tagestank ist ebenfalls installiert. Jetzt muss nur noch Jimmy vom Marina-Nautic-Shop den Anschlussstutzen beibringen, damit wir den Tankschlauch anschließen können. Zur Not ginge es aber auch ohne. Dann müssten wir halt mit dem Tankstutzen ins Boot direkt an den Tagestank. Nicht optimal, aber machbar.

Apropos Nauticshop. Da gibt es hier fußläufig einige davon, wie wir mittlerweile feststellen konnten, die darüber hinaus auch gut sortiert sind. So ist einer auch als Hempelhändler (Farbhersteller für unser Antifouling) in der Nähe.

Jetzt fehlt noch der Tisch im Innensteuerstand. Der hiesige Schreiner bezieht den mit einem neuen Laminat, da das alte aufgesplittert ist.

Um in drei Wochen Richtung Kapverden (900 sm) auslaufen zu können, müssen wir jetzt eigentlich „nur“ noch reichlich Proviant besorgen, noch einige Schönheitsarbeiten (Putzen, Roststellen beseitigen), mehr nicht.

Nicht erledigen konnten wir als wichtigsten Punkt Emma, die Aries-Windsteuerung, ans „Laufen“ zu bekommen. Mit der Pinne klappt es wohl definitiv nicht. Jetzt wollen wir es noch über das Ruder im Cockpit versuchen. Die dafür erforderliche Trommel haben wir, einige Befestigungteile dazu fehlen, aber Lean, der „Aries-Mann“ aus Amsterdam, müsste diese mittlerweile auf den Weg geschickt haben.

Hoffentlich klappt das, Emma würde uns sehr fehlen, dann muss der elektr. Autopilot es alleine schaffen und wir haben keine Alternative, falls ein System versagt. Zudem haben wir 8 wunderhübsche Windfahnensperrholzblätter gebastelt ;-). Soll ja nicht umsonst gewesen sein.

Schließlich: Navionics Seekarten und Reiseführer haben wir auch schon für die nächsten Gebiete und Revierinformationen werden im Internet gesucht und einige haben wir auch schon gefunden. Für Senegal/Gambia/Guinea-Bissau könnten wir allerdings noch weitere gut gebrauchen.

Die Spannung steigt!

P.S.: Wir hatten bei der Überfahrt von Marokko zu den Kanaren tatsächlich ein Fischernetz „eingefangen“. Ein etwa ein Meter langes, aus zwei Seilen verzwirbeltes Kunststoffseil hing noch am Propeller, hatte sich dort glücklicherweise aber nicht so verfangen, dass es diesen hätte blockieren können. Davon kamen wohl auch ein paar Schrammen im Unterwasseranstrich. Aber insofern Glück gehabt.

Eingelebt in Arrecife

Eingelebt in Arrecife

Jetzt sind wir schon bereits seit zwei Monaten vor Lanzarote und haben uns in Arrecife schon recht gut eingelebt. So lange in erster Linie wegen Besuchen, die wir hier erhalten. Aktuell sind unsere Enkel hier, im September kommt dann unsere Tochter mit einer Freundin. Weiterfahrt von hier nach Kap Verden also frühestens Mitte September.

So können wir noch rund zwei weitere Monate hier genießen. Das Wetter hier ist erstklassig. Manchmal etwas windig, aber nahezu immer sonnig bei tagsüber 25 bis 30 Grad Celsius. Also reinstes T-Shirt-Wetter. Abends/Nachts dann etwas kühler, was ja auch sehr angenehm ist.

Arrecife selbst ist eine schöne mittelgroße Stadt. Nicht zu groß und turbulent, aber groß genug, so dass sie alles bietet, was man für den täglichen Gebrauch so benötigt. Nicht weit von der Marina ist ein kleiner, aber schöner Sandstrand. 20 Minuten zu Fuß, oder falls wir zu faul sind mit einem kostenlosen Bus, der hier die Uferpromenade hin und her pendelt.

Der Besuch inspiriert uns, die Insel näher zu erkunden. Mietwägen sind hier sehr günstig. So haben wir uns für € 10 pro Tag einen VW Polo ausgeliehen. Mit diesem konnten wir den Jungs schon die eine oder andere Sehenswürdigkeit bzw. das Schaffen von Cesar Manrique näher bringen. Beide sind mit Begeisterung und großem Interesse dabei.

Und am Wochenende geht es für mich für ein paar Tage nach Deutschland. Die Jungs wieder nach Hause bringen und Familie/Freunde besuchen.

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